Jürgen Liminski

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Jürgen Liminski, 2018
Jürgen Liminski (r.) im Interview mit Hans Klein, 1990

Jürgen Klaus Liminski (* 1. April 1950 in Memmingen; † 11. Juni 2021 in Bonn)[1] war ein deutscher Journalist, Publizist und Buchautor.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jürgen Liminski studierte Journalismus und Informationswissenschaften an der katholischen Universität von Navarra in Pamplona/Spanien sowie Geschichte und Politische Wissenschaften in Freiburg im Breisgau und Straßburg. Anschließend war er als Redakteur bei den Dernières Nouvelles d’Alsace in Straßburg, als Ressortleiter Außenpolitik bei der Wochenzeitung Rheinischer Merkur und in der gleichen Funktion bei der Welt tätig.

Liminski arbeitete bis zum Renteneintritt am 1. August 2015 als Redakteur und Moderator aktueller politischer Sendungen (z. B. Informationen am Morgen) beim Deutschlandfunk. Er war ständiger Mitarbeiter mehrerer Zeitungen, unter anderem der Katholischen Sonntagszeitung für Deutschland, der rechtskatholischen Wochenzeitung Die Tagespost, der Preußischen Allgemeinen Zeitung, des Westfalen-Blatts, des Flensburger Tageblatts und der in Magdeburg erscheinenden Volksstimme. Liminski schrieb mitunter auch Kommentare für die in Berlin herausgegebene neurechte Wochenzeitung Junge Freiheit, die Südtiroler Tageszeitung Dolomiten und den Autoren-Gemeinschaftblog Freie Welt aus dem Umfeld von Beatrix von Storch. Schwerpunkt seiner Berichte und Analysen waren die Lage im Nahen Osten,[2] das politische Geschehen in Frankreich[3] sowie aktuelle Fragen der Wirtschafts- und Gesellschaftspolitik in Deutschland.[4] Liminski hielt gelegentlich Vorträge bei Burschenschaften, etwa der Burschenschaft Danubia München[5] und der Alten Breslauer Burschenschaft der Raczeks zu Bonn[6].

Liminski war verheiratet, hatte gemeinsam mit seiner Ehefrau Martine, geborene Le Noxaic (* 1951), zehn Kinder und lebte in Sankt Augustin-Hangelar.[7] Eines seiner Kinder ist Nathanael Liminski, Leiter der NRW-Staatskanzlei und Mitbegründer des Netzwerks „Generation Benedikt“, seit August 2013 umbenannt in „Initiative Pontifex“.[8] Jürgen Liminski war Mitglied der katholischen Laienorganisation Opus Dei[9][10] und Vorsitzender des Landesverbandes Nordrhein-Westfalen der Paneuropa-Union.[1]

Wirken und politische Positionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Liminski engagierte sich auf dem Gebiet der Familienpolitik und hat zu diesem Thema mehrere Bücher verfasst, u. a. unterstützte er das Familiennetzwerk, einen familienpolitischen, christlich-konservativen Interessenverband, der sich vornehmlich gegen staatliche Kinderbetreuung engagiert.[11] Weiterhin war er seit Ende 2005 Geschäftsführer des im selben Jahr gegründeten Instituts für Demographie, Allgemeinwohl und Familie e. V.,[12] das gemeinsam mit der Offensive Junger Christen im Rahmen des „Aktionsbündnisses Familie“ zusammenarbeitet.[13] Er warf sowohl der großen als auch der rot-grünen Koalition „Verrat an den Familien“ vor, der z. B. durch das Elterngeld der „Keimzelle des Volkes schleichend die Lebensgrundlage“ entziehe.[14] Stief- und Patchworkfamilien trügen, so schrieb Liminski, dazu bei, dass „Jugendliche nach einer Trennung ihrer Eltern eher dazu neigen, sich einer Bande anzuschließen. Zur Integration in eine solche ‚Ersatzfamilie‘ gehörten häufig Drogenkonsum und Straftaten.“ Diese Jugendlichen seien häufiger in „Gruppenschlägereien“ verwickelt.[15]

1994 erhielt Liminski den Preis der Stiftung Ja zum Leben.[16]

Er verteidigte vehement die Haltung Papst Pius’ XII. zur Verfolgung und Vernichtung der Juden im Nationalsozialismus gegen Rolf Hochhuths Kritik im Stück Der Stellvertreter, das er als „Hetze“ bezeichnete.[17]

2008 hielt er die Laudatio auf Ellen Kositza, als ihr für das Buch Gender ohne Ende der Gerhard-Löwenthal-Preis verliehen wurde.[18]

Liminski übersetzte den Abschiedsbrief des rechtsintellektuellen Schriftstellers Dominique Venner auf der Webseite der Jungen Freiheit.[19]

Im Januar 2014 kritisierte die Chefredakteurin des Deutschlandfunks Birgit Wentzien Liminskis affirmative Gesprächsführung in einem Interview mit Tobias Teuscher, der den Grünen im Europaparlament unterstellte, bewusst pädophile Umtriebe zu fördern. Teuscher behauptete zudem, eine Mehrheit von Linken, Grünen und Liberalen arbeite daran, Homosexualität als „Leitkultur“ in der Europäischen Union festzuschreiben, und Liminski habe diese Haltung unzureichend hinterfragt.[20]

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Abenteuer Familie – Erziehung mit Liebe ist immer ein Erfolg. Sankt Ulrich Verlag, Augsburg 2002, mit Martine Liminski, ISBN 3-92924678-3.
  • Die verratene Familie. Politik ohne Zukunft. Sankt Ulrich Verlag, Augsburg 2007, ISBN 3-86744025-5.
  • Wächter der Solidarität. Die Rückkehr des verlorenen Vaters. In: Anneliese Kitzmüller (Hrsg.): Wir sind Familie! Der freiheitliche Weg zur familienfreundlichsten Gesellschaft. Verein zur Förderung der Medienvielfalt, Wien 2011, ISBN 978-3-9502849-4-2, S. 113–126.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Jürgen Liminski – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Jürgen Liminski verstorben. In: die-tagespost.de. 11. Juni 2021, abgerufen am 12. Juni 2021.
  2. Jürgen Liminski: „Wir fühlen uns von der zivilisierten Welt verlassen“: Ignatius Ephrem im Gespräch. In: Deutschlandfunk. 22. August 2012, abgerufen am 12. Juni 2021.
  3. Jürgen Liminski: Sarkozys Signal. (pdf; 37 kB) In: liminski.de. 26. August 2016, abgerufen am 12. Juni 2021.
  4. Jürgen Liminski: „Wir werden im Moment noch etwas verschont“: Ifo-Präsident Sinn: Vorerst keine Probleme für Deutschland wegen US-Finanzkrise. In: Deutschlandfunk. 18. März 2008, abgerufen am 12. Juni 2021 (Interview mit Hans-Werner Sinn).
  5. Referentenliste. In: danubia.de. Abgerufen am 12. Juni 2021.
  6. Referenten. In: raczeks.de. 24. Juni 2010, abgerufen am 12. Juni 2021.
  7. Michael Lehnberg: Ein Abenteuer Familie mit zehn Kindern. In: general-anzeiger-bonn.de. 7. April 2004, archiviert vom Original am 16. November 2017; abgerufen am 12. Juni 2021.
  8. Thomas Reisener: Nathanael Liminski im Porträt: Nathanael Liminski im Porträt. In: RP Online. 4. September 2018, abgerufen am 8. September 2018.
  9. Interview mit Liminski im WDR 5 am 21. April 2005.
  10. Guido Horst: Nachruf: Ein Kraftwerk ging vom Netz. In: Die Tagespost. 19. Juni 2021, abgerufen am 19. Juli 2021: „Nicht zu vergessen die geistliche Gemeinschaft, bei der er eine religiöse Familie gefunden hatte: das Opus Dei.“
  11. Familie unter Druck: Warum wir eine neue Wertschätzung der Familie brauchen. Symposium 9. Mai 2009 Alte Oper Erfurt. (pdf; 1,2 MB) In: familie-ist-zukunft.de. 27. März 2009, archiviert vom Original am 19. April 2009; abgerufen am 13. Juni 2021.
  12. Impressum. Institut für Demographie, Allgemeinwohl und Familie e. V., 14. November 2012, abgerufen am 13. Juni 2021.
  13. Über uns. In: aktionsbuendnis-familie.de. Archiviert vom Original am 18. Februar 2010; abgerufen am 13. Juni 2021.
  14. Jürgen Liminski: Verrat an der Familie: Die Politik entzieht der Keimzelle des Volkes schleichend die Lebensgrundlage. In: Junge Freiheit. 23/2008, 3. Mai 2008, archiviert vom Original am 14. Juli 2014; abgerufen am 13. Juni 2021.
  15. Kinder aus Stief- und Patchworkfamilien werden häufiger kriminell: Kinder aus Stief- und Patchworkfamilien werden häufiger kriminell. In: kath.net. 23. September 2009, abgerufen am 13. Juni 2021.
  16. Stiftungspreis. In: ja-zum-leben.de. Archiviert vom Original am 6. März 2016; abgerufen am 13. Juni 2021.
  17. Jürgen Liminski: Mythos Objektivität: Vom Umgang der Journalisten mit der Wahrheit. In: Die Neue Ordnung. 67. Jg., Nr. 2/2013, April 2013, archiviert vom Original am 14. Juli 2014; abgerufen am 13. Juni 2021 (wiedergegeben auf Gemeindenetzwerk.org).
  18. Jürgen Liminski: Zu dem Kommentar von Frau Raap nehme ich wie folgt Stellung. In: FaireMedien. 30. September 2015, abgerufen am 18. Oktober 2015.
  19. Ambros Waibel: Homophobe Zeitungsbeilage in Bayern: Die Liminski-Connection. In: taz.de. 20. Juli 2015, abgerufen am 13. Juni 2021.
  20. Stefan Niggemeier: „Seiner Aufgabe nicht gerecht geworden“: Deutschlandfunk rügt Moderator. In: stefan-niggemeier.de. 14. Januar 2014, abgerufen am 13. Juni 2021.