Jackpot (2020)

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Film
OriginaltitelJackpot
Produktionsland Deutschland
Originalsprache Deutsch
Erscheinungsjahr 2020
Länge 88 Minuten
Stab
Regie Emily Atef
Drehbuch Frédéric Hambalek
Musik Christoph M. Kaiser,
Julian Maas
Kamera Bernhard Keller
Schnitt Bernd Euscher
Besetzung
In einem falsch geparkten Lada Niva findet Maren die Tasche voller Geld.

Jackpot ist ein deutsches Thrillerdrama von Emily Atef aus dem Jahr 2020. In den Hauptrollen sind Rosalie Thomass und Thomas Loibl als Gegenspieler im Kampf um eine Tasche voller Geld zu sehen. Friedrich Mücke spielt den im Rollstuhl sitzenden Freund der von Thomass verkörperten Maren.

Die Regisseurin des Films, Emily Atef, wurde auf den Internationalen Hofer Filmtagen mit dem Hans-Vogt-Filmpreis 2020 ausgezeichnet. Der Film ist seit dem 17. März 2021 in der ARD Mediathek abrufbar und wurde am 24. März 2021 im Programm der ARD Das Erste erstmals ausgestrahlt.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Maren arbeitet in einem kleinen Abschleppunternehmen und findet eines Tages in einem von ihr abgeschleppten Lada Niva, der unberechtigt auf einem Behindertenparkplatz stand, eine Tasche mit mehr als 620.000 Euro. Maren nimmt die Tasche nach kurzem Zögern an sich. Ihr Freund Dennis, von Beruf Maurer, kann nach einem Arbeitsunfall unter Alkoholeinfluss bis auf Weiteres nicht laufen und ist auf Marens Hilfe sowie eine aufwändige Physiotherapie angewiesen, die die Krankenkasse nicht übernehmen will. Das Geld käme daher sehr gelegen. Außerdem möchte Maren den Betrieb ihres Chefs Gerhard übernehmen, der sich gern zur Ruhe setzen würde. Sie erzählt Dennis von ihrem Fund, doch dieser ist strikt dagegen, das Geld zu behalten – sie sollten es lieber wieder in den Wagen zurücklegen.

Das Geld gehört dem kriminellen, skrupellosen Schuldeneintreiber Henning Karoske. Er hat bereits seinen jungen Mitarbeiter, der es ihm gestohlen hatte, auf der Suche erschossen, und erfährt über dessen Freundin Evi, dass der Wagen abgeschleppt wurde. Gemeinsam holen sie den Wagen ab, doch als er das Geld darin nicht findet, erschießt er auch Evi kaltblütig. Dennis will das Geld in den Wagen zurücklegen, ohne zu wissen, dass dieser bereits abgeholt wurde. Gerhard weigert sich, es anzunehmen, erfährt jedoch darüber von Marens Diebstahl.

Maren, die bereits wegen Raubüberfällen im Gefängnis gesessen hat, erfährt von ihrer damaligen Komplizin Jenny, wie gefährlich Henning ist, und lässt sich von ihr eine Pistole geben. Henning kann Marens Adresse von Gerhard erpressen, der sie gerade noch telefonisch warnen kann. Maren und Dennis ergreifen sofort die Flucht, werden jedoch vor dem Wohnhaus von Henning überrascht. Es kommt zu einem Schusswechsel, bei dem Henning von Maren angeschossen wird. Maren und Dennis können entkommen und checken in einer Hotelsuite ein. Nachts besucht Maren Gerhard im Krankenhaus und erfährt erleichtert, dass er von Henning nur leicht verletzt wurde.

Henning wird von seiner Frau verarztet. Mit dem Geld wollten sie sich eigentlich nach Griechenland absetzen und eine legale Existenz aufbauen. Henning zwingt zunächst Jenny dazu, Maren anzurufen und sie dazu zu überreden, ihr ihren Aufenthaltsort zu verraten. Maren gibt eine falsche Adresse an. Als Henning das erkennt, lässt er seine Frau bei Dennis anrufen und sich als Polizistin ausgeben. Dennis vereinbart ohne Marens Wissen eine Geldübergabe auf einem einsamen Autobahnparkplatz.

Dort werden die beiden von Henning überfallen und beschossen. Es gelingt Maren, Henning zu überfahren, doch ihr Auto ist so beschädigt, dass sie nun Hennings Auto nehmen müssen. Während sie Dennis dort hinschleppt, kommt Henning wieder zu Bewusstsein. Maren, von Dennis gewarnt, kann ihn erschießen, doch auch Dennis wird gleichzeitig von Henning tödlich getroffen. Maren bricht verzweifelt zusammen.

Hennings Frau fährt mit ihrer Tochter allein nach Griechenland. Maren wacht am nächsten Morgen in Polen auf, als eine Polizistin sie dafür zur Rede stellt, dass sie auf einem Behindertenparkplatz steht.

Produktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Dreharbeiten für den Film erstreckten sich über den Zeitraum 12. November bis zum 12. Dezember 2019.[1] Die Aufnahmen in der Vorweihnachtszeit fanden an verschiedenen Drehorten in Berlin statt.[2] Die Stadt, in der der Film spielt, ist das fiktive Tychburg mit dem Autokennzeichen TYC. Im Büro des Abschleppunternehmens ist hinter dem Schreibtisch von Inhaber Gerhard ein Stadtplan von Tychburg zu sehen. Der Straßenverlauf des Stadtplans gleicht in auffälliger Weise der Stadt Bielefeld.[3]

Publikation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jackpot lief am 21. Oktober 2020 auf den Internationalen Hofer Filmtagen und bis 1. November 2020 im Video-on-Demand-Angebot des Festivals.[4] Die Regisseurin des Films, Emily Atef, wurde zum Abschluss des Festivals mit dem Hans-Vogt-Filmpreis 2020 ausgezeichnet.[5] Auf der Filmschau Baden-Württemberg, die vom 2. bis 6. Dezember 2020 stattfand, lief der Film ebenfalls.[1][6] Seit dem 17. März 2021 ist er in der ARD Mediathek abrufbar. Im Programm der ARD Das Erste wurde er am 24. März 2021 im Rahmen des „Filmmittwochs im Ersten“ erstmals ausgestrahlt.[7]

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Thomas Gehringer gibt dem Film Jackpot in seiner Besprechung bei tittelbach.tv insgesamt 5,5 von 6 Sternen. Rosalie Thomass spiele die Maren schon in den ersten Szenen mit Präzision, ohne allzu viele Worte. Thomas Loibl liefere eine grandiose Vorstellung zwischen den Extremen als kaltblütiger Bösewicht und als liebevoller Familienvater, Friedrich Mücke überzeuge in der Rolle des an den Rollstuhl gefesselten Freunds von Maren. Die Besetzung der Nebenrollen mit Lorna Ishema und Hilmar Eichhorn überzeugt Gehringer ebenso. Der Film befasse sich damit, „wozu Menschen aus Liebe fähig sind“. Sein Fazit lautet: „Spannung, Tempo, Atmosphäre, Geld als Brandbeschleuniger: eine Genre-Perle!“[8]

In seiner Kritik auf SWR2 beschreibt Karsten Umlauf Jackpot als einen Gangsterkrimi mit Westernanleihen, in dem die Polizeisicht nur am Rand vorkommt und so Befindlichkeiten von Ermittelnden keine Rolle spielten. Die gespielten Figuren würden geradlinig und vielschichtig agieren, in einem Film, der wie eine griechische Tragödie funktioniere. Die Regisseurin habe mit diesem Werk einen großartigen Genrefilm geschaffen. Der Film hebe „sich so sehr wohltuend vom deutschen Krimiangebot ab, bis hin zum furiosen und berührenden Showdown sieht man dem Film sehr gerne zu“.[9]

Das Lexikon des internationalen Films kommt in seiner Kritik auf 4 von 5 möglichen Sternen. Das Fazit lautet: „Spannender, anspruchsvoller Thriller über die Verführbarkeit des Geldes, der sich in erster Linie um die Beziehungen der originell gezeichneten Hauptfiguren dreht. Dabei verliert er aber die Krimihandlung nicht aus den Augen, sondern unterstreicht mit ihrer Hilfe die angeschnittenen Fragen von Moral und Schicksal.“[10]

Einschaltquote[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Erstausstrahlung am 24. März 2021 im Ersten sahen 4,07 Millionen Zuschauer, was einem Marktanteil von 12,9 % entsprach.[11]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Jackpot bei crew united, abgerufen am 17. März 2021.
  2. Interview mit Rosalie Thomass (2020). In: Die blause Seite. Abgerufen am 18. März 2021.
  3. Lima Fritsche: Wenn uns die Bielefeld-Verschwörung sogar im Film verfolgt. In: nw.de. Neue Westfälische, 26. April 2021, abgerufen am 27. April 2021.
  4. Programm HoF on Demand 2020. In: Internationale Hofer Filmtage. Abgerufen am 18. März 2021.
  5. Gewinner-Filme der 54. Internationalen Hofer Filmtage ansehen. In: Internationale Hofer Filmtage. 26. Oktober 2020, abgerufen am 18. März 2021 (deutsch).
  6. Pressemitteilung '26. Filmschau Baden-Württemberg ONLINE'. In: Filmschau Baden-Württemberg. Abgerufen am 18. März 2021.
  7. SWR Thriller "Jackpot" am 24. März im Ersten. In: Presseportal.de. 17. März 2021, abgerufen am 18. März 2021.
  8. Thomas Gehringer: Fernsehfilm „Jackpot“. In: tittelbach.tv. 2021, abgerufen am 17. März 2021.
  9. Karsten Umlauf: Großartiger Genre-Krimi: „Jackpot“ von Emily Atef. In: SWR2. 19. März 2021, abgerufen am 19. März 2021.
  10. Jackpot. In: Lexikon des internationalen Films. Filmdienst, abgerufen am 1. Juni 2021. 
  11. Laura Friedrich: Primetime-Check Mittwoch, 24. März 2021. In: Quotenmeter.de. 25. März 2021, abgerufen am 25. März 2021.