Jacques Cartier

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Idealporträt des Jacques Cartier, gemalt von Théophile Hamel (1817–1870), Öl auf Leinwand, ca. 1844, basierend auf einem nicht erhaltenen Gemälde von 1839 von François Riss. Es gibt keine zeitgenössischen Porträts Cartiers.

Jacques Cartier (* 31. Dezember 1491 in Rothéneuf bei Saint-Malo, Bretagne; † 1. September 1557 ebenda) war ein französischer Entdecker und Seefahrer.

Jugend[Bearbeiten]

Über seine Jugend ist nicht viel bekannt, außer dass er wohl früh mit der Seefahrt in Kontakt kam. Es wird angenommen, dass er der Sohn von Jamet Cartier und Jesseline Jansart war. 1520 heiratete er Catherine, die Tochter von Jacques des Granches und Françoise du Mast. Diese Verbindung verbesserte sein Ansehen und seine soziale Stellung deutlich. Offensichtlich gab es keine überlebenden Nachkommen. Seine Kenntnisse zu See wurden wohl soweit geschätzt, dass ihm die Administration seiner Stadt übertragen wurde.[1]

Entdeckungsreisen[Bearbeiten]

Während der ersten Reise erkundete Cartier den Sankt-Lorenz-Golf.

Von König Franz I. erhielt Cartier den Oberbefehl über zwei Schiffe, die am 20. April 1534 St. Malo verließen, um eine Westpassage gen Osten zu finden.[2] Die Überfahrt über den Atlantik dauerte 20 Tage; um den 10. Mai herum passierte er die Nordküste von Neufundland, segelte durch die Belle-Isle-Straße und gelangte am 6. Juli in die Baie des Chaleurs. Hier kam es zum ersten Kontakt mit den Ureinwohnern Amerikas vom Algonkin-Volk der Mi'kmaq. Daraufhin fuhr er den ganzen Sankt-Lorenz-Golf hinauf und umsegelte fast ganz Neufundland. Im September 1534 segelte Cartier zurück nach Frankreich. Die erhoffte Durchfahrt nach Osten konnte er nicht ausfindig machen, jedoch war er fest davon überzeugt, diese zu einem späteren Zeitpunkt finden zu können.[3] Außerdem brachte Cartier zwei Eingeborene mit nach Frankreich, von denen er sich erhoffte, dass sie ihm bei der Suche der Westpassage behilflich sein könnten.

Bei seiner zweiten Reise fuhr er weit den Sankt-Lorenz-Strom hinauf.

Am 19. Mai 1535 setzte Cartier zur zweiten Reise an. Mit ihm kamen 110 Mann und die beiden Eingeborenen. Cartier erreichte und untersuchte den Sankt-Lorenz-Strom und kam am 2. Oktober im stark befestigten Irokesen-Dorf Hochelaga an. Der Berg über dem Dorf wurde Mont Royal („königlicher Berg“) genannt und gibt der heutigen Stadt Montreal ihren Namen. Im November 1535 entschied sich Cartier, den Winter in der Gegend zu verbringen, wohl auch, weil eine Rückfahrt wegen der zugefrorenen Gewässer nicht mehr möglich war. Die Mannschaft litt an Skorbut, was seinerzeit eine unbekannte Krankheit war und deren Ursache man nicht nachvollziehen konnte. Mit ihr kehrte er 1536 nach Europa zurück; 85 der 110 Mann Besatzung hatten überlebt.

1540 erhielt Jean-François de La Rocque de Roberval die Erlaubnis, auf seine eigenen und des Königs Kosten eine Niederlassung in Kanada zu gründen. Cartier wurde zu diesem Zwecke mit drei Schiffen ausgesandt. In der Nähe der heutigen Stadt Québec beim Dorf Stadacona baute er das Fort Charlesbourg-Royal, untersuchte den Strom und überwinterte erneut. Im Juni 1542 kehrte Cartier nach Europa zurück. 1544 erhielt er den Auftrag, de Roberval und seine Leute nach Frankreich zurückzubringen.

Die systematische Erkundung und Kolonialisierung der Gebiete im Osten Kanadas begann erst 1603 durch Samuel de Champlain, den Gründer von Neufrankreich.

Nach Cartier ist unter anderem eine Straße in Montreal benannt, die Rue Cartier, und der höchste Berg im Süden der Provinz Québec, der Mont Jacques-Cartier.

Literatur[Bearbeiten]

  • Henri V. Michelant (Hrsg.): Jacques Cartier, Voyage de J. Cartier au Canada. Éditions Tross, Paris 1865.
  • Léon Riotor: Jacques Cartier et le voyage au Canada. Chronique de la Nouvelle-France (La vie des grands découvreurs). Édition Roger, Paris 1937.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Jacques Cartier – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Jacques Cartier – Quellen und Volltexte (französisch)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. A memoir of Jacques Cartier, sieur de Limoilou, his voyages to the St. Lawrence, a bibliography and a facsimile of the manuscript of 1534
  2. http://www.mocavo.com/A-History-of-Vermont/103618/15
  3. A memoir of Jacques Cartier, sieur de Limoilou, his voyages to the St. Lawrence, a bibliography and a facsimile of the manuscript of 1534