Jürgen Blin

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Jürgen Blin Boxer
Daten
Geburtsname Jürgen Blin
Gewichtsklasse Schwergewicht
Nationalität DeutscherDeutscher Deutsch
Geburtstag 24. April 1943
Geburtsort Burg auf Fehmarn
Stil Linksauslage
Größe 1,85 m
Kampfstatistik
Kämpfe 48
Siege 31
K.-o.-Siege 9
Niederlagen 11
Unentschieden 6

Jürgen Blin (* 24. April 1943 in Burg auf Fehmarn) ist ein ehemaliger deutscher Schwergewichtsboxer. Er ist der Vater von Knut Blin.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kindheit und Jugend[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jürgen Blin ist der Sohn eines Melkers, der alkoholkrank war. In seiner Kindheit musste die Familie häufig umziehen. Im Alter von 14 Jahren ging er nach Hamburg, arbeitete zunächst auf Schiffen und absolvierte schließlich eine Fleischerlehre und wurde Fleischermeister. Während dieser Zeit begann er mit dem Training in einer Boxschule, die sich gegenüber der Schlachterei befand.[1]

Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blin boxte u.a. im Hamburger Boxclub Heros.[2] Er gewann 1962 den Hamburger Meistertitel. 1964 wurde er Deutscher Amateurmeister im Schwergewicht. Da er die Qualifikation für die Olympischen Spiele verpasst hatte, wechselte er noch im selben Jahr in das Profilager. Den größten Teil seiner Karriere boxte er mit weniger als 90 kg Gewicht und wäre damit nach heutigen Maßstäben in der Cruisergewichtsklasse einzuordnen. Im Jahr 1966 trat er in zwei aufeinanderfolgenden Kämpfen um die deutsche Meisterschaft gegen den erfahrenen Rechtsausleger Gerhard Zech an, beide Male endete die Begegnung unentschieden.

Im Mai 1968 konnte er schließlich im dritten Anlauf durch einen Punktsieg über Zech den Deutschen Meistertitel gewinnen. Bereits sechs Monate später verlor er den Titel in seiner ersten Titelverteidigung an Peter Weiland. 1969 gelangen ihm Siege über Norbert Grupe und erneut Zech.

Bei zwei Europameisterschaftskämpfen, 1970 gegen den Spanier José Manuel Ibar (gen. Urtain) und 1971 gegen Joe Bugner, war er jeweils nach Punkten unterlegen.

Sein bekanntester Kampf fand am 26. Dezember 1971 statt: Er traf in der Schweiz auf Muhammad Ali, der neun Monate zuvor seine erste Niederlage gegen Joe Frazier hatte hinnehmen müssen. Blin verlor den Kampf im Hallenstadion Zürich, für den er mit einer Gage von 180.000 DM entlohnt wurde, durch KO in der siebten Runde.

Im Juni 1972 gelang ihm sein größter sportlicher Erfolg, als er gegen Urtain doch noch den Europameistertitel gewinnen konnte. Auch diesen Titel musste er nach einer KO-Niederlage gegen Bugner schon in seiner ersten Titelverteidigung wieder abgeben.

Nach einer KO-Niederlage gegen Ron Lyle im Oktober 1973 beendete Jürgen Blin seine Karriere.

Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 5-maliger Hamburger Meister
  • Deutscher Amateurmeister (1964)
  • Europameister (1972)

Leben neben der Boxkarriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach seiner Zeit als Profisportler eröffnete Blin einige Imbissbuden und besaß Immobilien. Nach seiner Scheidung ging er eine Bürgschaft ein, durch die er fast sein gesamtes Vermögen verlor.[3] Von 1974 bis 1978 betrieb er eine Kneipe am Berliner Tor; von 1978 bis 2012 (Jürgen Blin's Bier-& Snackbar) in den Süd-Katakomben des Hamburger Hauptbahnhofs.[4]

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jürgen Blin hat mit seiner Ex-Frau 3 Söhne. Der jüngste, Knut Blin († 2004), war ebenfalls Profiboxer.

ARD-Moderator Waldemar Hartmann erklärte Jürgen Blin bei der Anmoderation des Walujew-WM-Kampfes am 20. Januar 2007 in Basel live vor 7,43 Millionen TV-Zuschauern fälschlicherweise für tot.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Stern Nr. 6/07, 1. Februar 2007, S. 186
  2. Tim Tonder: Der Kampf seines Lebens in: Sport Inside, WDR Fernsehen, 23. Januar 2012
  3. "Ex-Boxer Blin - Der schlimmste Gegner ist die Langeweile", Spiegel-online vom 26. Dezember 2011, abgerufen am 4. Juni 2016
  4. - Jürgen Blin muss Kneipe am Hauptbahnhof dichtmachen; Hamburger Morgenpost vom 28. Dezember 2011