Jackie Coogan

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Jackie Coogan
Jackie Coogan in Berlin. Rechts von ihm steht seine Mutter Lillian Rita Coogan (geborene Dolliver) und links sein Vater John Henry Coogan, Jr.; Aufnahme aus dem Jahr 1928

Jackie Coogan (* 26. Oktober 1914 als John Leslie Cooper in Los Angeles; † 1. März 1984 in Santa Monica) war ein US-amerikanischer Schauspieler. Durch seinen Auftritt neben Charlie Chaplin in The Kid wurde er zu einem der ersten Kinderstars der Filmgeschichte.

Leben[Bearbeiten]

Jackie Coogan wurde als Sohn des Schauspielers John Henry Coogan Jr. geboren und hatte bereits als Kleinkind erste Bühnenauftritte in Vaudeville-Shows. Der erste Film, in dem Jackie Coogan mit noch nicht einmal drei Jahren spielte, war eine kleine Rolle in Skinner's Baby aus dem Jahre 1917. Wenig später wurde der tanzende Coogan von Filmstar Charlie Chaplin im Orpheum Theatre in Los Angeles entdeckt. 1921 drehte Chaplin dann mit ihm den Film, der ihn weltberühmt machte, The Kid. Jackie Coogan avanchierte mit diesem internationalen Filmerfolg zu einem der ersten großen Kinderstars der Kinogeschichte. Vor allem die Stummfilme aus seiner Kinderzeit sind bis heute legendär. Es folgten Filme wie Oliver Twist (1922), Little Robinson Crusoe (1924) und Old Clothes (1925). In den Jahren 1930/31 spielte er noch den Tom Sawyer in den ersten beiden Tonfilmen von Mark Twains Klassikern Tom Sawyer sowie Huckleberry Finn. Im Jahre 1931 war die Karriere als Kinderstar für den mittlerweile 17-jährigen Coogan beendet.

Während seiner Zeit als Kinderstar verdiente Jackie Coogan insgesamt rund 4 Millionen Dollar. Das Geld war für Jackie in einem Fonds angelegt worden. Seine Eltern lebten in Trennung und Jackie bei seinem Vater. Seine Mutter war eine Beziehung mit Jackies ehemaligem Manager Arthur L. Bernstein eingegangen. Das Geld wurde von seinem Vater verwaltet, und Jackie sollte sein Vermögen mit Erreichen der Volljährigkeit erhalten. Fünf Monate vor Jackies Volljährigkeit verunglückte sein Vater jedoch tödlich mit seinem Auto. Neben Coogans Vater verunglückten auch sein guter Freund Junior Durkin sowie der Produzent Robert J. Horner. Coogan saß ebenfalls im Auto und war der einzige Überlebende der vier Fahrzeugpassagiere. Das Erbe ging an Jackies Mutter, da die Ehe noch nicht rechtmäßig geschieden worden war. Als Jackie auch Monate später sein Geld nicht erhielt, verklagte er daraufhin seine Mutter und seinen Stiefvater. Der Prozess endete nach über einem Jahr mit einem Vergleich. Von dem Vermögen war zu diesem Zeitpunkt jedoch bereits nicht mehr viel übrig geblieben.

Als Konsequenz aus diesem Prozess entstand das so genannte Coogan-Gesetz, das von da an das Einkommen von Minderjährigen schützen sollte. Das Einkommen des Kindes bleibt dabei Eigentum des Kindes. 15 Prozent des Brutto-Einkommens, resultierend aus der beruflichen Tätigkeit in Sport oder Unterhaltung, werden einem Treuhandkonto zugunsten des Minderjährigen gutgeschrieben und bis zu seiner Volljährigkeit verwaltet.[1]

Nach einem Einsatz im Zweiten Weltkrieg arbeitete Coogan erneut als Schauspieler, meist im Fernsehen wie in einer der Hauptrollen der Westernserie Cowboy G-Men. Jedoch hatte er insgesamt zunächst nur mittelmäßigen Erfolg. Erst in den 1960er Jahren wurde er durch seine Rolle als exzentrischer Onkel Fester in der erfolgreichen Fernsehserie The Addams Family wiederentdeckt. Anschließend übernahm er bis zu seinem Tod zahlreiche Charakterrollen in Film und Fernsehen. Jackie Coogan verstarb 1984 im Alter von 69 Jahren an einem Herzinfarkt und wurde auf dem Friedhof „Holy Cross Cemetery“ in Culver City begraben. Seine ersten drei Ehen mit Betty Grable zwischen 1937 und 1939, Flower Parry zwischen 1941 und 1943 sowie Ann McCormack zwischen 1946 und 1951 wurden alle geschieden. Seine letzte, im Jahre 1952 geschlossene Ehe mit Dorothea Lamphere hielt schließlich bis zu seinem Tod. Coogans Enkel Keith Coogan arbeitete ebenfalls als Kinderschauspieler.

Zu seinen Ehren wurde ein Stern auf dem Walk of Fame gestiftet.

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten]

  • 1917: Skinner's Baby
  • 1919: Vergnügte Stunden (A Day’s Pleasure)
  • 1921: The Kid
  • 1922: Oliver Twist
  • 1923: Circus Days
  • 1923: Der kleine Bettelmusikant (Daddy)
  • 1924: Jackie, der kleine Robinson (Little Robinson Crusoe)
  • 1925: Der Lumpensammler (The Rag Man)
  • 1925: Old Clothes
  • 1927: Johnny Get Your Hair Cut
  • 1930: Tom Sawyer
  • 1931: Huckleberry Finn
  • 1935: Home on the Range
  • 1939: Million Dollar Legs
  • 1939: Sky Patrol
  • 1947: Kilroy was here
  • 1952–1953: Cowboy G-Men (Fernsehserie)
  • 1952: Tolle Texasgirls (Outlaw Woman)
  • 1953: Theaterfieber (The Actress)
  • 1957: The Buster Keaton Story
  • 1957: Schicksalsmelodie (The Joker Is Wild)
  • 1957–1970: The Red Skelton Show (Fernsehserie, 22 Folgen)
  • 1958: Das Leben ist Lüge (Lonelyhearts)
  • 1958: Lola, der blonde Teufel (No Place to Land)
  • 1959: Erinnerung einer Nacht (Night of the Quarter Moon)
  • 1959: Die Haltlosen (The Beat Generation)
  • 1960: Sex Kittens Go to College
  • 1964–1966: The Addams Family (Fernsehserie)
  • 1966: Simson ist nicht zu schlagen (A Fine Madness)
  • 1969: Der Dritte im Hinterhalt (Marlowe)
  • 1973: Geier kennen kein Erbarmen (Cahill U.S. Marshal)
  • 1974: Das Phantom von Hollywood (The Phantom of Hollywood)
  • 1975: The Manchu Eagle Murder Caper Mystery
  • 1976: Sherlock Holmes in New York (Sherlock Holmes in New York)
  • 1982: Der große Zauber (The Escape Artist)
  • 1984: The Prey

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Jackie Coogan – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Quellen[Bearbeiten]

  1. David Robinson: Chaplin. Sein Leben, seine Kunst. Diogenes, Zürich 1993, ISBN 3-257-22571-7. S. 316