Jürgen Hingsen

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Jürgen Hingsen Leichtathletik
Jürgen Hingsen 1987.jpg

Jürgen Hingsen (1987)

Nation DeutschlandDeutschland Deutschland
Geburtstag {{{geburtstag}}}
Größe 203 cm
Gewicht 102 kg
Karriere
Disziplin Zehnkampf, Siebenkampf
Bestleistung 8832 Punkte (Zehnkampf),
5859 Punkte (Siebenkampf)
Verein Bayer Uerdingen
Status zurückgetreten
Medaillenspiegel
Olympische Spiele 0 × Gold 1 × Silber 0 × Bronze
Weltmeisterschaft 0 × Gold 1 × Silber 0 × Bronze
Europameisterschaft 0 × Gold 2 × Silber 0 × Bronze
Olympic rings with white rims.svg Olympische Spiele
0Silber0 1984 Los Angeles Zehnkampf
Weltmeisterschaft
0Silber0 1983 Helsinki Zehnkampf
Europameisterschaft
0Silber0 1982 Athen Zehnkampf
0Silber0 1986 Stuttgart Zehnkampf
 
Jürgen Hingsen

Jürgen Hingsen (* 25. Januar 1958 in Duisburg) ist ein ehemaliger deutscher Sportler (Zehnkampf).

Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hingsen machte seit 1976 seine Karriere als Athlet bei der Sportabteilung von Bayer Uerdingen. Hier arbeitete er eng mit dem Leiter der Sportabteilung Trainer und Sportlehrer Norbert Pixken zusammen.

Er war in den 80er Jahren als Zehnkämpfer Olympiasilbermedaillengewinner und dreimaliger Weltrekordhalter.

Für diese Leistungen wurde er 1983 von Bundespräsident Carstens mit dem Silbernen Lorbeerblatt ausgezeichnet.[1]

Hingsen wurde zweimal Vizeeuropameister und einmal Vizeweltmeister sowie einmal Olympiazweiter. Bei den Olympischen Sommerspielen 1988 in Seoul hatte er in der ersten Disziplin, dem 100-Meter-Lauf, drei Fehlstarts und wurde disqualifiziert.[2]

Obwohl Hingsen in den Jahren 1982 bis 1984 jeweils einen neuen Weltrekord im Zehnkampf aufstellte, konnte er seinen Dauerrivalen, den zweifachen Olympiasieger Daley Thompson (dieser bezeichnete Hingsen immer als „Hollywood-Hingsen“) bei keinem Wettkampf bezwingen. Zuerst bei den Europameisterschaften in Athen, dann bei den Weltmeisterschaften in Helsinki und zuletzt bei den Olympischen Spielen in Los Angeles unterlag er seinem britischen Widersacher und verlor dabei jedes Mal wieder den Weltrekord.

Sein Weltrekord von 8832 Punkten aus dem Jahre 1984 ist aber weiterhin Deutscher Rekord. Er steht damit aktuell (Stand 16. Dezember 2016) auf Platz sieben der ewigen Weltbestenliste.[3] Hingsen hatte bei einer Größe von 2,03 m ein Wettkampfgewicht von 102 kg.

Im Jahr 2004 trennte sich Hingsen nach 21 Jahren Ehe von seiner amerikanischen Ehefrau. Aus der Ehe stammen zwei Töchter. Heute betreibt er eine Versicherungsagentur in München.

Jürgen Hingsen engagierte sich als Botschafter für die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 der Menschen mit Behinderung in Deutschland.

Sportliche Bestleistungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Zehnkampf: 8832 Punkte, aufgestellt am 9. Juni 1984 in Mannheim, deutscher Rekord (Stand: 2014)
  • Siebenkampf: 5859 Punkte

Einzelleistungen

Disziplin Bestwert Wert beim Rekord

am 9. Juni 1984

100 m 10,70 s 10,70 s
Weitsprung 8,04 m 7,76 m
Kugelstoßen 16,57 m 16,42 m
Hochsprung 2,18 m 2,07 m
400 m 47,65 s 48,05 s
110 m Hürden 13,84 s 14,07 s
Diskuswurf 50,82 m 49,36 m
Stabhochsprung 5,10 m 4,90 m
Speerwurf 67,42 m 59,86 m
1500 m 4:12:29 min 4:19:75 min

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1984 spielte er eine Hauptrolle in der Komödie Drei und eine halbe Portion mit Karl Dall, Rolf Milser und Patrick Bach. Im Jahr 1990 hatte er in der RTL-Serie Ein Schloß am Wörthersee eine Nebenrolle. Ab Mai 1989 wirkte er als Moderator des Sportteils im ZDF-Fernsehgarten.[4]

Eine Zehnkampfwertung aus der Summe der persönlichen Bestleistungen ergäbe 9323 Punkte. Nur vier Zehnkämpfer (Dan O’Brien, Mike Smith, Roman Šebrle und Ashton Eaton) erzielten mit ihren Einzelleistungen eine höhere Punktzahl.

Im April 2006 nahm Hingsen am Fernseh-Tanzwettbewerb Let’s Dance des Senders RTL teil. Er belegte zusammen mit seiner Tanzpartnerin den fünften Platz.

Der Schriftsteller Burkhard Spinnen hat Elemente von Hingsens Biographie in seinem Roman Mehrkampf (2007) literarisch verarbeitet.[5]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • zurgams (Herausgeber): Zeitsprünge. 35 Jahre Mehrkampf-Meeting Götzis. Bucher Verlag, Hohenems 2009, ISBN 978-3-902679-23-9

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bundesarchiv: Sportpreise(Silberlorbeer): Verleihungen des Silbernen Lorbeerblattes an die Leichtathleten Patriz Ilg, Willi Wülbeck, Jürgen Hingsen, Siegfried Wentz, Andras Rizzi, Jens Schulte und Guido Kratschmer Signator BArch B 122/29198
  2. http://www.ard.ndr.de/peking2008/geschichte/1988/wasmachteigentlich22.html
  3. Decathlon All Time (Ewige Bestenliste der IAAF). IAAF – iaaf.org. 20. September 2009. Abgerufen am 16. Dezember 2016.
  4. Fernsehgarten des ZDF startet am 4. Juni auf abendblatt.de vom 5. Mai 1989, abgerufen am 16. August 2015
  5. So die Meinung verschiedener Literaturkritiker in: Rezensionen von Mehrkampf. Perlentaucher Medien GmbH – www.perlentaucher.de. 2008. Abgerufen am 16. April 2010.