Jürgen Sawade

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Jürgen Josef Sawade (* 19. Dezember 1937 in Kassel; † 21. Januar 2015 in Berlin) war ein deutscher Architekt.

Wohnen am Kleistpark, seit 2001 Pallasseum (1977)

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sawade studierte von 1958 bis 1966 an der Technischen Universität Berlin bei Karl Wilhelm Ochs. Er arbeitete in dieser Zeit auf der Baustelle des Corbusierhauses und bei Georg Heinrichs. 1963 bis 1969 war er wissenschaftlicher Assistent von Oswald Mathias Ungers, der vor allem mit seiner Idee, „die Stadt bestehe aus insularen Großkörpern“ Sawades weiteres Schaffen entscheidend prägte.[1]

1970 eröffnete er sein eigenes Architekturbüro in Berlin und hatte wechselnde projektbezogene Partnerschaften. 1976 und 1981/1982 war Sawade Gastdozent in den USA (an der Berkeley-Universität in Kalifornien beziehungsweise an der Cornell-Universität, New York).

Erich Mendelsohns Universum-Kino nach dem Umbau zur Schaubühne (1928, 1978–1981)

Besondere Anerkennung erhielt er für seine Wohnbauten an der Lewishamstraße und den Umbau des Gebäudes der Schaubühne am Lehniner Platz in Berlin. Das nach seinen Plänen errichtete Projekt Wohnen am Kleistpark von 1977, seit 2001 Pallasseum, gehört zu den ungewöhnlichsten Wohnanlagen Berlins, weil hier ein alter Hochbunker in die Planung mit einbezogen wurde. Das Hotel Esplanade von 1988, das er als „unverwechselbaren großstädtischen Ort“ für eine zeitgenössische Stadtgesellschaft konzipierte, galt, ausgestattet mit ortsspezifischen Werken namhafter Künstler der Gruppe ZERO, Heinz Mack, Otto Piene, Günther Uecker sowie Arbeiten der Neuen Wilden, als Gesamtkunstwerk.[2] Im Jahr 1991 erhielt Jürgen Sawade einen Ruf an die Universität Dortmund auf die Professur Entwerfen und Industriebau. 2004 wurde Sawade zum Honorarprofessor am Fachbereich Architektur und Städtebau der Fachhochschule Potsdam ernannt. Hier gelang es ihm, den Studenten außer dem direkten Entwerfen von Bauwerken auch das Gesamtverständnis des Architekturschaffens beizubringen, das „mehr als Fassadenhuberei“ sei und auch die kulturelle Verantwortung zu sehen.[1] Im Frühjahr 2002 berief ihn die Akademie der Künste in Berlin, der er bis zu seinem Tod 2015 angehörte, zum Mitglied.

Bauten in Berlin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wohnen am Karlsbad, Berlin-Tiergarten (1987)
Wohn- und Bürohaus am Kaiserdamm in Berlin (1991)
Grand Hotel Esplanade von Südwesten her über den Lützowplatz gesehen (1988)

Auszeichnungen und Preise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Jürgen Sawade – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e Nikolaus Bernau: Von Schaubühne bis Sozialpalast. In: Berliner Zeitung, 28. Januar 2015., S. 22.
  2. Stephan Becker: Oase im Dreieck im Block: Berliner Grand Hotel Esplanade wird 25, Baunetz am 29. Mai 2013.