Atomgetriebenes Jagd-U-Boot

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Jagd-U-Boot)
Wechseln zu: Navigation, Suche

Ein atomgetriebenes Jagd-U-Boot ist ein militärisches U-Boot, das von einem Atomreaktor angetrieben wird und sowohl der Aufklärung als auch dem Angriff auf gegnerische Schiffe dient. Eine klassische Aufgabenstellung für solche Boote war und ist der Schutz der größeren U-Boote mit ballistischen Raketen (SSBN/SNLE) von verbündeten Streitkräften gegen feindliche Jagd-U-Boote.

Die Bezeichnung der NATO für atomgetriebene Jagd-U-Boote ist SSN (englisch Ship Submersible Nuclear) oder SNA (französisch Sous-marin nucléaire d’attaque).

Bewaffnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

SSN/SNA sind heute meist mit Torpedos und Lenkflugkörpern bewaffnet. So sind einige U-Boote der USA und Großbritanniens zudem mit Tomahawk-Marschflugkörpern und Harpoon-Seezielflugkörpern ausgestattet. Diese kamen erstmals im Zweiten Golfkrieg 1991 zum Einsatz.

Die amerikanische und russische Marine nutzen atomgetriebene Jagd-U-Boote zum Schutz der Raketenboote der Ohio- oder Typhoon-Klasse.

Der bislang einzige erfolgreiche Angriff eines SSN auf ein feindliches Schiff erfolgte 1982 im Falklandkrieg, als die HMS Conqueror mit zwei Torpedos den argentinischen Kreuzer General Belgrano versenkte.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit der USS Nautilus (SSN-571) stellte die US Navy 1954 das erste SSN und das erste Atom-U-Boot überhaupt in Dienst. Die sowjetische Marine zog 1958 mit der Leninski Komsomol nach. 1963 stellte die Royal Navy das erste europäische SSN, die HMS Dreadnought (S101) in Dienst. Zwanzig Jahre später baute auch Frankreich mit der Rubis (S 601) sein erstes SSN. Bereits 1974 hatte China ein SSN der Han-Klasse in Dienst gestellt.

All diese Staaten bauen auch weiterhin SSN.

Aktuelle und zukünftige SSN-Klassen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

United States Navy:

Royal Navy:

Russische Marine:

Französische Marine:

Marine der Volksrepublik China:

Indische Marine:

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. …nicht solange ich Premierministerin bin. Neue Zürcher Zeitung, 14. April 2007, abgerufen am 14. Juni 2017.