Jacques Perrin

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Jacques Perrin mit seiner Frau Valentine Perrin bei den Filmfestspielen von Cannes (2009)

Jacques Perrin; eigentlich Jacques Simonet (* 13. Juli 1941 in Paris) ist ein französischer Schauspieler, Regisseur und Produzent.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ende der 1950er und Anfang der 1960er zu einem gefragten Nachwuchsdarsteller avanciert, machte sich Jacques Perrin im Kunstkino einen Namen. Dabei war er in jener Zeit vor allem in italienischen Filmen zu sehen: Das Mädchen mit dem leichten Gepäck mit Claudia Cardinale und Tagebuch eines Sünders mit Marcello Mastroianni. Seine erste Zusammenarbeit mit Costa-Gavras war Mord im Fahrpreis inbegriffen. Ende der 1960er gründete er seine eigene Produktionsfirma, Reggane Films. Hintergrund der Gründung war der Dreh von Constantin Costa-Gavras’ Politthriller Z, der auf den wahren Gegebenheiten eines Militärputsches in Griechenland basierte. Da sich keine Produktionsfirma des brisanten Stoffes annehmen wollte, gründete Perrin als einer der Hauptdarsteller des Filmes kurzerhand die Produktionsfirma, die später viele politische linke und gesellschaftskritische Filme drehte. Als Schauspieler und Produzent arbeitete er in Trautes Heim (1973), Benoît Lamys Film über einen Aufstand im Altersheim. Der Film, in dem Perrin als Sozialhelfer und Claude Jade als Pflegerin die einzigen jungen Hauptdarsteller waren, gewann 14 internationale Preise. Beflügelt von diesem Erfolg, blieb Perrin seitdem weiter Produzent. Der 1976 von ihm produzierte Sehnsucht nach Afrika, gewann 1977 den Oscar als bester ausländischer Film. Perrin blieb neben der Schauspielerkarriere dem Produzieren treu: So produzierte er auch den 2002 entstandenen politischen Episodenfilm 11'09"01 – September 11. In zwei Filmen Jacques Demys war er romantischer Held: Die Mädchen von Rochefort und Eselshaut. Der Maxence im Rochefort-Musical wurde seine Lieblingsrolle, nach der er später seinen Sohn benannte. Einen Imagebruch bedeutete sein junger Frauenmörder in Der Würger mit dem weißen Schal. Perrin blieb jedoch vor allem dem politisch und humanistisch engagierten Kino (Sondertribunal, Trautes Heim) treu.

Anfang der 80er Jahre spielte er neben anspruchsvollen Filmen wie L’honneur d’un capitaine und Une robe noire pour un tueur auch in konventioneller Unterhaltungsware wie L'année des méduses (Teuflische Umarmung) und Parole de flic (Der Panther).

Der erfolgreichste Film seines späteren Werks ist Cinema Paradiso von Giuseppe Tornatore, in dem er in der Rahmenhandlung den gealterten Helden Salvatore, einen kinobegeisterten Jungen, der später Filmregisseur wird, spielte.

Sehr bekannt wurde auch sein Tierfilm Nomaden der Lüfte – Das Geheimnis der Zugvögel (2001), für den er drei Jahre lang Wildvögel beobachtete, und der Film Die Kinder des Monsieur Mathieu aus dem Jahr 2004, in dem er als Produzent und Darsteller mitwirkte.

Jacques Perrin ist mit Valentine Perrin verheiratet, mit der er zwei Söhne hat: Maxence Perrin (* 1995) und Lancelot Perrin. Sein Sohn aus einer früheren Beziehung, Mathieu Simonet, ist ebenfalls Schauspieler und Regisseur. Auch seine Schwester Eva Simonet und deren Sohn Christophe Barratier sind im Filmgewerbe tätig.

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Legende: D – Darsteller, B – Drehbuch, P – Produktion, R – Regie

  • 1959: Grüne Ernte (La verte moisson) – (D) – Regie: François Villiers
  • 1960: Die Wahrheit (La Verité) – (D)
  • 1960: Die kleinen Nymphen von Paris (Les Nymphettes)
  • 1961: Von der Sonne geblendet (Le Soleil dans l’œil)
  • 1961: Das Mädchen mit dem leichten Gepäck (La ragazza con la valigia)
  • 1962: In der Hand eines Stärkeren (Et satan conduit le bal)
  • 1962: Tagebuch eines Sünders (Cronaca familiare)
  • 1963: In Ketten zum Schafott (Il fornaretto di Venezia)
  • 1964: Die 317. Sektion (La 317e section) – (D)
  • 1964: Liebe, Sex und Ärgernisse (Oltraggio al pudore)
  • 1964: Schräger Charme und tolle Chancen (La Chance)
  • 1965: Mord im Fahrpreis inbegriffen (Compartiment tueurs) – (D)
  • 1966: Ein Mann zuviel (Un homme de trop) – (D)
  • 1966: Rote Rosen für Angelica (Rose rosse per Angelica)
  • 1967: Die Mädchen von Rochefort (Les Demoiselles de Rochefort) – (D)
  • 1967: Der Horizont (L’Horizon) – (D)
  • 1967: Die Zeit der Kirschen ist vorbei (Le Grand Dadais) – (D)
  • 1968: Die kleine Brave (La Petite vertu) – (D)
  • 1968: Nächtliches Treiben (Vivre la nuit)
  • 1969: Z – (D, P)
  • 1970: Eselshaut (Peau d’âne)
  • 1971: Blanche (Blanche)
  • 1971: Der Würger mit dem weißen Schal (L’Étrangleur)
  • 1972: La Guerre d’Algérie – (P)
  • 1973: Der unsichtbare Aufstand (État de siège) – (D, P)
  • 1973: Trautes Heim (Home sweet home) – (D, P)
  • 1975: Sondertribunal – jeder kämpft für sich allein (Section speciale) – (D, P)
  • 1976: Sehnsucht nach Afrika (Black and White in Colour) – (P)
  • 1977: Das gefährliche Spiel von Ehrgeiz und Liebe (La Part du feu) – (D)
  • 1976: Die Tatarenwüste (Il deserto dei tatari)
  • 1977: Der Haudegen (Le Crabe-tambour) – (D)
  • 1978: Verhängnisvolle Freundschaft (L’Adoption) – (D, P)
  • 1980: Verdammt zum Schafott (Une robe noire pour un tueur) – (D)
  • 1981: Der Ungehorsam (La disubbidienza)
  • 1982: L’honneur d’un capitaine – (D)
  • 1984: Duett zu dritt (Paroles et musique) – (D)
  • 1984: Der Richter von Marseille (Le Juge) – (D)
  • 1984: Teuflische Umarmung (L’Année des Méduses) – (D)
  • 1985: Der Panther (Parole de flic)
  • 1989: Geheimauftrag Erdbeer Vanille (Vanille fraise) – (D)
  • 1989: Cinema Paradiso (Nuovo cinema paradiso) – (D)
  • 1989: Le Peuple singe – (P)
  • 1990: Eine Straßenbekanntschaft (La Contre-allée)
  • 1990: Haute Tension: Der Spieler (Pour cent millions) – (D)
  • 1991: Liebe kennt kein Gewissen (La Femme de l’amant) – (D)
  • 1991: Rien que des mensonges – (D)
  • 1991: Nacht ohne Ende – Hors la Vie (Hors la vie) – (P)
  • 1992: Das Ende der Unschuld (La corsa dell’innocente)
  • 1992: Guelwaar (Guelwaar) – (P)
  • 1992: L’Ombre – (D)
  • 1992: Schläfst Du noch? (Oh pardon! Tu dormais…)
  • 1993: Spion in Schwarz – (D)
  • 1993: Zeit des Zorns (Il lungo silenzio)
  • 1995: Les Enfants de Lumière – (D, P)
  • 1996: Le Silence des fusils
  • 1996: Mikrokosmos – Das Volk der Gräser (Mikrokosmos) – (P)
  • 1997: Der Mädchenmond (In fondo al cuore)
  • 1999: Ferien und andere Katastrophen (C’est pas ma faute) – (D)
  • 1999: Himalaya – Die Kindheit eines Karawanenführers (Himalaya – l’enfance d’un chef) – (P)
  • 2000: Spuren von Blut (Scènes de crimes) – (D)
  • 2001: Nomaden der Lüfte – Das Geheimnis der Zugvögel (Le Peuple migratuer) – (B, R, P)
  • 2001: Pakt der Wölfe
  • 2002: 11'09"01 – September 11 (11'09"01) – (P)
  • 2003: Frank Riva (Frank Riva) (Fernsehfilm)
  • 2003: Ein König über den Wolken (La-haut, un roi au-dessus des nuages)
  • 2004: Die Kinder des Monsieur Mathieu (Les choristes) – (D, P)
  • 2004: Le Carnet rouge – (P)
  • 2005: Eine fatale Entscheidung (Le petit lieutenant) – (D)
  • 2005: Wie in der Hölle (L’Enfer)
  • 2006: Das Parfum – Die Geschichte eines Mörders – (Erzähler der französischen Version)
  • 2008: Paris, Paris – Monsieur Pigoil auf dem Weg zum Glück (Faubourg 36)
  • 2009: Unsere Ozeane (Océans) – (B, P, R)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]