Jürgen Döschner

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Jürgen Döschner Porträt Sept2013 hoch.jpg

Jürgen Döschner (* 1957 in Duisburg) ist ein deutscher Journalist. Seit 1984 ist er in verschiedenen Funktionen für den Westdeutschen Rundfunk (WDR) und die ARD tätig. Von 2003 bis September 2015 arbeitete er in der Wirtschaftsredaktion des WDR-Hörfunks, u. a. als Fachredakteur für Energiethemen,.[1] und leitete den Aufbau des Bereichs Investigativer Journalismus im WDR Hörfunk[2] Seit Ende 2011 ist Döschner offizieller „Energieexperte“ des ARD-Hörfunks und arbeitet in dieser Funktion in der Chefredaktion des WDR-Hörfunks.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jürgen Döschner machte 1978 sein Abitur am Städtischen Gymnasium Kamp-Lintfort. Anschließend studierte er bis 1983 Journalistik und Geschichte an der TU Dortmund.[3]

Nach dem Studienabschluss war Döschner zunächst kurzzeitig als freier Journalist für verschiedene Medien (DLF, DW, WDR, Ruhr-Nachrichten) tätig, bevor er 1984 zum WDR kam.

Beim WDR war er seitdem in verschiedenen Bereichen beschäftigt, u. a. bis 1989 als Reporter im Regionalstudio Kleve, danach bis 1992 als Redakteur für das WDR-2-Mittagsmagazin und von 1997 bis 2002 als Korrespondent und Studioleiter im ARD-Hörfunkstudio Moskau. Von 1992 bis 1997 und von 2003 bis September 2015 arbeitet er als Redakteur und Reporter in der Wirtschaftsredaktion des WDR-Radios.[4] Außerdem leitete er ab 2013 den Aufbau des Bereiches „Investigativer Journalismus“ beim WDR-Hörfunk.[2]

Döschner hat sich vor allem als Berichterstatter und kritischer Kommentator zu Fragen der Energiewirtschaft einen Namen gemacht.[5] Er ist dabei ein erklärter Gegner von Atomkraft und Fracking. Döschner unterstützt die Energiewende hin zu erneuerbarer Energien.[1]

Wiederholt kritisierte Döschner öffentlich die Öl- und Gas-Konzerne und die großen Stromversorger für deren Preispolitik und für ihr Verhalten in der Energiewende.[6][7][8]

Kontroversen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im August 2015 befürwortete Döschner in einem Kommentar eine Protestaktion von Anti-Kohle-Aktivisten im Braunkohletagebau Garzweiler. Darin schrieb er u. a.: „Die Proteste [...] mögen nicht immer legal gewesen sein, aber sie sind angesichts der Ignoranz von Geld und Macht und angesichts der Bedrohung, die es abzuwehren gilt, völlig legitim.“[9] Dieser Kommentar löste heftige Proteste aus,[10][11] was Döschner veranlasste, zu den Vorwürfen in einem offenen Brief Stellung zu beziehen.[12]

Im Juli 2017 sorgte Döschner mit einem Tweet für Empörung, als er in Bezug auf Dieselmotoren von einer „Vergasung zehntausender Unschuldiger“ sprach und dadurch eine Analogie von nicht eingehaltenen Abgasgrenzwerten und dem Holocaust herstellte.[13]

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2008 erhielt Döschner den Otto-Brenner-Preis (2. Preis) für den Beitrag Fire and Forget – Krieg als Geschäft zur Rüstungsindustrie und Waffenhandel.[4]

Im Jahr 2014 wurde Döschner von dem gemeinnützigen Verband „Europäische Vereinigung für Erneuerbare Energien Eurosolar e. V.“, kurz Eurosolar, mit dem Deutschen Solarpreis in der Kategorie „Sonderpreis für persönliches Engagement“ ausgezeichnet.[5][14]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Jürgen Döschner. Kurzportrait zur Sendung West ART Talk. WDR Fernsehen, 27. Januar 2015, abgerufen am 19. August 2015.
  2. a b Die Offensive des Investigativen. In: Print - Das Magazin zum Westdeutschen Rundfunk. Dezember 2013, S. 34–36 (Download als PDF).
  3. Jürgen Döschner: Probleme der Arbeit westdeutscher Korrespondenten in der DDR. Diplomarbeit am Institut für Journalistik der TU Dortmund. TU Dortmund, Dortmund 1982.
  4. a b 2. Preis – Jürgen Döschner. (Nicht mehr online verfügbar.) Otto Brenner Stiftung, 2008, archiviert vom Original am 4. März 2016; abgerufen am 19. August 2015. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.otto-brenner-preis.de
  5. a b Würdigung Jürgen Döschner. (Nicht mehr online verfügbar.) Eurosolar, 2014, archiviert vom Original am 5. März 2016; abgerufen am 20. August 2015. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.eurosolar.de
  6. E.ON künftig ohne Atom, Kohle und Gas: "Das ist die neue Energiewelt". Interview mit Jürgen Döschner. In: tagesschau.de. ARD, 1. Dezember 2014, abgerufen am 28. August 2015.
  7. Energiewende: Großkonzerne wollen Kraftwerke stilllegen - na und? In: WirtschaftsWoche Green Economy. 17. Juli 2013, abgerufen am 28. August 2015.
  8. Was der Strom tatsächlich kostet: Greenpeace-Studie liefert überraschende Zahlen. Interview mit Jürgen Döschner. WDR, 15. Januar 2015, abgerufen am 28. August 2015.
  9. Jürgen Döschner: RWE-Vorgehen gegen Demonstranten: "Unangemessen und absurd". Kommentar. In: tagesschau.de. ARD, 16. August 2015, abgerufen am 28. August 2015.
  10. NRW macht Druck auf WDR. In: taz.de. 27. September 2015, abgerufen am 19. Oktober 2015.
  11. 17. Eingabenbericht der Vorsitzenden des WDR-Rundfunkrats für den Zeitraum September 2014 bis August 2015. WDR-Rundfunkrat, 8. September 2015, abgerufen am 19. Oktober 2015.
  12. Offener Brief von Jürgen Döschner: Zu den Reaktionen auf den Garzweiler-Kommentar. (Nicht mehr online verfügbar.) WDR 5, 26. August 2015, archiviert vom Original am 29. Oktober 2015; abgerufen am 19. Oktober 2015. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.wdr5.de
  13. "Automafia vergast jedes Jahr Unschuldige": ARD-Experte erzürnt Twitter-Nutzer. Focus Online, 31. Juli 2017, abgerufen am 31. Juli 2017.
  14. Deutscher Solarpreise in Witten vergeben – Klimaschutzminister Johannes Remmel ehrt Kölner WDR-Redakteur. EnergieAgentur.NRW, 25. Oktober 2014, abgerufen am 21. August 2015.