J. Ring-Andersen Skibsværft

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Die Seute Deern (ex-Havet; Stapellauf 1939)
Die französische Bel Espoir II (ex-Nette S, Stapellauf 1944)
Modell der Lilla Dan (Stapellauf der echten Lilla Dan 1951)

Die J. Ring-Andersen Skibsværft, kurz oft Ring-Andersen, auf der Insel Frederiksø in Svendborg, besteht seit 1867 und gilt als eine der ältesten und auch als bekannteste dänische Holzschiffswerft.

Nach eigenen Angaben führt sie Renovierungen alter Holzschiffe (Holz und Stahl), Reparaturen und auch Neubauten durch;[1] in den letzten Jahren wurde aber kein Schiff neugebaut (Stand 2016). Die Werft verfügt nach eigenen Angaben über 2 Hellinge von 150 bzw. 350 Tonnen und ein Schwimmdock für 1000 Tonnen (Stand 2015).[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Werft wurde am 15. März 1867 vom bekannten Schiffbauer Jørgen Ring Andersen als Holzschiffswerft in Svendborg gegründet. Nachdem auf der Ursprungswerft einige Erfahrungen im Eisenschiffbau gemacht worden waren, gründete man 1907 zusätzlich die Ring Andersens Staalskibsværft, um dort ausschließlich Stahlschiffbau zu betreiben.

Nach dem Tod des Werftgründers im Jahr 1901 gelangte die Werft in die Hände seines Sohnes Johannes Ring-Andersen. Weitere Inhaber waren ab 1964 Jørgen Ring-Andersen und Peter Ring-Andersen ab 1987.

Seit der Zeit ihres Bestehens entstanden zahlreiche verschiedene Schiffstypen auf der über Jahrzehnte erfolgreichen Werft. Der Schwerpunkt lag dabei immer auf traditionell gebauten hölzernen Segelschiffen. In den Jahren 1867 bis 1976 entstanden 198 Schiffe auf der Werft. Daneben wird bis heute eine Schiffsreparaturabteilung mit einem Schwimmdock bis zu 1000 Tonnen Tragfähigkeit betrieben.

Das Unternehmen machte sich einen Namen mit dem Bau einer Reihe bekannter Segelschiffe. So war der Schoner Olga, auf dem ab 1935 – nun unter dem Namen Hanseat – Freizeitfahrten der NS-Organisation Kraft durch Freude durchgeführt wurden, 1899 von Ring Andersen gebaut worden. 1924 lief die heute noch unter dänischer Flagge segelnde Helge vom Stapel. In Deutschland dürfte heute der Ring-Andersen-Bau Seute Deern (ex-Havet), der als letztes Schulschiff der deutschen Handelsmarine diente und noch heute für Clipper segelt, am bekanntesten sein. Spätere, noch erhaltene Schiffe sind die heute französische Bel Espoir II (ex-Nette S, urspr. Dreimastschoner, heute Dreimasttoppsegelschoner, 1944), die dänische Carene Star (Dreimasttoppsegelschoner, 1945), die dänische Lilla Dan (Zweimasttoppsegelschoner, 1951) oder die Activ (ex-Mona, Dreimasttoppsegelschoner, 1951) aus London. Darüber hinaus werden viele Schiffe auf der Werft umfangreich restauriert, wie zum Beispiel 1975 die Fulvia af Anholt,[2] oder suchen sie regelmäßig im Winter zu Instandhaltungsarbeiten auf, so etwa die Dreimastschoner Amphitrite oder Albatros.

Belege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Anzeige der Werft, u.a. in der Gratisbroschüre „Maritime Erlebnisse 2016. Kurs auf Fünens Küsten.“ (Auflage: 45.000; Redaktionsschluss 6.2.2015) des Maritimt Center Danmark /SvendborgEvent, www.maritimecenter.dk
  2. Expose der Fulvia af Anhalt auf www.fulvia-af-anholt.de (PDF; 70 kB), abgerufen 11. Oktober 2015

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Koordinaten: 55° 3′ 35,3″ N, 10° 37′ 4,8″ O