Jüngster Tag (Islam)

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Der jüngste Tag (arabisch يوم القيامة, DMG yawm al-qiyāmāh ‚Tag der Auferstehung‘,[1] auch yawm al-akhar يوم الأخر / yawm al-Āḫar / ‚Der letzteTag‘,[2] يوم الحساب / yawm al-Ḥiṣāb / ‚Tag der Abrechnung‘[3]), yaum ad-din, ويوم الدين / yawm ad-dīn / ‚Tag des Gerichts‘[4] oder al-saʿa (‚die (letzte) Stunde‘) ist in der islamischen Eschatologie, ähnlich wie bei den anderen abrahamitischen Religionen, der finale Tag der Auferstehung und Abrechnung.

Vorkommen im Koran[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wort Qiyama (‚sich erheben, aufstehen‘) mit der Wurzel q-w-m kommt im Koran über siebzig mal vor, immer im Zusammenhang mit "yaum al-qiyamah" („Tag der Auferstehung“), beispielsweise im ersten, namensgebenden Vers der Sure 75. Der Glaube an den jüngsten Tag ist einer von sechs Glaubensgrundsätzen des Islams. Im Koran sind die Einheit Gottes und die Verantwortlichkeit der Menschen für ihre Taten am Jüngsten Tag die zwei frühesten und wichtigsten Botschaften, die dem Prophet Mohammed in den frühmekkanischen Suren verkündet wurden. Diese zwei Botschaften sind so untrennbar miteinander verbunden, dass der Koran an zahlreichen Stellen den Glauben an Gott mit dem Glauben an den Jüngsten Tag gleichsetzt.[5] Islamische Werke des ʿIlm al-kalam und der Islamischen Philosophie behandeln die Eschatologie unter dem Stichwort maʿād (معد ‚Rückkehr‘), ein Wort das so nur ein einziges Mal im Koran vorkommt und häufig auch anstelle von Auferstehung verwendet wird.

Fundstellen im Koran (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Lob sei Gott, dem Herrn der Menschen in aller Welt. Dem Barmherzigen und Gnädigen, der am Tag des Gerichts regiert! Dir dienen wir, und dich bitten wir um Hilfe. Führe uns den geraden Weg, den Weg derer, denen du Gnade erwiesen hast, nicht (den Weg) derer, die d(ein)em Zorn verfallen sind und irregehen.“

Sure 1

„Unter den Menschen gibt es auch welche, die sagen: ‚Wir glauben an Gott und den jüngsten Tag‘, ohne daß sie wirklich gläubig sind. Sie möchten Gott und diejenigen, die glauben, betrügen. Aber sie betrügen (in Wirklichkeit) nur sich selber, ohne sich (dessen) bewußt zu sein.“

Sure 2, Vers 8

Ereignisse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Prophetisch angekündigte Vorzeichen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Erdbeben (siehe Sure 99)
  • die Erde wird ihre Bürden abwerfen
  • der Himmel wird brechen
  • die Gräber werden umgedreht
  • Seen werden ausgegossen
  • Die Berge werden wie Wollbüschel davonfliegen

Zerstörung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Trompete wird mehrmals vom Engel Israfil gestoßen, anschließend wird jedes Lebewesen sterben.

Auferstehung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem zweiten Trompetenstoß werden die Seelen in die Körper zurückgeschickt und alle Menschen, Engel und Dschinn werden wieder auferstehen. Ersteren wird es so vorkommen, als seien sie nur kurz in ihren Gräbern gewesen.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Siehe: Encyclopaedia of Islam, Band 5, Brill:Leiden: 1989, S. 235 online
  2. Vgl. Hans Wehr: Arabisches Wörterbuch für die Schriftsprache der Gegenwart, S. 10
  3. Vgl. Hans Wehr, S. 205
  4. Siehe:Encyclopaedia of Islam
  5. Jane I. Smith: Eschatology. in: Encyclopaedia of the Qur'ān, Vol. 2. Brill, Leiden/Boston/Köln 2002. ISBN 9789004120358.