Jagdschloss Thiergarten

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Jagdschloss Thiergarten

Das Jagdschloss Thiergarten ist eine Schlossanlage in Thiergarten, einem Stadtteil von Bayreuth.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem das Gebiet in Thiergarten den Markgrafen von Brandenburg-Bayreuth schon längere Zeit der Jagd gedient hatte, ließ Markgraf Christian Ernst ein kleines erstes Jagdschloss errichten. Sein Nachfolger, der Markgraf Georg Wilhelm, der auch durch seine rege Bautätigkeit in St. Georgen am See in Erscheinung trat, ließ das Schlösschen durch einen solideren Neubau ersetzen. Diese Anlage hat sich bis heute erhalten. Baumeister war Johann David Räntz.

Die Jagd als Statussymbol und wichtiges gesellschaftliches Ereignis wurde auch unter den nachfolgenden Markgrafen gepflegt, allerdings ließ Markgraf Friedrich mit dem Jagdschloss Kaiserhammer eine für die Zeit modernere Anlage schaffen. Eine besondere Attraktion war die Bärenhatz, zu der eigens Bären angekauft wurden, die beispielsweise auf dem Waldstein in dem besonders konstruierten Bärenfang lebendig eingefangen werden konnten.[1] Das Schloss in Thiergarten verlor spätestens zu Beginn des 19. Jahrhunderts mit dem Abriss des linken Flügels seine ursprüngliche Funktion und diente längere Zeit landwirtschaftlichen Zwecken.

Die Fabrikantenfamilie Bayerlein nahm sich 1922 des verfallenden Gebäudes an und sorgte für die Renovierung in Anknüpfung an seine traditionsreiche Vorgeschichte. Der Käufer Adolf Bayerlein, der Inhaber der Bayreuther Spinnerei [2], war Mitglied des Historischen Vereins für Oberfranken.[3] Anfang der 1980er Jahre erwarb die Stadt Bayreuth mit Unterstützung zahlreicher Spender die Anlage, bis Ende 2010 wurde sie als Hotel und Restaurant genutzt. 2010 wurde das Ensemble zunächst zum Verkauf angeboten, dann jedoch entschieden, dort eine internationale Schule einzurichten.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Reinhardt Schmalz: Festrede zum Bärenfang. 2006.
  2. http://www.barnick.de/bt/wer/index.htm
  3. Eva Kunzmann: Zur Geschichte des Historischen Vereins für Oberfranken. In: Archiv für die Geschichte von Oberfranken. Bayreuth 1971, S. 264.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Koordinaten: 49° 54′ 1″ N, 11° 35′ 51″ O