Jürgen Pahl

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Jürgen Pahl (* 17. März 1956 in Teuchern) ist ein ehemaliger deutscher Fußballtorwart. Er ist elffacher DDR-Junioren- und Nachwuchsnationalspieler und gewann mit Eintracht Frankfurt den UEFA-Pokal und den DFB-Pokal.

Sportliche Laufbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pahl begann seine Laufbahn bei der Betriebssportgemeinschaft (BSG) Traktor Teuchern. Als Junioren-Nationalspieler wurde er 1973 zum Fußballschwerpunkt der Region, dem Halleschen FC Chemie (HFC) delegiert. Nach Einsätzen in der Juniorenmannschaft des HFC und dessen zweiter Mannschaft stand der 17-jährige Pahl am 23. November 1974 in der Begegnung Vorwärts Frankfurt/O. – HFC zum ersten Mal im Tor der Hallenser DDR-Oberliga-Mannschaft. In der Folgezeit blieb der 1,85 m große Pahl im Schatten des Stammtorwarts Helmut Brade und kam nur sporadisch in der Oberligamannschaft zum Einsatz.

Nachdem Pahl bis 1974 vier Junioren-Länderspiele bestritten hatte, kam er im Mai 1975 zu seinem ersten Länderspiel-Einsatz in der DDR-Nachwuchsnationalmannschaft. Sein siebtes Nachwuchsländerspiel, die Europameisterschaftsbegegnung Türkei – DDR am 16. November 1976 nutzte er zusammen mit seinem Hallenser Mannschaftskameraden Norbert Nachtweih zur Flucht in die Bundesrepublik. Bis dahin hatte er in der DDR-Oberliga 19 Punktspiele absolviert. Beide schlossen sich dem Bundesligisten Eintracht Frankfurt an. Nach der damals obligatorischen 16-monatigen Sperre, die die FIFA für geflüchtete Spieler des Ostblocks verhängte, bestritt Pahl am 13. Januar 1979 bei der Begegnung Eintracht Frankfurt – Schalke 04 (3:1) sein erstes Bundesligaspiel. Er blieb bis 1987 bei der Eintracht unter Vertrag und kam in dieser Zeit in 152 Bundesligaspielen zum Einsatz. 1980 gewann er mit Frankfurt den UEFA-Pokal und 1981 den DFB-Pokal. Seine fußballerische Karriere beendete Pahl beim türkischen Klub Rizespor, wo er von 1987 bis 1989 aktiv war.

Bekannt geworden ist Jürgen Pahl auch durch ein Eigentor am 4. Dezember 1982 (16. Spieltag), bei dem er in der dritten Spielminute der Begegnung gegen Werder Bremen den Ball selbst ins Tor warf. Fernsehbilder vom Missgeschick Pahls gibt es nicht. Zur damaligen Zeit wurden nicht alle Bundesliga-Spiele im Fernsehen gezeigt. Durch zwei weitere Tore von Rudi Völler und Wolfgang Sidka siegte Werder am Ende mit 3:0. Pahl wurde von seinem Trainer Branko Zebec zur Halbzeit ausgewechselt und durch Joachim Jüriens ersetzt.[1]

Nach der Sportlerlaufbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der politischen Wende von 1989 kehrte Pahl in seine Heimatregion zurück und gründete in Weißenfels eine Fensterbaufirma. Diese gab er 1995 wieder auf und ließ sich in Paraguay nieder. Dort betrieb er zunächst ein Lokal, später in Independencia eine Pension und trainierte nebenbei den Verein Deportivo Independencia. Nach seiner Übersiedlung in die Provinz Guairá gründete Pahl eine kleine Fußballakademie.[2] Im Sommer 2010 kehrte Jürgen Pahl aus Paraguay nach Deutschland zurück.[3] Inzwischen lebt er wieder in Villarica/Paraguay.[4]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Harald Pistorius: Jürgen Pahl: Der Torwart, der sich den Ball selbst reinwarf. Westdeutsche Zeitung, 6. August 2009
  2. Volksstimme Magdeburg, Ausgabe vom 9. Februar 2013
  3. Haruka Gruber: Ex-Bundesliga-Star Norbert Nachtweih im Interview: Nachtweih: „Ich wollte in die beste Liga der Welt“. SPOX.com, 4. Oktober 2010.
  4. mz-web.de: Jürgen Pahl Ex-HFC-Torwart lebt jetzt in Paraguay Artikel vom 5. April 2013