Jacobstein

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Dieser Artikel bezieht sich auf das Kulturdenkmal Jacobstein. Zum Politiker siehe Meyer Jacobstein.

Der Jacobstein (Jakobsthurm in Gurlitts Fundamentalinventarisation 1904 bzw. Jakobsturm in Dehios Schnellinventarisation 1905) in Radebeul ist ein Weinbergspavillon oberhalb des barocken Niederlößnitzer Hauses Fliegenwedel, zu dem er im 18. Jahrhundert gehörte.

Der Jacobstein steht in der Weinbaulage Radebeuler Steinrücken und liegt im Denkmalschutzgebiet Historische Weinberglandschaft Radebeul.[1] Zudem ist er das auf der Hangkante weithin sichtbare Wahrzeichen der denkmalgeschützten Gartenanlage und Weinbergslandschaft von Schloss Wackerbarth, von der er auch die Adresse Wackerbarthstraße 1 bezieht (Denkmaleintrag Wackerbarthstraße 9001-V).

Jacobstein

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vue de Wackerbarthsruhe aux environs de Dresde, prise sur la grande Route de Leipzig, C. G. Hammer 1805 (Mit dem Jacobstein auf der Hangkante)
Jacobstein oberhalb von Haus Fliegenwedel

Er wurde 1742 von dem Dresdner Hofböttchermeister Jacob Krause auf einem Felsvorsprung oberhalb des von ihm 1738 erworbenen Weinbergsbesitzes Fliegenwedel als weithin sichtbares Zeichen erbaut,[2] über dem Eingang war er ursprünglich auf 1743 datiert.[1] Er diente ursprünglich als Winzerunterkunft und Geräteaufbewahrung, wurde später auch als Lusthäuschen genutzt.

Der einfache Rundbau hat auf einem Stockwerk mit drei Fenstern ein massives Kuppeldach, ist unterkellert und hat eine Umfassungsmauer mit drei Schießscharten für Böllerkanonen.

Zur Entstehungszeit erhielt der Jacobstein auf der Kuppel eine 1,8 Meter große Bacchusfigur mit einem Thyrsos, diese wurde 1953 durch eine Kopie des Dresdner Bildhauers Werner Hempel ersetzt.

Seit 1760[3] gehört der denkmalgeschützte[4] Jacobstein mit dem Weinberg Fliegenwedel zusammen zu Schloss Wackerbarth, mit dem er als denkmalpflegerische Sachgesamtheit[1] unter Denkmalschutz steht.

Die Lage des Jacobstein direkt auf der Hangkante erlaubt einen Panoramablick von der Sächsischen Schweiz bis nach Meißen. Die Plattform mit dem Rundgang liegt bei gut 180 m ü. NHN, noch 10 m unter der Sternwarte. Das Belvedere von Schloss Wackerbarth liegt bei etwa 120 m, das Schlossgebäude 10 m tiefer bei 110 m ü. NHN. Die Rückseite des Belvedere und der Jacobstein werden durch einen Weinpfad verbunden, der über Grund etwa 210 m lang ist.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick vom Jacobstein: Schloss Wackerbarth mit Belvedere (re. Mitte), Nebenanlagen und Park

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Jacobstein – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Volker Helas (Bearb.): Stadt Radebeul. Hrsg.: Landesamt für Denkmalpflege Sachsen, Große Kreisstadt Radebeul. (= Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Denkmale in Sachsen). SAX-Verlag, Beucha 2007, ISBN 978-3-86729-004-3, S. 288 ff. sowie beiliegende Karte.
  2. Frank Andert (Red.): Stadtlexikon Radebeul. Historisches Handbuch für die Lößnitz. Herausgegeben vom Stadtarchiv Radebeul. 2., leicht geänderte Auflage. Stadtarchiv, Radebeul 2006, ISBN 3-938460-05-9.
  3. Georg Wulff; et al. (Red.): Winzerhäuser in Radebeul. In: verein für denkmalpflege und neues bauen radebeul (Hrsg.): Beiträge zur Stadtkultur der Stadt Radebeul. Radebeul 2003.
  4. Große Kreisstadt Radebeul (Hrsg.): Verzeichnis der Kulturdenkmale der Stadt Radebeul. Radebeul 24. Mai 2012, S. 36 (Letzte von der Stadt Radebeul veröffentlichte Denkmalliste. Die seit 2012 beim Landkreis Meißen angesiedelte Untere Denkmalschutzbehörde hat noch keine Denkmalliste für Radebeul veröffentlicht.).

Koordinaten: 51° 6′ 56″ N, 13° 37′ 18″ O