Jacinta Marto

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Jacinta, ca. 1917

Jacinta Marto (* 11. März 1910 in Aljustrel, heute Teil von Fátima, (Portugal); † 20. Februar 1920 in Lissabon) ist eine portugiesische Selige, die Zeugin einer Marienerscheinung gewesen sein soll.

Leben[Bearbeiten]

Jacinta (rechts) mit Francisco und Lúcia (links)

Sie war das jüngste Kind von Manuel Marto († 3. Februar 1957) und Olímpia de Jesus († 3. April 1956).

Beim Hüten der Schafe soll ihr 1916 gemeinsam mit ihrem Bruder Francisco Marto und ihrer Cousine Lúcia dos Santos in der Nähe von Fátima (Portugal) dreimal ein Engel erschienen sein. Vom 13. Mai bis 13. Oktober 1917 hatten die drei Kinder Marienerscheinungen am 13ten jedes Monats (mit Ausnahme des Monats August, da die Kinder entführt worden waren) in der Cova da Iria (deutsch: Mulde der Iria) bei Fátima. Nach ihren Aussagen sah und hörte sie die Erscheinung, die Gespräche führte aber Lúcia.

Im Dezember 1918 erkrankte sie an der Spanischen Grippe, die zu einer eitrigen Brustfellentzündung führte. Krankenhausaufenthalte in Vila Nova de Ourém und Lissabon und eine Operation am 10. Februar 1920, bei der ihr zwei Rippen entfernt wurden, brachten keine Heilung. Nach ihren Angaben ist ihr im Spital wieder mehrmals Maria erschienen.

Am 20. Februar 1920 verstarb Jacinta. Da das Kind einer ansteckenden eiterigen Krankheit erlegen war, wurde der Leib mit einer dicken Kalkschicht bedeckt. Die Beisetzung in einer Gruft und die Verwendung von Kalk hatten einen verzögerten Verwesungprozess zur Folge. Jacintas Bruder Francisco, der bereits im Jahr 1919 an der Spanischen Grippe starb, wurde im Unterschied zu ihr in einem normalen Erdgrab beigesetzt; darum hat sich auch sein Leichnam in kurzer Zeit zersetzt.

Seit dem 1. Mai 1951 ist sie in der Basilika von Fátima bestattet.

Anlässlich der Wallfahrt von Papst Johannes Paul II. in Fátima wurde sie am 13. Mai 2000 gemeinsam mit ihrem Bruder Francisco seliggesprochen. Ihr Gedenktag in der Liturgie ist der 20. Februar.

Literatur[Bearbeiten]

  • J. de Marchi: Fatima von Anfang an. Fatima/Portugal in div. Übersetzungen und Auflagen.
  • L. Gonzaga da Fonseca: Maria spricht zur Welt. 15. Auflage. Tyrolia, Innsbruck-Wien-München 1963
  • Gregor Kauling: Visionen und die Frage ihrer Echtheit. Fatima - Medjugorje - Marpingen. Oros, Altenberge 2001, ISBN 3-89375-200-5
  • Visconde de Montelo: As grandes maravilhas de Fátima. Lisboa 1927 (portugiesisch)
  • Georg Scharf: Fatima aktuell. Botschaft und Boten. Schmitz, Münster 1984, ISBN 3-922054-04-8
  • Manuel Fernando Silva: Pastorinhos de Fátima. Lissabon, Paulinen 2003 (469 S.)

Weblinks[Bearbeiten]