Jackie Wilson

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Dieser Artikel behandelt den Musiker Jackie Wilson. Für den gleichnamigen Boxer siehe Jackie Wilson (Boxer).

Jackie Wilson (* 9. Juni 1934 in Detroit; † 21. Januar 1984 in Mount Holly, New Jersey) war ein US-amerikanischer Rhythm and Blues- und Soul-Sänger der 1950er und 1960er Jahre.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits in jungen Jahren erhielt er eine hohe Auszeichnung für Amateurboxer und zuerst wollte er diese Karriere fortsetzen, doch seine Mutter überzeugte ihn von seinem Gesangstalent und stimmte ihn schließlich um. Nach einer kurzen Zeit bei den „Ready Gospel Singers“ schloss er sich den „Thrillers“ an, wo er auch Hank Ballard kennenlernte. Als Wilson 1951 an einem Talentwettbewerb teilnahm, wurde Johnny Otis auf ihn aufmerksam. In der Folge davon nahm er unter der Leitung von Billy Ward zwei Lieder als „Sonny Wilson“ für das Label Dee Gee Records auf und ersetzte 1953 sein Vorbild Clyde McPhatter, der zu den Drifters wechselte, bei Billy Ward and the Dominoes. Bei denen blieb er jedoch nicht lange. Stattdessen unterschrieb er 1956 einen Vertrag bei Brunswick Records. In den Folgejahren hatte er einige Hits, die größtenteils Berry Gordy, Jr. geschrieben hatte, der bekannteste von ihnen war das flotte Reet Petite aus dem Jahre 1957. Bei Balladen wie To Be Loved bewies Wilson außerdem Talent als Crooner.

Etwas später lernte Wilson Alan Freed kennen, bei dessen Weihnachts-Rock-’n’-Roll-Konzert er dabei war. Er sang auch den Song You Better Know It in Freeds Film Go Johnny Go. Wilsons Live-Auftritte erinnerten an die James Browns: Er spielte mit seiner Stimme, sang sanft und leise und kreischte dann wieder in eher hohen Tönen. Auf dem Album Doggin’ Around von 1960 ist ein solcher Auftritt zu hören.

Mitte der sechziger Jahre begann seine Karriere zu leiden, die eine kurze Wiederbelebung hatte, als er mit Karl Davis zusammenarbeitete, einem legendären Chicagoer Produzent. Der Zusammenarbeit entsprangen zwei Hits, Whispers und Higher and Higher. Higher and Higher wurde 1999 in die Grammy Hall of Fame aufgenommen.

Am 15. Februar 1961 wurde Wilson in einem Hotel in New York City von Juanita Jones, einer ehemaligen Geliebten, bei einem Eifersuchtsdrama durch eine Kugel schwer verletzt. Als er in Begleitung einer neuen Geliebten, Sam Cookes Ex-Freundin Harlean Harris, vor seinem Hotelzimmer auftauchte, streckten die Schüsse ihn nieder. Die offizielle Version des Managements besagte, dass ein eifersüchtiger Fan damit gedroht hätte, sich zu erschießen und Wilson bei dem Versuch, den vermeintlichen Fan von der Tat abzuhalten, angeschossen wurde. Er musste sechs Wochen im Krankenhaus bleiben. Die Kugel verblieb im Körper, es bestand aber keine Gefahr mehr für sein Leben.

1965 ließ Wilson sich von seiner damaligen Frau scheiden und heiratete Harlean Harris, mit der er zeitlebens zusammenblieb. Bis 1967 brachte er noch zahlreiche Singles in die Charts, darunter Whispers und Higher and Higher (bekannt aus dem Film Ghostbusters II).

Später ließ der Erfolg merklich nach. In den frühen 1970er Jahren erfolgte noch einmal eine kurze Hitwelle, doch sein Zenit war überschritten. Wilson beteiligte sich nun vorwiegend an Oldie-Revival-Touren. Bei einem dieser Auftritte, mit einer Revival-Band von Dick Clark, erlitt er am 29. September 1975 plötzlich einen Herzanfall. Als Folge seines Sturzes bei diesem Anfall – er fiel mit dem Kopf zuerst von der Bühne – lag Wilson bis zu seinem Tod im Koma.

Am 21. Januar 1984 starb er in Mount Holly und wurde in Detroit begraben. Mit dem Anfang 1985 veröffentlichten Titel Nightshift ehrten The Commodores Wilson mit der zweiten Strophe ihres Hits.

Postum erreichte Jackie Wilsons Version von Reet Petite Ende 1986 noch einmal die Spitze der britischen Single-Charts und war der Weihnachts-Nummer-eins-Hit. 1987 wurde Wilson in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen.

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Jackie Wilson/Diskografie

Studioalben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Titel Chartplatzierungen[1][2][3][4] Anmerkungen
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich UK Vereinigte StaatenVereinigte Staaten US Vereinigte StaatenVereinigte Staaten R&B
1962 Jackie Wilson at the Copa 137
(2 Wo.)
Erstveröffentlichung: 1962
Produzent: Nat Tarnopol
1963 Baby Workout 36
(21 Wo.)
Erstveröffentlichung: Juli 1963
Produzent: Nat Tarnopol
1963 Merry Christmas from Jackie Wilson 6
(? Wo.)
Erstveröffentlichung: 1963
Produzent: Nat Tarnopol
1966 Whispers 108
(7 Wo.)
15
(10 Wo.)
Erstveröffentlichung: Dezember 1966
Produzent: Carl Davis
1967 Higher and Higher 163
(4 Wo.)
28
(3 Wo.)
Erstveröffentlichung: November 1967
Produzent: Carl Davis
1968 Manufacturers of Soul /
Too Much (UK)
195
(3 Wo.)
18
(5 Wo.)
Erstveröffentlichung: Mai 1968
mit Count Basie
Produzenten: Nat Tarnopol, Teddy Reig
1970 Do Your Thing 50
(2 Wo.)
Erstveröffentlichung: Dezember 1969
Produzenten: Carl Davis, Eugene Record

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Irwin Stambler: The Encyclopedia of Pop, Rock & Soul. Revised Edition. St. Martin’s Press, New York City NY 1989, ISBN 0-312-02573-4, S. 742f.

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Chartquellen: Singles UK US1 US2
  2. Gold-/Platin-Datenbank UK
  3. The Billboard Albums von Joel Whitburn, 6th Edition, Record Research 2006, ISBN 0-89820-166-7
  4. Joel Whitburn: Top R&B Albums 1965–1998, ISBN 0-89820-134-9

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Jackie Wilson – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien