Jaafar Abdul Karim

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Jaafar Abdul Karim (* 1981 in Monrovia, Liberia) ist ein deutscher Journalist und TV-Moderator. Er lebt in Berlin.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Abdul Karims Eltern stammen aus dem Libanon. Er wuchs im Libanon und in der Schweiz auf und zog 2001 nach Deutschland. Er studierte Medieninformatik an der TU Dresden und am Institut National des Sciences Appliquées in Lyon und absolvierte einen Regiekurs an der London Film Academy.

Tätigkeit als Journalist[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Abdul Karim war als Redakteur und Videojournalist für die Talkshow Jugend ohne Grenzen bei der Deutschen Welle tätig, für die er zwischen Kairo und Berlin pendelte und an beiden Standorten aktuelle Reportagen für die Sendung produzierte.[1] Er ist seit 2011 Moderator der Talkshow Shabab Talk im arabischen Programm der Deutschen Welle. Die Sendung erreicht weltweit über 8,5 Millionen Zuschauer.[2] Im September 2015 erweiterte er seine Tätigkeit im Fernsehen mit verschiedenen Online-Projekten, darunter eine dreisprachige Kolumne für Zeit Online (Jaafar, shu fi?), sowie seit Oktober 2015 Jaafars Videoblog bei Spiegel Online.

Am 19. Oktober 2015 reiste Abdul Karim nach Dresden, um über die dort stattfindende Demonstrationen der islamkritischen Pegida-Bewegung zu berichten. Während des Versuchs, Meinungen der Demonstranten einzusammeln, wurde Abdul Karim zunächst angeschrien und später im Nacken geschlagen. Die Polizei hat den Täter nicht ermitteln können.[3]

Seit Juni 2016 moderiert Abdul Karim zudem das Kulturmagazin Stilbruch im RBB, für das er im September 2016 bei der Reportage Geflüchtet und Angekommen? das Leben Syrischer Flüchtlinge, die in Berlin als Künstler tätig sind, begleitete. Im Dezember 2016 erschien erstmals auf ZDFneo die zweiteilige Dokumentation Wie sexistisch sind wir?, in der Abdul Karim zusammen mit Dunja Hayali die Formen und Ursprünge des Sexismus thematisiert. Die Dokumentation wurde in der Zeit nach den Vorfällen der Silvesternacht in Köln produziert. Im Zuge der Flüchtlingskrise wurde Abdul Karims Arbeit als zweisprachiger Journalist besonders hervorgehoben. Dabei wird er oft als Vermittler zwischen Akteuren in Politik und Gesellschaft und den Flüchtlingen selbst beschrieben. Er ist häufig Gast bei Talksendungen und Magazinen zu Themen rund um die Arabische Welt (u.a. Günther Jauch, Phoenix Runde, Volle Kanne und Stern TV). Am 14. Oktober 2016 moderierte Abdul Karim das Expertengespräch des damaligen Bundespräsidenten Joachim Gauck zum Thema Integration und Radikalisierungsprävention. Abdul Karims journalistischer Ansatz zeichnet sich dadurch aus, dass er bei einem polarisierenden Thema Menschen diskutieren lässt. Diese Herangehensweise wurde u.a. als Begründung für die Auszeichnung als Journalist des Jahres 2016 in der Kategorie „Reporter“ des Magazins Medium genannt.[4]

Ehrungen und Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2012: Top-10-Platzierung bei der Wahl zum Journalisten des Jahres der Fachzeitschrift Medium Magazin.[5]
  • 2016: Journalist des Jahres in der Kategorie „Reporter“, Medium Magazin[6]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Jaafar Abdul Karim moderiert Shababtalk. Deutsche Welle, 8. Oktober 2015
  2. Für ihn gibt es kein Tabuthema bei sueddeutsche.de
  3. Gewalt gegen Journalisten bei tagesspiegel.de
  4. Das sind die Journalisten des Jahres 2016 – Medium Magazin Beta. Abgerufen am 19. Februar 2017.
  5. Die Journalisten des Jahres 2012. Medium Magazin (online), abgerufen am 12. Dezember 2016
  6. Journalisten des Jahres 2016, Liste der Preisträger