Jacques Augustin

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Selbstporträt (1796)
Bacchantin (1799). Miniatur auf Elfenbein (8 cm).

Jean-Baptiste Jacques Augustin (* 15. August 1759 in Saint-Dié, Département Vosges; † 13. April 1832 in Paris) war ein französischer Maler. Er wurde bekannt durch seine Porträts und Miniaturen.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Augustin stammt aus einer Handwerkerfamilie: sein Vater war Glaser. Seinen ersten künstlerischen Unterricht bekam Augustin vermutlich von Jean-Baptiste Claudot (1733–1805) und später in Nancy bei Jean Girardet (1709–1778). 1781 war er einige Zeit in Dijon bei Georges Nicolas Toussaint Augustin (1758–1800) genannt Augustin Dubourg, seinem älterem Bruder in dessen Atelier er ebenfalls arbeitete.

Begeistert von den Ideen der Revolution ging er 1789 nach Paris, wo er schnell durch seine Porträts bekannt wurde. 1791 erlebte er seinen künstlerischen wie auch wirtschaftlichen Durchbruch, als einige seiner Miniaturen auf der großen Ausstellung des Salon de Paris zu sehen war. Durch seinen finanziellen Erfolg wie auch die Nähe zu seiner auch royalistischen Kundschaft macht er sich während der Terrorherrschaft sehr verdächtig und unternahm deshalb in dieser Zeit eine längere Studienreise nach England.

Seit Napoleons Putsch vom 9. November 1799 war Augustin ein großer Verehrer des künftigen Kaisers. Im Juni 1800 kehrte er nach Paris zurück und heiratete am 1. Juli 1800 seine Schülerin Pauline Ducruet (* 1737), eine Nachfahrin des Schriftstellers Jean de La Fontaines (1621–1695). Anlässlich der Ausstellung des Salon de Paris von 1806 überreichte Kaiser Napoleon Augustin persönlich einen Preis.

Nach Napoleons Abdikation und dem Vertrag von Fontainebleau (11. April 1814) widmete sich Augustin wieder seinen früheren royalen Kunden. 1814 berief ihn König Ludwig XVIII. zu seinem persönlichen Miniaturmaler und nahm ihn in seinen Hofstaat auf. In selber Funktion diente er auch dessen Nachfolger Karl X.

Im Frühjahr 1832 erkrankte Augustin in Paris während einer Cholera-Epidemie und starb an dieser Krankheit am 11. April desselben Jahres. Seine letzte Ruhestätte fand er auf dem Friedhof Père Lachaise (Division 58).

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Aufsätze
  • Fleuriot de Langle, Evelyne Schlumberger: Les miniatures de Jacques Augustin. In: Connaissance des Arts, n° 69 (1957), November, ISSN 0395-5893
  • Charles Peccatte: Jean Baptiste Jacques Augustin. In: Bulletin de la Société philomatique vosgienne, Bd. 39 (1913/14, ISSN 1241-2767
  • Albert Ronsin (Hrsg.): Jacques Augustin. In: Ders. (Hrsg.): Les Vosgiens célèbres. Dictionnaire biographique illustré. Éditions Gérard Louis, Vagney 1990, ISBN 2-907016-09-1.
Ausstellungskataloge
  • Maria Carmen Espinosa Martín: Iluminaciones, pequeños retratos y miniaturas en la Fundación Lázaro Galdiano (Catálogos de la Fundación Lázaro Galdiano; Bd. 2). Madrid 1999, ISBN 84-923234-3-4.
  • Bernd Pappe (Hrsg.): Jean-Baptiste Jacques Augustin. Peintre en miniature. Saint-Dié des Vosges, 2010, ISBN 978-2-9532029-6-0 (zugl. Katalog der Ausstellung, Musée Pierre-Noël, 17. April bis 20. Juni 2010).
Bücher
  • Henri Bouchot: La Miniature française 1750–1825. Édition Émile-Paul, Paris 1910 (EA 1907).
  • Camille Mauclair: Les Miniatures de l'Émpire et de la Restauration. Portraits de femmes. H. Piazza, Paris 1913.
  • Bernd Pappe: Jean-Baptiste Jacques Augustin 1759–1832. Une nouvelle excellence dans l'art du portrait en miniature. Scripta, Verona 2015, ISBN 978-88-98877-23-2.
  • John L. Propert: History of Miniature Art. Macmillan, London 1887.
  • George C. Williamson: History of Portrait Miniatures. Bell Books, London 1904 (2 Bde.).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Jacques Augustin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien