Jürgen Laarmann

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Jürgen Laarmann (* 21. September 1967[1][2]) ist ein auch unter seinen Initialen JL bekannter deutscher Publizist und Journalist. Laarmann wurde vor allem als Herausgeber der Zeitschrift Frontpage und als Begründer des Schlagwortes der „Raving Society“ bekannt.

Lebenslauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Laarmann gab ab Mai 1989 gemeinsam mit Stefan Weil die Frontpage heraus. Das Magazin war zunächst zur Technoclub-Veranstaltungsreihe in der Frankfurter Flughafendiskothek Dorian Gray konzipiert und entwickelte sich zu einer der wichtigsten Szene-Zeitschriften für den Bereich der elektronischen Musik, Partys und Techno-Lebensstil. In der Zeitschrift verkündete Laarmann ab 1994 die von ihm so bezeichnete „Raving Society“ als ein auf der Technokultur basierendes Gesellschaftsmodell. Nachdem die Frontpage über viele Jahre frei in Plattenläden verteilt worden war, wollte Jürgen Laarmann sie ab 1997 im Technomedia Verlag als kostenpflichtige Musikzeitschrift vertreiben. Durch finanzielle Probleme des Verlages wurde die Zeitschrift schließlich nicht mehr gedruckt und von Laarmann nur noch als Online-Version weiterbetrieben. Ehemalige Redaktionsmitglieder wie Sascha Kösch gründeten den inoffiziellen Nachfolger de:Bug, die „Zeitschrift für elektronische Lebensaspekte“, an der Laarmann nicht mehr beteiligt war.[3]

Nach der Einstellung des Projektes arbeitete Laarmann als freier Autor für verschiedene Magazine. So hatte er unter dem Pseudonym Dr. Mitte eine Kolumne bei Spiegel Online und schreibt eine weitere Kolumne im Berliner Stadtmagazin [030] unter dem Pseudonym Berlin Mitte Boy.

Zuvor war Jürgen Laarmann unter anderem an der Mayday beteiligt und Gesellschafter der Loveparade. Bei der Loveparade stieg er jedoch 1997 aus und positionierte sich als Kritiker der Veranstaltung.[4] Mit DJ Tanith gründete er Anfang der 1990er Jahre das Label Bash Records, das jedoch bereits nach kurzer Zeit wieder eingestellt wurde.[5]

Im Jahr 2000 textete Laarmann die Partyhymne „Berlin Mitte Boy“ und gründete, u. a. zusammen mit DJ Clé und Mike Vamp (Märtini Brös), die Berlin Mitte Boys, die eine Coverversion des Titels New York City Boy von den Pet Shop Boys veröffentlichten und im selben Jahr als Mitte Parade einen Umzug durch Berlin Mitte veranstalteten. Außerdem wurde im Jahr 2000 Laarmanns Theaterstück „Canossa Club“[6][7] am Staatstheater Kassel im Rahmen der Veranstaltungsserie „Rave.Ecstasy.Pop!“ aufgeführt.

2003 wollte Laarmann in Berlin zunächst eine Partyreihe im Berliner Sage Club[8] und kurz darauf eine „kulinarische Veranstaltungsreihe“[9] etablieren. Beide Projekte wurden jedoch nach kurzer Zeit wieder eingestellt. 2007 „entdeckte“ Laarmann die Electropunk-Band The toten Crackhuren im Kofferraum[10] und startete die Party-Reihe „Too Hot Club“.[11]

2008 trat er im Dokumentarfilm We Call It Techno! auf, 2012 spielte er sich selbst im Kinofilm Fraktus[12]. Vor und nach dem Unglück bei der Loveparade 2010 interviewte er seinen Weggefährten WestBam.[13]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Geburtstagskind des Tages: Jürgen Laarmann bei Faze Magazin, abgerufen am 6. November 2012
  2. Jürgen Laarmann bei Mittwoch Talk, 1994
  3. Frontpage: 1989-1997. Die Asche, aus der die De:Bug stieg bei de-bug.de, abgerufen am 18. August 2010
  4. Jürgen Laarmann: „Die Wut auf Berlin ist verständlich“ FAZ vom 20. Juli 2001
  5. Interview: T-Mag vs. Tanith ‘97 bei tanith.org, abgerufen am 18. August 2010
  6. Party, backstage. In: ZEIT ONLINE. (zeit.de [abgerufen am 22. Mai 2018]).
  7. Wer schmeißt denn da mit Koks? In: Der Tagesspiegel Online. 26. März 2000, ISSN 1865-2263 (tagesspiegel.de [abgerufen am 22. Mai 2018]).
  8. Mitte Boy wieder da bei tagesspiegel.de, abgerufen am 18. August 2010
  9. Iss Gutes und rede darüber. „Newtaste“ – eine neue kulinarische Veranstaltungsreihe bei tagesspiegel.de, abgerufen am 18. August 2010
  10. Die Welt ist noch nicht bereit für sie bei taz.de, abgerufen am 18. August 2010
  11. Mitte-Boy im heißen Club bei berlinonline.de, abgerufen am 18. August 2010
  12. Wem gehört der Techno? In: jungle.world. (jungle.world [abgerufen am 22. Mai 2018]).
  13. Westbam-Interview mit Jürgen Laarmann (PDF; 102 kB), abgerufen am 18. August 2010