Jürgen Ziebell

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Jürgen Ziebell (* 3. Juli 1906 in Berlin) war ein Ministerialbeamter in Bayern.[1]

Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ziebell studierte Rechtswissenschaft, wurde Volljurist, Mitglied der SPD und übte den Beruf des Rechtsanwaltes aus.

  • 1933 wurde er an der Universität Marburg zum Doktor der Rechte promoviert. Anschließend war er Gerichtsassessor und Rechtsberater der Deutschen Arbeitsfront.
  • 1936 erhielt er die Zulassung als Rechtsanwalt beim Kammergericht Berlin.
  • 1940 wurde er in ein ehrengerichtliches Verfahren gegen ihn angestrengt und er schied aus der Anwaltschaft aus.
  • 1946 wurde er Ministerialdirektor, leitete die Rechtsabteilung des Staatsministeriums für Sonderaufgaben in München und wurde maßgeblicher juristischer Berater des Staatsministers für Politische Befreiung sowie unter Heinrich Schmitt der Verbindungsmann zur bayerischen Militärregierung und häufiger Vertreter Bayerns im Entnazifizierungsausschuss des Länderrats.[2]:40

Er schlug ein Junktim mit Blitzentnazifizerung des Ochsensepps vor, wurde im Dezember 1946 von seinem Amt suspendiert[1] und am 14. Januar 1956 zu einer Freiheitsstrafe von 15 Monaten verurteilt.[3]

Am 22. Juli 1963 verurteilte der Bundesgerichtshof Heinz Felfe zu 14 Jahren Haft. Ende Juli 1964 verurteilte das Landgericht Karlsruhe Ziebell zu einer Zuchthausstrafe von fünfeinhalb Jahren u. a. wegen Betrug und betrügerischem Bankrott. Während der Untersuchungshaft traf Ziebell Heinz Felfe in der Justizvollzugsanstalt Karlsruhe. Über Ziebell setzte Felfe den KGB auf seinen Verteiler für einen Lesezirkel. Ein gemeinsamer Fluchtversuch scheiterte. Danach verliert sich Ziebells Spur. Felfe kam am 14. Februar 1969 in den Genuss eines Agentenaustausch in Herleshausen.[4]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b CSU 1945-48
  2. Chronik des Bayerischen Landtags (.pdf)
  3. Lutz Niethammer, Die Mitläuferfabrik: die Entnazifizierung am Beispiel Bayerns, 1972 S. 383 f, ; Untersuchungsausschuss Sonderministerium, Plöhn, S. 192–195 sowie Nachlass Hoegner.[1][2], Karl-Ulrich Gelberg, Das Kabinett Ehard I: 21. Dezember 1946 bis 20. September 1947, 2000 , [3], Munzinger-Archiv,[4]
  4. Der Spiegel, FELFE, Wasser und Alaun 05.06.1963, [5]