Jacob Christian Schäffer

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Jacob Christian Schäffer

Jakob oder Jacob Christian Schäffer (* 31. Mai[1] 1718 in Querfurt; † 5. Januar 1790 in Regensburg) war ein deutscher Superintendent, Extraordinarius, Botaniker, Mykologe, Entomologe, Ornithologe und Erfinder. Sein offizielles botanisches Autorenkürzel lautet „Schaeff.“.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kindheit, Jugend und Ausbildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jacob Christian Schäffer wurde am 31. Mai 1718 in Querfurt (heute Sachsen-Anhalt) geboren. Sein Vater war der Archidiakon Johann Christoph Schäffer, seine Mutter Martha Viktoria Schäffer, geb. Schernberger. Der Vater, 1677 geboren, starb 1728. Schäffer wuchs danach mit fünf Geschwistern in ärmlichen Verhältnissen auf. Er erhielt Unterricht in Querfurt und Glaucha sowie danach auf dem Gymnasium von Greiz. 1735 wurde er in die Latina der Franckeschen Stiftungen in Halle (Saale) aufgenommen. Er lebte von der „mensa ambulatoria“ und der Kurrende. Das ist ein Schulchor, der für das öffentliche Singen geistlicher Lieder Almosen erhielt. Schäffer gab außerdem Nachhilfeunterricht an der Mägdleinschule der Stiftungen.

Der evangelische Theologe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 1736 bis 1738 studierte er evangelische Theologie an der Universität Halle ohne Abschluss, danach war er von 1738 an Hauslehrer in Regensburg. 1739 hielt er in Regensburg seine erste Predigt. 1741 wurde er, obwohl er das Studium nicht abgeschlossen hatte, nicht aus Bayern stammte und damit als Fremder galt, in der Regensburger Neupfarrkirche ordiniert; er übernahm das Amt eines Predigers und Extraordinarius. 1760 verlieh ihm die Universität Wittenberg den Doktortitel der Philosophie und 1763 wurde er von der Eberhard Karls Universität Tübingen zum Doktor der Theologie promoviert. In seiner Amtszeit hatte er öfter Auseinandersetzungen politischer und theologischer Art, meist wegen Fragen des kirchlichen Kurses und wegen seiner zahlreichen Nebentätigkeiten. 1779 folgte seine Ernennung zum Superintendenten der evangelischen Gemeinde und zum Pastor der Neupfarrkirche.

Der Botaniker[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In dem Buch Erleichterte Artzney-Kräuterwissenschaft beschrieb er 1759 die Heilwirkung von Pflanzen, um Ärzten und Apothekern einen praktischen Leitfaden in die Hand zu geben. Die Pflanzengattung Schaefferia Jacq. in der Familie der Spindelbaumgewächse (Celastraceae) ist nach ihm benannt.[2]

Der Mykologe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1762 bis 1764 veröffentlichte er die Natürlich ausgemahlten Abbildungen baierischer und pfälzischer Schwämme, welche um Regensburg wachsen in vier Bänden mit zahlreichen kolorierten Abbildungen.

Der Entomologe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu seinen bedeutendsten Arbeiten zählen die 1789 als Einführung in die Insektenkunde verfassten Elementa entomologica sowie das 1779 in drei Bänden veröffentlichte Werk Icones insectorum circa ratisbonam indigenorum coloribus naturam referentibus expressae, das 280 handkolorierte Kupfertafeln mit über 3000 Abbildungen der Insekten im Raum Regensburg enthält. 1752 befasste er sich nach einer Exkursion dorthin mit einer Raupenplage, die Teile des damaligen Sachsen samt seiner Heimatstadt Querfurt heimgesucht hatte. Schäffer versuchte außerdem, Präparationstechniken zu verbessern.

Der Forscher und Entwickler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Er erforschte physikalische Fragestellungen der Elektrizitätslehre, der Farbenlehre und der Optik. Er fertigte Linsen und Prismen. An der Entwicklung und Verbesserung technischer Geräte wie Sägemaschine, Backofen und Brennspiegel war er maßgeblich beteiligt.

Schäffer stieß bei der Suche nach einer Maschine, die für seine Papierversuche als Ersatz für den in Papiermühlen damals üblichen Papierholländer geeignet sein könnte, auf die Beschreibung einer Waschmaschine von Gotthard Friedrich Stender, die aus England nach Hannover und Braunschweig importiert worden war. Angeregt davon ließ sich Schäffer auf Grundlage dieser Beschreibung eine solche Maschine anfertigen und nahm Versuche vor. Er ließ aufgrund seiner Erfahrungen bei der Erprobung einige Veränderungen vornehmen. Diese Erfahrungen und den Aufbau der Waschmaschine für Haushaltungen veröffentlichte er in der Schrift Die bequeme und höchstvortheilhafte Waschmaschine.[3] Die Maschine soll in rund 60 Exemplaren angefertigt und im In- und Ausland gut abgesetzt worden sein.

Eine Nachbildung der Schäfferschen Waschmaschine steht im Miele-Museum Gütersloh. Sie wurde 1988 zum 60. Geburtstag des damaligen Geschäftsführers der Firma Miele, Peter Zinkann, von Angestellten des Hauses gefertigt.[4] Der erläuternde Text ist teils fehlerhaft; so sagt er, es sei nicht erwiesen, dass Schäffers Maschine jemals gebaut worden sei. Ein weiterer Nachbau, von dem Böttcher Carsten Romberg aus Roßbach bei Naumburg exakt nach den Originalmaßen gefertigt, wurde am 27. November 2012 in der Zweigstelle Querfurt der Saalesparkasse enthüllt.[5]

Ausgelöst von der zunehmenden Knappheit an Lumpen bzw.Hadern aus Leinen- und Hanftextilien ab Anfang des 18. Jahrhunderts, die zu dieser Zeit als nahezu alleinige Rohstoffe für die Papierherstellung in Deutschland dienten, kam es zu einem Mangel an Papier, von dem auch Schäffer um 1760 betroffen war und deshalb Abhandlungen ungedruckt liegen lassen musste.[6] Er begann deshalb nach Rohstoffen als Ersatz für die Lumpen zu suchen und fand dazu in der wissenschaftlichen Literatur Abhandlungen zur Nutzung von Pflanzenfasern und Holz, die dafür geeignet sein sollten, speziell sah er das umfassende Verzeichnis von Jean-Étienne Guettard zur Nachahmung als würdig.[7][8] Schäffer führte 1761 Versuche durch, aus Pappelwolle und Graswolle (Wollgras) Papier herzustellen, was aber zu keinem durchbrechenden Erfolg führte. Seine Abhandlung zu diesen Versuchen reichte er 1762 der Bayrischen Akademie der Wissenschaften ein, deren Mitglied er war, aber eine Veröffentlichung erfolgte erst 1764.[9]Diese Verzögerung der Veröffentlichung widersprach den Erwartung von Schäffer, so dass er die Veröffentlichung weitere angekündigte fortführende Abhandlungen zu diesen Versuchen mit der Papiermühle im Rahmen der Akademischen Abhandlungen ablehnte und kündigte am 26. Oktober 1764 der Akademie die jährliche Pension von 200 Gulden auf, um freie Hand zu bekommen, und veröffentlichte lieber bei seinem Verleger Montag, von dem er jährlich 1000 Gulden erhielt.[10]

Schäffer führte nach diesen ersten Versuchen weitere umfassende Experimente durch, um Papier möglichst ohne Lumpen herzustellen. Als alternative Rohstoffe experimentierte er nochmals mit der Samenwolle der Schwarzpappel und des Wollgrases, aber auch der der Disteln sowie mit Moos, Flechten, Hopfen, Weinreben, Feldmelde, Beifuß, Mais, Brennnesseln, Aloe, Stroh, Rohrkolben, Blaukohlstrunken, Maiblümchen, Torf, Seidenpflanzen, Ginster, Hanfschäben, Kartoffelpflanzen, Waldreben, Tannenzapfen, diversen Holzarten wie Weiden-, Espen- und Fichtenholz, Wespennestern (zurückgehend auf Hinweise von René-Antoine Ferchault de Réaumur) sowie Sägespänen und Dachschindeln, aber auch mit Zyprischem Asbeststein.[11]

Diese Versuche und seine Ergebnisse mit den zugehörigen Papiermustern veröffentlichte er in Regensburg 1765 in Versuche und Muster ohne alle Lumpen oder doch mit einem geringen Zusatze derselben Papier zu machen in zwei Bänden, in Neue Versuche und Muster das Pflanzenreich zum Papiermachen und anderen Sachen wirthschaftsnützlich zu gebrauchen in drei Bänden (1765, 1766, 1767) und in Wiederholte Versuche auf ordentlichen Papiermühlen aus allerhand Pflanzen und Holzarten Papier zu machen. Diese in den sechs Bänden angeführten Experimente brachten jedoch qualitativ gutes Papier und beruhten oft auf Rohstoffen, die mengenmäßig nicht für den steigenden Produktionsbedarf zur Verfügung standen, weshalb sie von den Papiermüllern abgelehnt wurden. Karl Karmarsch, einer der führenden Technologen des 19. Jahrhunderts, schätzte deshalb in seiner Geschichte der Technologie zu den Papierversuchen von Schäffer ein: „Der fleißige Mann arbeitete zu sehr im Kleinen und entbehrte auch des technischen Urtheils wie mechanischer und chemischer Hülfsmittel, um das wirklich Nutzbare seiner Versuche der Praxis zuzuführen.“[12]

Trotzdem bleibt es Schäffers Verdienst, in einer so umfassenden Versuchsserie frühzeitig nach neuen Rohstoffen für die Papierherstellung gesucht zu haben, was wie folgt gewürdigt wurde:

„Wie viele geniale Erfinder war auch Schäffer der Zeit weit voraus ... Hier und da wurden von ihm empfohlene Rohstoffe für die Papierherstellung abermals geprüft. (Bei Versuchen in England, Italien, Frankreich und Irland) handelte es sich durchweg um Rohstoffe, die Schäffer schon lange vorweg vorgeschlagen und erprobt hatte.“[13]

„Schäffer hat zu einer Zeit, wo seine Zeitgenossen für sein Streben kein Verständnis zeigten, ihm ihre Anerkennung versagten und ihn verspotteten, mit weit ausschauendem Blick die Notwendigkeit der Einführung weiterer Rohstoffe in die Papierfabrikation erkannt und, obwohl nicht Fachmann, mit allen Kräften daran gearbeitet, die Durchführbarkeit seiner Vorschläge durch Versuche nachzuweisen.“[14]

„Der bekannteste unter den Forscher, die ein Jahrhundert vor ihrer wirklichen Erschließung das Reich der Faserstoffe nach allen Richtungen durchsuchten, ist (...) Jacob Christian Schäffer. Von ihm stammen die in den Jahren 1765-1771 in Regensburg erschienenen sechs Bände ,Versuche und Muster ohne alle Lumpen oder doch nur mit einem geringen Zusatz derselben Papier zu machen‘. Schäffer hat seine Forschungen in diesem Werk niedergelegt, das eines der seltensten Bücher papiergeschichtlichen Inhalts ist. Er hat darin nicht nur seine Versuche genau beschrieben, sondern es auch mit den Proben der jeweils hergestellten Papiere versehen.“[15]

„Jacob Christian Schaeffer tat mehr als irgendeiner der Vorgänger für die Papiertechnik.“[16] [17]

Das Museum Schaefferianum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Er richtete ein umfangreiches Naturalienkabinett (Museum Schaefferianum) ein, das für die Öffentlichkeit zugänglich war. Johann Wolfgang von Goethe besuchte es am 5. September 1786 auf seiner Italienreise und nannte es das Schäfrisch Cabinet.

Das Mitglied wissenschaftlicher Gesellschaften und Akademien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Er gehörte u. a. den Akademien in Göttingen, Berlin, Duisburg, Mannheim, München, Leipzig, Altdorf, Erlangen, St. Petersburg, Paris, London, Lund, Uppsala, Bern und Rovereto sowie der Physikalisch-Botanischen Gesellschaft in Florenz an. 1757 wurde er in die Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina aufgenommen;[18] er war korrespondierendes Mitglied der Pariser Académie des Sciences und 1759 Gründungsmitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften.[19]

Wissenschaftlicher Briefwechsel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit dem schwedischen Botaniker Carl von Linné und dem französischen Physiker und Zoologen René Antoine Ferchault de Réaumur stand er im wissenschaftlichen Briefwechsel.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kaiser Josef II. ehrte Schäffer durch die Verleihung einer goldenen Kette. Der dänische König machte ihn zum Ehrenprofessor in Altona und zum außerordentlichen Geheimrat.

Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schäffer war dreimal verheiratet: von 1743 bis 1747 mit Susanna Maria Weisböck, nach deren Tod von 1747 bis 1759 mit Maria Wilhelmina Regina Preidl, nach deren Tod von 1760 bis zu seinem Tod mit Sophia Christine Herrich. Zwischen 1747 und 1753 wurde er Vater von vier Töchtern. Zu seinen Geschwistern gehört der Regensburger Stadtarzt und Apotheker Johann Gottlieb Schäffer (1720–1795); der Regensburger Arzt Jacob Christian Gottlieb von Schäffer (1752–1826) ist dessen Sohn, also sein Neffe. Mit diesem wird Jacob Christian Schäffer gelegentlich verwechselt.

Gedenktafeln und Benennungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gedenktafel am Haus Kirchplan 7 in Querfurt (Sachsen-Anhalt), seinem Geburtshaus, hier nur geehrt als „Begründer der Pilzkunde und Erfinder des Holzpapiers“ (seit 31. Mai 1968)
  • Am 1. August 2013 wurde an der Fassade dieses Hauses eine Erinnerungstafel mit weiteren Informationen zu Schäffers Wirken enthüllt.
  • Gedenktafel am Haus Pfarrergasse 5 (Evangelisches Dekanat) in Regensburg (Bayern): „Der grosse Naturforscher Dr. Jak. Christian Schaeffer … starb in diesem Hause am 3. Januar 1790.“ (Irrtümlich statt 5. Januar 1790)
  • Seit 2. Juni 2014 ist in Querfurt eine Gasse nach Jacob Christian Schäffer benannt; sie liegt in der Nähe seines Geburtshauses.

Ausstellungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jacob Christian Schaeffer – Superintendent, Naturforscher, Erfinder. Ausstellung in der Universitätsbibliothek Regensburg im Frühjahr 1993 (siehe dazu Katalog von Angelika Reich (Hrsg.): Jacob Christian Schäffer – Superintendent, Naturforscher, Erfinder. Regensburg 1993, ISBN 3-88246-176-4).
  • Schöpfungen aus Papier. Eine Hommage an Jakob Christian Schaeffer (1718-1790). Ausstellung durch die Jugendbauhütte Regensburg zum Freiwilligen Jahr in der Denkmalpflege im Historischen Museum Regensburg vom 3. Juni bis 1. Juli 2012 (siehe dazu [20])
  • Papier und Pflanze. Ausstellung im Botanischen Garten der Universität Tübingen vom 11. März 2012 bis 10. Februar 2013 mit Exponaten zu Schäffer und zur Papierfertigung aus Pflanzen. [21]

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Naturkundliche Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Nachricht von einer Raupe, so etliche Jahre her an manchen Orten in Sachsen vielen Schaden gethan; nebst einigen aus der Natur dieser Raupe hergeleiteten Vorschlägen, solche am leichtesten zu verringern und auszurotten; auf Verlangen entworfen und dem Druck überlassen. Regensburg: Emanuel Adam Weiß (1752)
  • Die Armpolypen in den süßen Wassern um Regensburg entdecket und beschrieben. Regensburg: Weiß (1754)
  • Neuentdeckte Theile an Raupen und Zweyfaltern. Nebst der Verwandlung der Hauswurzraupe zum schönen Tagvogel mit rothen Augenspiegeln. Regensburg: Weiß (1754)
  • Der Afterholzbock vormals in einem lateinischen Sendschreiben an den Herrn von Reaumur itzo in deutscher Sprache beschrieben; Und mit einer Nachricht von der Frühlingsfliege mit kurzen Oberflügeln begleitet. Nebst einer Kupfertafel mit Figuren in Farben. Regensburg: Weiß (1755)
  • Die Blumenpolypen der süßen Wasser beschrieben und mit den Blumenpolypen der salzigen Wasser verglichen; nebst drey Kupfertafeln mit Figuren in Farben. Regensburg: Weiß (1755).
  • Der krebsartige Kiefenfuß mit der kurzen und langen Schwanzklappe. Regensburg: Weiß (1756)
  • Das fliegende Uferaas oder der Haftt wegen desselben am 11ten Augustmon. an der Donau, und sonderlich auf der Steinernen Brücke, zu Regensburg ausserordentlich häufigen Erscheinung und Fluges. Regensburg: Zunkel (1757)
  • Verschiedene Zwiefalter und Käfer mit Hörnern Nebst drey Kupfertafeln mit Figuren in Farben. Regensburg: Zunkel (1758)
  • Vorrede zum Werk Onomatologia historiae naturalis Completa oder vollständiges Lexicon das alle Benennungen der Kunstwörter der Naturgeschichte nach ihrem ganzen Umfang erkläret und den reichen Schatz der ganzen Natur durch deutliche und richtige Beschreibungen des nützlichen und sonderbaren von allen Thieren, Pflanzen und Mineralien sowohl vor Aerzte als andere Liebhaber in sich faßt. Zu allgemeinem Gebrauch von einer Gesellschaft naturforschender Aerzte nach den richtigsten Urkunden zusammengetragen. Band 1 bis 7. Ulm, Frankfurt am Main und Leipzig: Gaumische Handlung (1761 – 1777) (Schäffers Vorrede umfasst 40 Seiten)
  • Die Egelschnecken in den Lebern der Schaafe und die von diesen Würmern entstehende Schaafkrankheit. Zweyte Auflage. Regensburg, Neubauerische Schriften (1762)
  • Fungorum qui in Bavaria et Palatinu circa Ratisbonam nascuntur icones nativis coloribus expressae. Regensburg: Verlag unbekannt (1762 und 1774).
  • Die Sattelfliege. 2. Auflage. Regensburg: Neubaurische Schriften (1762)
  • Das Zwiefalter oder Afterjuengferchen. 2. Auflage. Regensburg: Johann Leopold Montag (1763)
  • Der wunderbare und vielleicht in der Natur noch nie erschienene Eulenzwitter, nebst der Baumraupe aus welcher derselbe entstanden. 2. Auflage. Regensburg: Johann Leopold Montag (1763)
  • Erläuterte Vorschläge zur Ausbesserung und Förderung der Naturwissenschaft. Regensburg: Johann Leopold Montag (1763 und 1764)
  • Abhandlungen von Insekten. Regensburg: Johann Leopold Montag (1764 und 1779)
  • Icones Insectorum circa Ratisbonam indigenorum coloribus naturam referentibus expressae. Regensburg: Zunkel (1766)
  • Erleichterte Arzneykräuterwissenschaft. Nebst vier Kupfertafeln mit ausgemahlten Abbildungen. Zweyte Auflage. Regensburg: Johann Leopold Montag (1770) Digitalisierte Ausgabe der Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf
  • Erstere und fernere Versuche mit Schnecken nebst einem Nachtrage. Regensburg: Johann Christoph Keyser (1770)
  • Elementa entomologica cum appendice; CXL. tabulae aeri incisae floridisque coloribus distinctae. Ratisbonae: Verlag unbekannt (1780)

Technische Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die bequeme und der Wirthschaft in allen Rücksichten höchstvorteilhafte Waschmaschine. Wie solche in den damit gemachten Versuchen bewährt gefunden und, damit dieselbe um so sicherer und nützlicher gebraucht werden könne, hin und wieder abgeändert und verbessert worden. Regensburg: Zunkel (1766, Nachträge 1767 und 1768)
  • Jacob Christian Schäffer: Erfolg der Versuche die Saamenwolle der Schwarzpappel und des Wollengrases wirtschaftsnützlich zu gebrauchen. In: Abhandlungen der Churfürstlich-baierischen Akademie der Wissenschaften. Zweyter Band. II. Theil. München 1764 S. 261–298.
  • Jacob Christian Schäffer: Versuche und Muster ohne all Lumpen oder doch mit einem geringen Zusatze derselben Papier zu machen. Erster Band. Regensburg 1765.
  • Jacob Christian Schäffer: Versuche und Muster ohne alle Lumpen oder doch mit einem geringen Zusatze derselben Papier zu machen. Zweyter Band. Regensburg 1765.
  • Jacob Christian Schäffer: Neue Versuche und Muster das Pflanzenreich zum Papiermachen und andern Sachen wirthschaftsnützlich zu gebrauchen. Erster Band, Regensburg 1765.
  • Jacob Christian Schäffer: Neue Versuche und Muster das Pflanzenreich zum Papiermachen und andern Sachen wirthschaftsnützlich zu gebrauchen. Zweyter Band. Regensburg 1766.
  • Jacob Christian Schäffer: Neue Versuche und Muster das Pflanzenreich zum Papiermachen und andern Sachen wirthschaftsnützlich zu gebrauchen. Dritter und letzter Band. Regensburg 1767
  • Jacob Christian Schäffer: Wiederholte Versuche auf ordentlichen Papiermühlen aus allerhand Pflanzen und Holzarten Papier zu machen. Der sämtlichen Versuche Sechster und letzter Band. Regensburg 1771.
  • Sr. Königl. Majest. zu Dännemark Rathes und Professors [...] Empfehlung, Beschreibung und erweiterter Gebrauch des sogenannten und zur Erspahrung des Holzes höchstvorteilhaften Bockofens. Regensburg: Johann Christoph Keyser (1770)
  • Sämtliche Papierversuche. Sechs Bände. Zwote Auflage. Nebst ein und achtzig Mustern und dreyzehen theils illuminiren theils schwarzen Kupfertafeln. Regensburg: Zunkel (1772)
  • Versuche mit dem beständigen Electricitätträger. Vier Abhandlungen mit sieben Kupfertafeln. Regensburg: Johann Leopold Montag (1780)

Theologische Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Schrifftmäßiger Beweiß, daß Christus an keinem Mittwoch, sondern an einem Freytag gestorben, und folglich nicht drey vollige Tage und drey völlige Nächte, sondern nur bis am dritten Tage im Grabe gelegen ist. Regensburg: Zunkel (1746)
  • Jacob Christian Schäffers, der evang. Gemeinde zu Regensburg Pastors und Superintendents, E. H. E. Consistorii Assessoris primari und Scholarchens, Sr. königl. Majestät in Dännemark, Norwegen und Raths und Professors Antrittspredigt, welche am 1. Sonntage nach Trinitatis als dem gewöhnlichen Buß-Bet- und Festtage in der neuen Pfarre gehalten worden. Nebst desen Präsentationsrede an das sämtliche W. E. Ministerium. Regensburg: Verlag unbekannt (1779)
  • Schaeffer, Jacob Christian: Eintrag im Konsistorialprotokoll. In: ELKA Regensburg Nr. 52, Beilage FF.
  • Vier Predigten vom Glauben nebst zwey Wochenpredigten über Texte der heiligen Schrift. Regensburg: Verlag und Jahr unbekannt

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Friedrich Schlichtegroll: Nekrolog auf das Jahr 1790. Justus Perthes, Gotha 1791 (mit ausführlicher Würdigung zum Leben und Werk des 1790 verstorbenen Schäffer).
  • Claus Nissen: Die zoologische Buchillustration. Ihre Bibliographie und Geschichte. Band I: Bibliographie. Anton Hiersemann Verlag, Stuttgart 1969, S. 321 (2.Spalte) und 362–364.
  • Edmund Neubauer: Superintendent Jacob Christian Schäffer als bedeutender Zoologe und Botaniker. In: Edmund Neubauer: Das geistig-kulturelle Leben der Reichsstadt Regensburg (1750-1806). (Zu Schäffer siehe S. 91–99 sowie S. 119–122, S. 134–136, S. 164–172 und weitere Seiten). Phil. Diss. Regensburg 1978. Kommissionsbuchhandlung R. Wölfle, München 1979 (= Neue Schriftenreihe des Stadtarchivs München, Band 105), ISBN 3-87913-093-0
  • Wolfhart Schlichting: Jakob Christian Schaeffer. Christ im Zeitalter der Aufklärung. In: Wolfhart Schlichting: Miniaturen aus der Regensburger Kirchengeschichte. Flacius-Verlag, Fürth 1983, S. 42–49. ISBN 3-924022-00-3
  • Günter Bayerl: 'Und zweitens können auch Mannspersonen, wenn sie nichts anders zu thun haben, diesen Theil des Waschgeschäfts besorgen.' Waschen in der Frühen Neuzeit und die Innovation der Waschmaschine. In: Uwe Bestmann u. a. (Hrsg.): Hochfinanz, Wirtschaftsräume, Innovationen. Band III. Auenthal Verlag, Trier 1987, S. 1063–1099. ISBN 3-89070-014-4 (mit ausführlicher Würdigung Schäffers)
  • Mila Herrmann: Das Lebensbild Jacob Christian Schaeffers. In: Mykologisches Mitteilungsblatt (Halle/Saale), Heft 2/1988, S. 33–43.
  • Angelika Reich (Hrsg.): Jacob Christian Schäffer – Superintendent, Naturforscher, Erfinder. Universitätsbibliothek, Regensburg 1993. (Katalog zu einer Ausstellung in der UB Regensburg im Frühjahr 1993)
  • Markus Tanne: Jakob Christian Schaeffer. Superintendent und Naturforscher. In: Martina Lorenz (Hrsg.): Im Turm, im Kabinett, im Labor. Streifzüge durch die Regensburger Wissenschaftsgeschichte. Universitätsverlag, Regensburg 1995, S. 164–174. ISBN 3-930-480-60-3
  • Ernst Wunschmann: Schaeffer, Jacob Christian. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 30, Duncker & Humblot, Leipzig 1890, S. 531 f.
  • Frieder Schmidt: Schaeffer, Jacob Christian Gottlieb von. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 22, Duncker & Humblot, Berlin 2005, ISBN 3-428-11203-2, S. 519 f. (Digitalisat).
  • Manfred Knedlik: SCHAEFFER, Jacob Christian. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 19, Bautz, Nordhausen 2001, ISBN 3-88309-089-1, Sp. 1221–1226.
  • Eckart Roloff: Jacob Christian Schäffer: Der Regensburger Humboldt wird zum Pionier für Waschmaschinen, Pilze und Papier. In: Eckart Roloff: Göttliche Geistesblitze. Pfarrer und Priester als Erfinder und Entdecker. Wiley-VCH, Weinheim 2010, S. 159–182 (mit Hinweisen zur Literatur und zu Erinnerungsstätten). ISBN 978-3-527-32578-8. 2. aktualisierte Ausgabe 2012 (Paperback) ISBN 978-3-527-32864-2
  • Eckart Roloff: Pfarrer Jacob Christian Schäffer, der vergessene Pionier aus Querfurt. In: Kreisverwaltung Saalekreis (Hrsg.): Heimat-Jahrbuch Saalekreis 2012, Band 18. Merseburg 2012, S. 51–55.
  • Eckart Roloff: Geistliche mit Geistesblitzen. (Über Jacob Christian Schäffer und Claude Chappe.) In: Kultur und Technik. Das Magazin aus dem Deutschen Museum. Heft 3/2012, S. 48–51. ISSN 0344-5690.
  • Eckart Roloff: Der Da Vinci von Querfurt. In Sachsen-Anhalt wurde der Erfinder der mechanischen Waschmaschine wiederentdeckt. In: Neues Deutschland, 14. Dezember 2012, S. 12.
  • Eckart Roloff: Jacob Christian Schäffer – Neuigkeiten zum Querfurter Multitalent. In: Kreisverwaltung Saalekreis (Hrsg.): Heimat-Jahrbuch Saalekreis 2013, Band 19. Merseburg 2012, S. 94–97.
  • Christine Gottfriedsen: Jacob Christian Schäffer, Prediger und Superintendent in Regensburg. In: Querfurter Heimatblätter, Heft 10/2015, S. 27–33.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wikisource: Jacob Christian Schäffer – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Karin Montag: Pilzbücher von Jacob Christian Schaeffer. In: tintling.com. Abgerufen am 21. Juni 2014 (Eintrag der Taufe von Jacob Christian Schäffer im Kirchenbuch).
  2. Robert Zander: Handwörterbuch der Pflanzennamen. Hrsg.: Fritz Encke, Günther Buchheim, Siegmund Seybold. 13. Auflage. Eugen Ulmer, Stuttgart 1984, ISBN 3-8001-5042-5.
  3. Schäffer, Jacob Christian: Die bequeme und höchstvortheilhafte Waschmaschine. Wie solche in den damit gemachten Versuchen bewährt gefunden und damit dieselbe um so sicherer und nützlicher gebraucht werden könne hin und wieder abgeändert und verbessert worden. Regensburg: Zunkel, 1766, abgefragt am 24. Juni 2014
  4. http://webmuseen.de/miele-museum-guetersloh.html
  5. http://www.mz-web.de/servlet/ContentServer?pagename=ksta/page&atype=ksArtikel&aid=1353577119850&openMenu=1012902958704&calledPageId=1012902958704&listid=1018348861894
  6. Jacob Christian Schäffer: Erfolg der Versuche die Saamenwolle der Schwarzpappel und des Wollengrases wirtschaftsnützlich zu gebrauchen. In: Abhandlungen der Churfürstlich-baierischen Akademie der Wissenschaften. Zweyter Band. II.Theil. München 1764. S.264
  7. Jacob Christian Schäffer: Erfolg der Versuche die Saamenwolle der Schwarzpappel und des Wollengrases wirtschaftsnützlich zu gebrauchen. In: Abhandlungen der Churfürstlich-baierischen Akademie der Wissenschaften. Zweyter Band. II.Theil. München 1764. S.269
  8. Herrn Guettards Untersuchungen von Materien, welche zum Papiermachen gebraucht werden können. Aus dem Journal Oeconomique. Juillet 1751 als Übersetzung in: Hamburgisches Magazin oder gesammlete Schriften zum Unterricht und Vergnügen, aus der Naturforschung und den angenehmen Wissenschaften überhaupt, Herausgegeben von Abraham Gotthelf Kaestner und Johann August Unzer. Hamburg und Leipzig 1757. 18 Band, S. 339–377.
  9. Jacob Christian Schäffer: Erfolg der Versuche die Saamenwolle der Schwarzpappel und des Wollengrases wirtschaftsnützlich zu gebrauchen. In: Abhandlungen der Churfürstlich-baierischen Akademie der Wissenschaften. Zweyter Band. II.Theil. München 1764. S. 264–298
  10. Lorenz Westenrieder:Geschichte der baierischen Akademie der Wissenschaften. Erster Theil von 1759 – 1777. München 184. S. 245–247.
  11. Jacob Christian Schäffer: Neue Versuche und Muster das Pflanzenreich zum Papiermachen und andern Sachen wirthschaftsnützlich zu gebrauchen. Erster Band, Regensburg 1765.S. 8–16.
  12. Karl Karmarsch: Geschichte der Technologie seit der Mitte des achtzehnten Jahrhunderts. Verlag R. Oldenbourg. München 1872, S. 737
  13. Wilhelm Sandermann: Jacob Christian Schäffer und seine Bedeutung in der Papiergeschichte. In: Yearbook of Paper History / Jahrbuch der Papiergeschichte, Basel 1980, Band 1, S. 184-185.
  14. Wilhelm Herzberg: Die Schaeffer’schen Papierversuche. Hagen-Kabel 1949, S. 42.
  15. Armin Renker: Das Buch vom Papier. Insel, Wiesbaden 1950, 3. Auflage, S. 59.
  16. Dard Hunter: Papermaking. The History and Technique of an Ancient Craft. New York: Dover Publications 2011, S. 317-327, ISBN 0-486-23619-6
  17. https://books.google.de/books?id=yKWC-mutH20C&pg=PA618&lpg=PA618&dq=Dard+Hunter+%2B+Sch%C3%A4ffer&source=bl&ots=2QTiNmTO2h&sig=nVuGU9rQk_I4XRTS5YDeuZAEDK8&hl=de&sa=X&ved=0ahUKEwj23t3OkabTAhXIfxoKHfUeDHgQ6AEIOTAG#v=onepage&q=Dard%20Hunter%20%2B%20Sch%C3%A4ffer&f=false
  18. Mitgliedseintrag von Jacob Christian Schäffer bei der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina, abgerufen am 10. Februar 2016.
  19. Mitgliedseintrag von Prof. Dr. Jacob Christian Schäffer (mit Bild) bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, abgerufen am 10. Februar 2016.
  20. https://www.denkmalschutz.de/presse/archiv/artikel/schoepfungen-aus-papier.html
  21. https://www.uni-tuebingen.de/einrichtungen/zentrale-einrichtungen/botanischer-garten/rueckblicke-archiv/fotogalerie-papier-pflanze.html