Jadraque

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Gemeinde Jadraque
Jadraque – Castillo
Jadraque – Castillo
Wappen Karte von Spanien
Wappen von Jadraque
Jadraque (Spanien)
Finland road sign 311.svg
Basisdaten
Autonome Gemeinschaft: Kastilienla ManchaKastilien-La Mancha Kastilien-La Mancha
Provinz: Guadalajara
Comarca: La Alcarria
Koordinaten 40° 56′ N, 2° 55′ WKoordinaten: 40° 56′ N, 2° 55′ W
Höhe: 830 msnm
Fläche: 38,91 km²
Einwohner: 1.434 (1. Jan. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 36,85 Einw./km²
Postleitzahl: 19240
Gemeindenummer (INE): 19156 Vorlage:Infobox Gemeinde in Spanien/Wartung/cod_ine
Verwaltung
Website: Jadraque

Jadraque ist ein Ort und eine Gemeinde (municipio) mit 1.434 Einwohnern (Stand 1. Januar 2018) im Zentrum der Provinz Guadalajara in der Autonomen Gemeinschaft Kastilien-La Mancha. Die katholische Kirchengemeinde gehört zum Bistum Sigüenza-Guadalajara. Jadraque liegt am Camino del Cid.

Lage und Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort Jadraque liegt ca. 50 m oberhalb der Talsenke des Río Henares im gebirgigen Zentrum der Provinz Guadalajara in einer Höhe von ca. 830 m. Die Entfernung zur südwestlich gelegenen Provinzhauptstadt Guadalajara beträgt ca. 48 km (Fahrtstrecke). Das Klima ist gemäßigt bis warm; Regen (ca. 440 mm/Jahr) fällt übers Jahr verteilt.[2]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1857 1900 1950 2000 2017
Einwohner 1.645 1.595 1.947 1.274 1.459[3]

Trotz der Mechanisierung der Landwirtschaft sowie die Aufgabe bäuerlicher Kleinbetriebe und des daraus resultierenden Verlusts an Arbeitsplätzen ist die Einwohnerzahl der Gemeinde im Wesentlichen stabil geblieben. Zur Gemeinde gehört auch der etwa 5,5 km nördlich gelegene Weiler (pedanía) Castilblanco de Henares.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde lebte jahrhundertelang ausschließlich vom Getreideanbau (Gerste und Weizen), der hauptsächlich zur Selbstversorgung betrieben wurde; auch Viehhaltung (Schafe, Ziegen, Hühner) fand in geringem Maße statt. Der Ort Jadraque diente als merkantiles, handwerkliches und kulturelles Zentrum für die inzwischen zumeist verschwundenen Weiler und Einzelgehöfte in seiner Umgebung. Heute spielt die Landwirtschaft immer noch die wichtigste Rolle, doch sind auch Einnahmen aus dem Tourismus (Vermietung von Ferienwohnungen) zu verzeichnen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Keltische, römische oder westgotische Spuren wurden bislang nicht entdeckt; im 8. und 9. Jahrhundert eroberten arabisch-maurische Heere das Land. Der Ortsname Xaradraq ist wahrscheinlich arabischen Ursprungs und bedeutet soviel wie „grünes Land“. Nach der im 10. Jahrhundert begonnenen und in der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts unter Alfons VI. vollendeten Rückeroberung (reconquista) Neukastiliens, die in der Einnahme der etwa 180 km weiter südwestlich gelegenen Stadt Toledo im Jahr 1085 ihren Höhepunkt fand, wurde das Gebiet mit Christen aus dem Norden neu- oder wiederbesiedelt (repoblación).

ZurbaránChristus hebt sein Gewand nach der Geißelung auf (1661)

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der Ort wird dominiert von der auch Castillo del Cid genannten Burg, die wohl bereits als kleine Festung in der Zeit des Kalifats entstand, in ihrem heutigen Zustand jedoch auf das ausgehende 15. Jahrhundert zurückgeht, als der Bischof und spätere Kardinal von Sigüenza, Pedro González de Mendoza († 1495), der gleichzeitig Großkanzler der Katholischen Könige war, Grundherr (señor) der Region wurde.[4]
  • Die Iglesia de San Juan Bautista ist Johannes dem Täufer geweiht und wurde anstelle eines romanischen Vorgängerbaus im 17. Jahrhundert erbaut. Hauptaltar und Orgel wurden im Spanischen Bürgerkrieg (1936–1939) zerstört, danach jedoch in Teilen wiederhergestellt und ergänzt. Das Innere birgt ein Gemälde von Francisco de Zurbarán aus dem Jahr 1661 mit der höchst ungewöhnlichen Darstellung des nach erfolgter Geißelung sein Gewand aufhebenden Christus.
  • Der Rathausplatz bietet ein hübsches Ensemble städtischer Bauten. Hier befindet sich auch die Casona de las Ursulinas, wo Francisco de Goya († 1828) und Gaspar Melchor de Jovellanos († 1811) während der französischen Besatzung Spaniens in den Jahren 1808/09 zeitweise Unterschlupf fanden.
Umgebung
  • Knapp 13 km nördlich liegt der kleine Ort Pinilla de Jadraque mit seiner schönen romanischen Kirche.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Jadraque – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Cifras oficiales de población resultantes de la revisión del Padrón municipal a 1 de enero. Bevölkerungsstatistiken des Instituto Nacional de Estadística (Bevölkerungsfortschreibung).
  2. Jadraque – Klimatabellen
  3. Jadraque – Bevölkerungsentwicklung
  4. Jadraque – Castillo