Jürgen Elsässer

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Elsässer als Redner bei LEGIDA, Oktober 2015

Jürgen Rainer Elsässer (* 20. Januar 1957 in Pforzheim) ist ein deutscher Journalist, Publizist und politischer Aktivist.

Von etwa 1975 bis 2008 war er Artikelautor, Redakteur und/oder Mitherausgeber verschiedener linksgerichteter Printmedien. Darunter waren der Arbeiterkampf (bis 1991), Bahamas (1991 ff.), Jungle World (1997–2000), junge Welt und konkret (bis 2002) sowie Neues Deutschland (2008). Einige Jahre lang vertrat er Positionen der Antideutschen, ab 2003 die der leninistischen Antiimperialisten.

2009 gründete er eine „Volksinitiative gegen das Finanzkapital“, die für Neue Rechte offenstand. Seit Ende 2010 ist er Chefredakteur des rechtspopulistischen Monatsmagazins Compact. 2014 und 2015 trat er bei den Mahnwachen für den Frieden, bei Legida und Pegida auf. 2016 positionierte er Compact als Wahlkampforgan für die rechtspopulistische Partei Alternative für Deutschland (AfD). Er vertritt anti-amerikanische, homophobe und rassistische Positionen, die er mit einer Querfront möglichst weit verbreiten will. Einige seiner Aussagen werden als antisemitisch und islamophob kritisiert.

Journalist linksgerichteter Printmedien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den 1980er Jahren schrieb Elsässer für die Zeitung des Kommunistischen Bundes Arbeiterkampf (AK). Mit seinem Artikel „Warum die Linke antideutsch sein muß“ (1990) wurde er Mitbegründer der „antideutschen“ Strömung in der radikalen Linken. Nach der Auflösung des KB (1991) gab er die Zeitschrift Bahamas heraus. Eine Weile vertrat er als Redakteur die vorherrschende Linie der Zeitung junge Welt, die den Staat Israel ablehnte und mit radikalen Palästinensergruppen sympathisierte.[1] Nach einem Konflikt mit der Geschäftsführung der jungen Welt gründete Elsässer 1997 die Zeitung Jungle World mit und gab sie bis 2000 mit heraus.

Danach schrieb er regelmäßig unter anderem für die Allgemeine Jüdische Wochenzeitung[2] und das Kursbuch. Als Redakteur für konkret rief er, so Steffen Kailitz, zu Gewalt etwa gegen den Historiker Ernst Nolte auf, dessen Thesen den Historikerstreit von 1986/87 ausgelöst hatten.[3]

Im Februar 2002 trennte sich die junge Welt, im Sommer 2002 auch die Jungle World von Elsässer.[4] Im Dezember 2002 beschrieb er die Zustimmung einiger Linker zum bevorstehenden Irakkrieg als Abkehr vom seit 1945 geltenden pazifistischen „Minimalkonsens“ der westdeutschen Linken. Im Zusammenhang damit entließ konkret-Herausgeber Hermann L. Gremliza Elsässer Ende 2002 als verantwortlichen Redakteur des Politikteils. Ab April 2008 bis 15. Januar 2009 arbeitete Elsässer für die Tageszeitung Neues Deutschland.

Jürgen Elsässer beim Pressefest des Neuen Deutschlands (Ende 2008)

Politische Entwicklung nach Rechts[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit den 1990er Jahren zeigte Elsässer eine Neigung zu einer Querfront, die linke und rechte Positionen verbindet. In seinem Braunbuch DVU (1998) nannte er die rechtsextreme Partei Deutsche Volksunion „nationalrevolutionär“.[5]

Wie andere Linke widersprach er den offiziellen Begründungen für den NATO-Krieg gegen Jugoslawien (1999), darunter den Opferzahlen zum Massaker von Srebrenica (Juli 1995).[6] Dabei ergriff er laut Patrick Gensing zunehmend Partei für den Panserbismus und für verurteilte serbische Kriegsverbrecher.[7]

Im März 2006 widersprach Elsässer Antisemitismusvorwürfen gegen den Film Tal der Wölfe – Irak und forderte, die Friedensbewegung solle den Film als Argument gegen die Irakpolitik der USA nutzen. Der österreichische Journalist Karl Pfeifer sah darin eine Hinwendung Elsässers zur „Volksgemeinschaft“, „in der Rechte und Linke sich gegen den gemeinsamen Feind mit Islamisten und türkischen Chauvinisten verbünden wollen.“[8]

Im November 2006 schrieb Elsässer, mit Staatsgeldern werde „Multikulti, Gendermainstreaming und die schwule Subkultur gefördert, während die Proleten auf Hartz IV gesetzt werden und sich oft auch keine Kita, kein Schwimmbad und keine warme Wohnung mehr leisten können“. Das wurde als Plädoyer für eine Querfrontpolitik der Linksfraktion aufgefasst, ebenso wie ein Interview, das Elsässer der rechtsextremen französischen Zeitung Le Choc du Mois gab.[9]

In seinem Buch Links oder lahm? (2006) plädierte Elsässer für Plebiszite als Weg zum Sozialismus, den die Bolivarische Revolution in Venezuela vorgemacht habe.[10] In seiner Publikation Angriff der Heuschrecken zur „Heuschreckendebatte“ plädierte er dafür, „Modernisierungsverlierer“ für eine Verteidigung des Nationalstaats gegen die „globalistischen Attacken der USA“ zu mobilisieren. Bernhard Schmid (Die Wochenzeitung) sah darin „linken Populismus“,[11] Rüdiger Göbel (junge Welt) dagegen sah darin das „derzeit wohl spannendste wie provokativste Druckwerk zum Zustand und zur Zukunft der Linkskräfte in diesem Land.“[12]

Am 10. Januar 2009 rief Elsässer in Berlin zum Aufbau einer „Volksinitiative gegen das Finanzkapital“ auf. Ein breites Bündnis „von Lafontaine bis Gauweiler“ solle den „bewussten Angriff des angloamerikanischen Finanzkapitals“ in der gegenwärtigen Wirtschafts- und Finanzkrise abwehren. Dabei spiele der Nationalstaat „eine entscheidende Rolle“. Die „Volksfront“ müsse „die entschädigungslose Nationalisierung des Finanzsektors“ durchsetzen. Dazu kündigte Elsässer einen Kongress an, der auf keinen Fall marxistisch sein werde. Er schloss eine Zusammenarbeit mit der NPD aus. Der NPD-Vizevorsitzende Holger Apfel hatte Elsässers Vorstoß jedoch am Vortag begrüßt: Elsässer wolle „auf nationaler Grundlage den Dualismus von rechts und links durch die Schaffung einer antiglobalistischen und antiimperialistischen Gerechtigkeitsbewegung überwinden“. Die NPD und die neurechte Zeitschrift Junge Freiheit warben für Elsässers Aufruf.[13]

Die Linksfraktion dagegen distanzierte sich von Elsässers Initiative; Norman Paech sagte eine Diskussion mit ihm ab.[14] Weil Elsässer „an rechte Parolen angedockt“ habe, kündigte das Neue Deutschland ihm am 15. Januar 2009 den Autorenvertrag.[15] Beim Bremer Landesverband der Linkspartei durfte er seine Initiative am 19. Januar 2009 jedoch vorstellen.[16] Andere Linke kritisierten seinen Aufruf als endgültige Hinwendung zu einer nationalistischen Querfront in der Tradition des Nationalsozialisten Otto Strasser und des Rechtskonservativen Kurt von Schleicher (Reichskanzler vor Adolf Hitler).[17]

Im Juni 2009 begrüßte Elsässer die Wiederwahl des Staatspräsidenten Mahmud Ahmadinedschad bei der Präsidentschaftswahl im Iran als „schöne Schlappe für den Imperialismus“ der USA. Zu dessen Handlangern zählte er die inneriranische Opposition und begrüßte deren Unterdrückung.[18]

Zu einer Konferenz der „Volksinitiative“ zum Thema „Der Euro vor dem Zusammenbruch“ (Berlin, 25. September 2010) lud Elsässer die Rechtspopulisten Nigel Farage (United Kingdom Independence Party), Karl Albrecht Schachtschneider und Wilhelm Hankel, rechte Esoteriker und neoliberale Ökonomen wie Max Otte, Michael Mross und Edgar Most als Redner ein.[19]

Chefredakteur von Compact[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Dezember 2010 wurde Elsässer Chefredakteur des Monatsmagazins Compact und Mitherausgeber neben Andreas Abu Bakr Rieger und dem Verleger Kai Homilius. Elsässer gab an, er wolle mit dem Blatt Debatten zwischen Linken und Rechten jenseits der „Political Correctness“ anstoßen. Er gewann jedoch überwiegend neurechte und rechtskonservative Autoren, die auch in der Jungen Freiheit schreiben. Ab der zweiten Ausgabe machte er Anti-Amerikanismus und Anti-Imperialismus zur Hauptlinie des Blattes.[20] Rieger verließ die Redaktion im November 2014 wegen „rassistischer und nationalistischer Positionen“, etwa zu Pegida und zur Russlandkrise.[21]

Compact wird als „Querfront-Magazin“[22] oder „rechtspopulistisches Magazin mit Hang zu Verschwörungstheorien[23] oder „Zentralorgan für Verschwörungstheorien“ und Agitation gegen die Flüchtlingspolitik der Bundesregierung eingeordnet.[24]

Mahnwachenredner[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ab 21. April 2014 trat Elsässer einige Male als Redner bei den von Lars Mährholz initiierten „Friedensmahnwachen“ auf. Er bezeichnete die Anwesenden, darunter NPD-Vertreter, als „die wahren Antifaschisten“, die aktuell gegen einen neuen Weltkrieg kämpften.[25] „Nicht links, nicht rechts, sondern vorwärts“, sei seine Parole.[26] Der gemeinsame Gegner des „Volkes“ sei die „internationale Finanzoligarchie“, als deren Vertreter er „die Herren Rockefeller, Rothschild, Soros, Chodorkowski“ namentlich hervorhob. Diese benutzten die Federal Reserve Bank, „um die ganze Welt ins Chaos zu stürzen“.

Das Hervorheben einzelner jüdischer Bankiers als angebliche Lenker des globalen Finanzsystems und Drahtzieher internationaler Krisen wurde als traditionelles antisemitisches Klischee kritisiert.[27] Die Publizistin Jutta Ditfurth bezeichnete Elsässer mit Bezug auf ähnliche Aussagen bei den Mahnwachen als „glühenden Antisemiten“.[28] Elsässer klagte im Mai 2014 gegen diese Bezeichnung und erhielt im Elsässer-Ditfurth-Prozess (Juli 2014; Dezember 2014) zweimal Recht. Er verkündete das als „Finalsieg über Ditfurth“,[29] die jedoch eine Verfassungsbeschwerde einlegte.[30] Deutsche und israelische Journalisten kritisierten die Urteilsbegründung der ersten Instanz als Verengung des Antisemitismusbegriffs auf die Nazizeit.[31]

Ab Mai 2014 versuchte Mährholz Elsässer als Mahnwachenredner auszuschließen, worauf andere Mahnwachen ihn einluden.[32] Im März 2015 wollten einige Vertreter der Friedensbewegung die Zusammenarbeit mit den Mahnwachen nur fortsetzen, wenn Elsässer davon ausgeschlossen würde.[33]

Haltung zu Russland und Ukraine-Konflikt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Osteuropahistoriker Andreas Umland bezeichnete Elsässer, dem er ein konservatives Familienbild, NATO-Gegnerschaft und Antiamerikanismus attestierte, als „Kremlpropagandist“. So kooperiere er mit dem russischen Auslandsfernsehsender RT, während seine Aktivitäten und Einschätzungen Gegenstand wohlwollender Berichterstattung russischer Staatssender wie Rossija oder der Stimme Russlands seien. Auch regierungsnahe oder staatliche russische Einrichtungen wie die Denkfabrik Institut für Demokratie und Zusammenarbeit und das Berliner Russische Haus unterstützten Elsässers Tätigkeiten, z.B. die Organisation politischer Konferenzen. Des Weiteren benutze Elsässer, unter anderem im Zusammenhang mit der Krimkrise, dieselben apologetischen Argumentations- und Interpretationsmuster wie die russische Regierung und verbreite antiamerikanische Verschwörungstheorien. Sein erklärtes Ziel sei ein Bündnis mit Russland auf Grundlage der Ideologie des Eurasismus; so interviewte Elsässer 2013 den russischen Rechtsextremen und Führer der internationalen Eurasischen Bewegung Alexander Dugin. Des Weiteren unterstütze Elsässer den eine Verständigung mit Russland befürwortenden Flügel der Alternative für Deutschland um Alexander Gauland.[34] Nach Angaben des Medienmagazins Zapp hat Elsässer Kontakte zu dem in Berlin gegründeten Tolstoi-Institut, dessen Aufgabe es sei, die deutsche Öffentlichkeit im Sinne der russischen Regierung zu beeinflussen.[35] Laut der Osteuropa-Historikerin Anna Veronika Wendland werde in Deutschland Wladimir Putins Politik überwiegend aus dem rechten Lager oder von den Linken unterstützt. Dies zeige sich beispielhaft an Elsässer, der als eher linker Autor begann und später zusammen mit Rechtsextremen gegen die Vereinigten Staaten kämpfte und für Verständnis für Russland warb.[36] Einer ARD-Reportage zufolge nimmt Elsässer eine wichtige Rolle bei Versuchen ein, Deutschland im Sinne der russischen Regierung zu beeinflussen.[37]

Zur Flüchtlingskrise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Angesichts der Flüchtlingskrise rief Elsässer am 13. September 2015 in seinem Blog die Soldaten der Bundeswehr dazu auf, auf eigene Faust die deutschen Grenzen gegen den weiteren Zustrom von illegalen Migranten zu sichern. Die öffentliche Zusicherung Angela Merkels, Deutschland werde Flüchtlingen aus Bürgerkriegsländern zumindest ein Bleiberecht gewähren, bezeichnete er als „von der Kanzlerin befohlene Selbstzerstörung“, gegen die die Soldaten ihre „Machtmittel“ einsetzen sollten. In der tageszeitung wurde vermutet, Elsässer wolle mit diesem kaum verhohlenen Aufruf zum gewaltsamen Umsturz absichtlich ein Ermittlungsverfahren provozieren, um auf die nächste „Souveränitätskonferenz“ seiner Zeitschrift Compact aufmerksam zu machen.[38]

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

bei Rechtsextremisten und Rechtspopulisten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auch im rechtsextremistischen Spektrum wurden Publikationen Elsässers vereinzelt positiv interpretiert, so etwa 2007 von dem NPD-Abgeordneten Jürgen Gansel. Dieser meinte in einem Beitrag auf der Homepage der NPD, dass Elsässer „Brücken zur NPD“ schlage.[39]

Die Zeitung Die Welt berichtete im Oktober 2014 über Planungen zu einem „Wissenskongress“ der Alternative für Deutschland, an dem Vertreter der Neuen Rechten, „darunter Jürgen Elsässer“, teilnehmen sollen. Der Artikel zitiert auch einen Blogeintrag Elsässers über die als rechtsextrem eingeschätzte Bewegung Hooligans gegen Salafisten: „Wenn ich was zu sagen hätte, würde ich einen von HoGeSa zur nächsten Demo für Frieden und Souveränität einladen.“[40] Am 4. März 2016 trat Elsässer bei einer Veranstaltung der AfD in Ingolstadt auf. Ein Bündnis von Gewerkschaften, etablierten Parteien und Fangruppen des FC Ingolstadt 04 mobilisierte für eine Mahnwache gegen den Auftritt.[41]

Elsässer befürwortet in seinem Blog die „PEGIDA“-Bewegung und die von ihr organisierten Demonstrationen.[42] Am 21. Januar 2015 trat er als Redner auf einer Demonstration der Leipziger „PEGIDA“-Aktivisten („LEGIDA“) auf.[43] Kurz zuvor hatte sich die PEGIDA e.V. aufgrund inhaltlicher Differenzen von der Leipziger Veranstaltung distanziert.[44]

bei Wissenschaftlern und Fachjournalisten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits 2006 wies der antifaschistische Fachjournalist Karl Pfeifer darauf hin, dass sich Elsässer zum Nationalbolschewisten entwickelt habe und öffentlich mit Querfront-Strategien kokettiere.[45]

Für die Gründung seiner „Volksinitiative gegen das Finanzkapital“ wurde Elsässer scharf kritisiert. Thomas Vitzthum analysierte in Die Welt eine Querfront-Strategie, um eine Zusammenarbeit von rechts- und linksradikalen Antikapitalisten unter Betonung des Nationalismus herzustellen.[46] Die linke tageszeitung vermutete, der Wortlaut seiner Erklärung sei so formuliert, um „rechtsextreme Kreise explizit in sein Bündnis integrieren“ zu können. Die Redaktion des Neuen Deutschland warf ihm vor, er habe an „rechte Parolen angedockt“, die „höchst gefährlich“ seien, und beendete die Zusammenarbeit mit dem Autor.[47]

2010/11 attestierte ihm Mathias Brodkorb (Endstation Rechts) eine Wandlung „vom Antideutschen zum Antiimperialisten“. Überdies wolle er nunmehr „den Nationalstaat gegen das Finanzkapital in Stellung bringen“.[48]

Der Politikwissenschaftler Clemens Heni (2010) hält Elsässer für „seit einiger Zeit geistig abgedriftet“. Er schmiege sich „mittlerweile der Ideologie und Sprache des Nationalsozialismus sowie des heutigen Rechtsextremismus an“. Heni sieht in Elsässer – ähnlich wie in Henning Eichberg – einen „Freund des Islam“ und einen Gegner des Universalismus.[49]

Heribert Schiedel vom Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes bezeichnete Elsässer als „linksnational“.[50]

Der Historiker Volker Weiß (2014) attestierte Elsässer, der sich „von schrill links nach schrill rechts“ entwickelt habe, einen „prorussischen Kurs“. Elsässer habe eine „populistische Begabung“ und personifiziere gekonnt eine Querfront-Strategie.[51]

Der Historiker Olaf Glöckner (2015) stellt fest, Elsässer werde „inzwischen bescheinigt, zunehmend auch mit rechtspopulistischen Gruppierungen und mit der sächsischen PEGIDA-Bewegung zusammenzuarbeiten.“ Er pflege – wie auch in der Vergangenheit – bestimmte Feindbilder u.a. „internationales Finanzkapital“, „Kriegsbrandstifter“ und „Washington, London und Jerusalem“. Dabei nutze er Provokation und Demagogie. Man könne dies wohlwollend als „diffusen verschwörungstheoretischen Amoklauf“ interpretieren.[52]

Als „schrille[r], neurechte[r] Hasardeur[]“ wurde er von dem Soziologen Oliver Nachtwey (2015) bezeichnet.[53]

Auch der Rechtsextremismusforscher Helmut Kellershohn (2015) versteht Elsässer als einen „Querfrontler“[54] und „Nationalbolschewisten“.[55] Alexander Häusler nennt ihn einen „rechten Querfront-Publizisten“.[56]

Der Rechtsextremismusexperte Andreas Speit u.a. (2015) hält Elsässer für einen „Neuzugang im neurechten Lager“.[57]

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Autor
  • Gegen Finanzdiktatur. Die Volksinitiative: Grundsätze, Konzepte, Ziele. Kai Homilius, 2009, ISBN 978-3-89706-410-2.
  • Nationalstaat und Globalisierung. Manuscriptum, Waltrop / Leipzig 2009, ISBN 978-3-937801-47-6.
  • Terrorziel Europa. Das gefährliche Doppelspiel der Geheimdienste. Residenz, 2008, ISBN 3-7017-3100-4.
  • Wie der Dschihad nach Europa kam. Gotteskrieger und Geheimdienste auf dem Balkan. (2005) Kai Homilius, Berlin 2008, ISBN 978-3-89706-840-7.
  • Kriegslügen. Der NATO-Angriff auf Jugoslawien. (2004) Kai Homilius, Berlin 2008, ISBN 978-3-89706-511-6.
  • Angriff der Heuschrecken. Pahl-Rugenstein, Köln 2007, ISBN 3-89144-376-5.
  • Der deutsche Sonderweg. Diederichs, 2003, ISBN 3-7205-2440-X.
  • Deutschland führt Krieg. Konkret, 2002, ISBN 3-930786-37-0.
  • Make Love and War. Pahl-Rugenstein, Köln 2002, ISBN 3-89144-295-5.
  • Deutsche Demokraten. Wie rechtsradikal sind CDU und CSU? Werkstatt-Verlag, 2001, ISBN 3-923478-94-1.
  • Die Fratze der eigenen Geschichte. Von der Goldhagen-Debatte zum Jugoslawienkrieg. Elefantenpress, Berlin 1999, ISBN 3-88520-756-7.
  • Nie wieder Krieg ohne uns. Konkret, 1999, ISBN 3-930786-23-0.
  • Braunbuch DVU. Konkret, 1998, ISBN 3-930786-18-4.
  • Vorwärts und vergessen? Ein Streit um Marx, Lenin, Ulbricht und die verzweifelte Aktualität des Kommunismus. Konkret, 1996, ISBN 3-930786-06-0.
  • Wenn das der Führer hätte erleben dürfen: 29 Glückwünsche zum deutschen Sieg über die Alliierten. Konkret, 1995, ISBN 3-930786-02-8.
  • Krisenherd Europa. Nationalismus – Regionalismus – Krieg. Werkstatt-Verlag, 1994, ISBN 3-923478-89-5.
  • Antisemitismus, das alte Gesicht des neuen Deutschland. Dietz, Berlin 1992, ISBN 3-320-01795-0.
Herausgeber
  • Wladimir Putin. Reden an die Deutschen. Compact-Magazin GmbH, Werder 2014.
  • Malte Olschewski: Arabischer Frühling: Twitter und Flitter, Sex und Secret Service zwischen Tripolis und Damaskus. Kai Homilius, Berlin 2011, ISBN 3897064294
  • Wilhelm Hankel, Karl Albrecht Schachtschneider: Der Euro vor dem Zusammenbruch: Wie retten wir unser Geld? Kai Homilius, Berlin 2011, ISBN 3897064278
  • Andrea Ricci: Gaza - Die Kriegsverbrechen Israels. Kai Homilius, 2. Auflage, Berlin 2010, ISBN 3897064138
  • Wolfgang Freisleben: FED - Die Zentralbank des Geldes: Das geheime Machtzentrum der Welt. Kai Homilius, Berlin 2010, ISBN 3897064200
  • Jan Gaspard: Freimaurer und Illuminaten: Was noch nie über Geheimgesellschaften geschrieben wurde. Kai Homilius, Berlin 2010, ISBN 3897064251
  • Rudolf Hänsel: Game Over!: Wie Killerspiele unsere Jugend zerstören. Kai Homilius, 2010, ISBN 3897064006
  • Iran. Fakten gegen westliche Propaganda. Kai Homilius, Berlin 2009, ISBN 978-3-89706-414-0.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Jürgen Elsässer – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Extremismus & Demokratie, Band 20, Bouvier, 2008, S. 241
  2. Martin Krauß: Tee beim Diktator. Deutsche Polittouristen pilgern zum Mullah-Regime. In: Jüdische Allgemeine. 10. Mai 2012, abgerufen am 7. Oktober 2013.
  3. Steffen Kailitz: Die politische Deutungskultur im Spiegel des „Historikerstreits“: What’s right? What’s left? Westdeutscher Verlag, Wiesbaden 2001, ISBN 3-531-13701-8, S. 72 f.
  4. Jürgen Elsässer (Nadir.org, 31. Juli 2002): Es war ein Fehler (Memento vom 15. März 2009 im Internet Archive)
  5. Fabian Virchow: Struktur und Funktion der Frey-Presse. In: Jens Mecklenburg (Hrsg.): Braune Gefahr: DVU, NPD, REP. Geschichte und Zukunft. Elefanten Press, Berlin 1999, ISBN 3-88520-721-4, S. 39.
  6. Jürgen Elsässer (der Freitag, 18. Juli 2003): Srebrenica und Karthago; Jürgen Elsässer: Kriegsverbrechen. Die tödlichen Lügen der Bundesregierung und ihre Opfer im Kosovo-Konflikt, Hamburg 2000, S. 14.
  7. Patrick Gensing, 3. Juni 2016: Jürgen Elsässer: Vom Antideutschen zum rechten Volkstribun
  8. Karl Pfeifer (haGalil, 13. März 2006): In bewährter Manier: Jürgen Elsässer propagiert „Tal der Wölfe“
  9. Ivo Bozic (HaGalil/ Jungle World 47/2006): Angst vor den Oskars: Linkspartei und Wasg wollen fusionieren. Oskar Lafontaine und andere SPD-Veteranen aus der Wasg blasen zum nationalbolschewistischen Angriff
  10. Jochen Staadt (FAZ, 6. Januar 2007): Mehr Ideologie wagen
  11. Bernhard Schmid (WOZ, 25. Januar 2007): Die Aliens kommen
  12. Rüdiger Göbel (junge Welt Nr. 104, 13. Januar 2007): „Sein oder Nichtsein“ – Jürgen Elsässer provoziert für eine starke Linke.
  13. Felix Lee, Veit Medick (taz, 12. Januar 2009): Anschlussfähig an extreme Rechte: Linkspublizist gründet Volksfront
  14. Thomas Vitzthum (Die Welt, 16. Januar 2009): Anti-Kapitalismus: Linker Publizist von der NPD für „Volksfront“ gelobt
  15. Neues Deutschland, 15. Januar 2009: In eigener Sache: Neues Deutschland hat den Autorenvertrag mit Jürgen Elsässer beendet; Felix Lee, Veit Medick (taz, 15. Januar 2009): Wegen rechtsextremer Rhetorik. ND entlässt Volksfront-Gründer
  16. Andrea Röpke, Andreas Speit (taz, 20. Januar 2009): Umstrittener Gast: Linke streiten über „Volksfront“
  17. Max Brym (HaGalil, 19. Januar 2009): Der Rechtspopulismus des Jürgen Elsässer; Hans-Peter Büttner (Kritiknetz.de, 2009): Antisemitismus und Finanzkapital: Zur Kritik des völkischen Denkens des ehemaligen Linken Jürgen Elsässer
  18. Reinhard Mohr (Spiegel, 27. Juni 2009): Ein Slibowitz auf Ahmadinedschad
  19. Neues Deutschland, 22. September 2010: Zweifelhafte Stars
  20. Mathias Brodkorb (Endstation Rechts, 25. März 2011): Jürgen Elsässer und sein Magazin „Compact“ – Der Gottfried Feder des 21. Jahrhunderts?
  21. Wolfgang Storz: „Querfront“ – Karriere eines politisch-publizistischen Netzwerks. Otto-Brenner-Stiftung, Frankfurt am Main 2015, ISSN 2365-1962 (PDF)
  22. Erik Peter (taz, 16. April 2014): Im Kampf gegen die Medien-Mafia
  23. Antonie Rietzschel (Süddeutsche Zeitung, 6. September 2013): Konferenz mit Scholl-Latour, Herman und Sarrazin: Die Familienverschwörung
  24. Jürgen P. Lang (Bayerischer Rundfunk, 24. Januar 2016): Neue Rechte: Im Netz der Verschwörer
  25. Frida Thurm (Die Zeit, 22. April 2014): Proteste: Die ganz eigene Welt der Montagsdemonstranten
  26. Tagesspiegel, 21. April 2014: Neue Montagsdemos: Friedensbewegung mit Brauntönen
  27. Sebastian Christ (Huffington Post, 22. April 2014): [ https://web.archive.org/web/20140712175507/http://www.huffingtonpost.de/2014/04/22/montagsdemo-jebsen_n_5190762.html Elsässer, Jebsen und die Montagsdemos: Warum die neue „Friedensbewegung“ so gefährlich ist]; Daniel Majic (Frankfurter Rundschau, 10. Juni 2014): Montagsdemonstrationen: Elsässers Schein-Triumph
  28. 3sat-Mediathek, 16. April 2014: Die neurechten Montagsdemos. Gespräch mit Jutta Ditfurth
  29. Dietmar Koschmieder (Junge Welt, 13. Dezember 2014): Bis zum Endsieg: Wie sich der rechte Frontmann Jürgen Elsässer links von den Kameraden Lars Mährholz und Ken Jebsen positioniert
  30. Martin Krauß (Jüdische Allgemeine, 9. November 2015): Ditfurth zieht vors Verfassungsgericht.
  31. Benjamin Weinthal (The Jerusalem Post, 17. Oktober 2014): German judge sparks outrage, says anti-Semitism was only limited to Nazi period
  32. Stefan Lauer (Vice.com, 22. Juli 2014): „Wer die Kritiker kritisiert, ist für das System“ — Die Montagsdemos kreisen weiter um sich selbst
  33. Taz, 15. März 2015: Der „Friedenswinter“ hat Probleme: Finger weg von Elsässer
  34. Thomas Korn, Andreas Umland: Jürgen Elsässer, Kremlpropagandist. Zeit Online, 19. Juli 2014.
  35. Bastian Berbner und Silvio Duwe: Kultur und Propaganda: Das Tolstoi-Institut. In: Zapp, 1. April 2015.
  36. Anna Veronika Wendland: Левый неоимпериализм и состояние “российских” исследований: participant observation немецкого дискурса об украинском кризисе. In: Ab Imperio, 3/2014, S. 183–194. doi:10.1353/imp.2014.0094.
  37. Spiel im Schatten – Putins unerklärter Krieg gegen den Westen. In: ARD, 4. Juli 2016.
  38. Rainer Roeser: Höcke bei neurechtem Kongress „Ansturm auf Europa“. Auf bnr.de vom 15. September 2015, Zugriff am 26.September 2015; Rainer Balcerowiak: Ein rechtes Verständnis von Souveränität. In: tageszeitung vom 25. September 2015, S. 8.
  39. Jürgen W. Gansel: Querfront-Populismus droht die Linkspartei zu zerreißen. Lafontaines Ideengeber Jürgen Elsässer fordert Verbot der Grünen und schlägt Brücken zur NPD, (Beitrag auf der Homepage der Nationaldemokratischen Partei Deutschlands (NPD)).
  40. Günther Lachmann: Die AfD als Plattform für „Wirrköpfe“ auf welt.de, Zugriff am 4. Dezember 2014.
  41. Wegen Veranstaltung in Ingolstadt - Kritik an AfD-Chef Strixner, Süddeutsche Zeitung vom 4. März 2016
  42. Wolfgang Jung: „Pegida“ will wieder demonstrieren, Mainpost vom 7. Dezember 2014.
  43. Sven Heitkamp & Thomas Schade: Leipzig im Ausnahmezustand, SZ-online vom 21. Januar 2015.
  44. Pegida-Ableger in Leipzig: Dresdner Original distanziert sich von Legida, Spiegel Online vom 21. Januar 2015.
  45. Karl Pfeifer: Ein deutscher Nationalbolschewist begeistert sich: „Querfront-Regierung in der Slowakei“. haGalil, 19. Juli 2006.
  46. Linker Publizist von der NPD für „Volksfront“ gelobt, in: Die Welt vom 16. Januar 2009
  47. F. Lee, V. Medick (taz, 15. Januar 2009): Wegen rechtsextremer Rhetorik. ND entlässt Volksfront-Gründer
  48. Mathias Brodkorb, Stefan Bruhn: Zeitschriftenporträt: Hier & Jetzt. In: Uwe Backes, Alexander Gallus, Eckhard Jesse (Hrsg.): Jahrbuch Extremismus & Demokratie, 22. Jahrgang (2010), Nomos, Baden-Baden 2011, ISBN 978-3-8329-6050-6, S. 238–254, hier: S. 243.
  49. Clemens Heni: „Völkerbrei“: Elsässer und die Sprache des Nationalsozialismus. publikative.org, 6. Januar 2010.
  50. Heribert Schiedel: Extreme Rechte in Europa. Ed. Steinbauer, Wien 2011, ISBN 978-3-902494-54-2, S. 66.
  51. Volker Weiß: Warten auf die Sturmabteilung. In: Jungle World, Nr. 51, 18. Dezember 2014.
  52. Olaf Glöckner: Moralische Sieger? Linksintellektuelle „Israelkritik“ zwischen Provokation, Demagogie und Antisemitismus. In: Monika Schwarz-Friesel (Hrsg.): Gebildeter Antisemitismus. Eine Herausforderung für Politik und Zivilgesellschaft (= Interdisziplinäre Antisemitismusforschung. Bd. 6). Nomos, Baden-Baden 2015, ISBN 978-3-8487-1679-1, S. 75–92, hier: S. 85–88.
  53. Oliver Nachtwey: Rechte Wutbürger. Pegida oder das autoritäre Syndrom. In: Blätter für deutsche und internationale Politik 3/2015, S. 81–89, hier: S. 81.
  54. Helmut Kellershohn: Das Institut für Staatspolitik und das jungkonservative Hegemonieprojekt. In: Stephan Braun, Alexander Geisler, Martin Gerster (Hrsg.): Strategien der extremen Rechten: Hintergründe – Analysen – Antworten. 2. aktualisierte und erweiterte Auflage, Springer Fachmedien, Wiesbaden 2015, ISBN 978-3-658-01983-9, S. 462.
  55. Helmut Kellershohn: Das Institut für Staatspolitik und das jungkonservative Hegemonieprojekt. In: Stephan Braun, Alexander Geisler, Martin Gerster (Hrsg.): Strategien der extremen Rechten: Hintergründe – Analysen – Antworten. 2. aktualisierte und erweiterte Auflage, Springer Fachmedien, Wiesbaden 2015, ISBN 978-3-658-01983-9, S. 464.
  56. Alexander Häusler, Rainer Roeser: „Erfurt ist schön deutsch – und schön deutsch soll Erfurt bleiben!“. Das politische Erscheinungsbild der Partei „Alternative für Deutschland“ (AfD) in Thüringen. Hrsg. durch die Friedrich-Ebert-Stiftung, Landesbüro Thüringen, Erfurt 2015, ISBN 978-3-95861-322-5, S. 60.
  57. Konrad Litschko, Andreas Speit: „Neue Rechte“ radikalisiert Pegida. Die Anheizer. In: die tageszeitung, 31. Oktober 2015, S. 5.