Jagoda Marinić

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Jagoda Marinic

Jagoda Marinić (* 20. September 1977 in Waiblingen) ist eine kroatisch-deutsche Schriftstellerin, Theaterautorin und Kolumnistin.

Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jagoda Marinić ist die Tochter jugoslawischer Gastarbeiter aus Dalmatien. Sie hat ein Studium der Germanistik, Politikwissenschaft und Anglistik an der Universität Heidelberg absolviert.[1] 1999 erhielt Jagoda Marinić ein Hermann-Lenz-Stipendium und 2003 den Förderpreis der Kunststiftung Baden-Württemberg. Ihr erstes Buch mit Erzählungen, „Eigentlich ein Heiratsantrag“, veröffentlichte Marinić im Jahr 2001, für ihren 2005 erschienenen Erzählband „Russische Bücher“ wurde sie mit dem Grimmelshausen-Förderpreis ausgezeichnet.[2] 2006 erschien ihr Romandebüt „Die Namenlose“. Sie ist seit 2012 Mitglied des PEN-Zentrums Deutschland.

Im Juni 2007 trat Marinić unter achtzehn Teilnehmern beim 31. Wettbewerb um den Ingeborg-Bachmann-Preis in Klagenfurt an, wo sie ihren Text „Netzhaut“ las.[3]

Die Inszenierung des Theaterstücks „Zalina“, zu dem Marinić den Text schrieb, wurde im August 2007 mit dem „Exzellenzpreis“ für das „Beste Programm des Kulturhauptstadtjahres Hermannstadt 2007“ ausgezeichnet.

Neben Essays und Erzählungen verfasst sie Theaterkritiken und schreibt für die Frankfurter Rundschau, die taz und die Süddeutsche Zeitung. 2008 war sie Scout für den Heidelberger Stückemarkt, das Gastland war Kroatien.

Ihr Stück „Wer war Kitty Genovese?“ wurde 2011 für den Leonhard Frank Preis nominiert. Marinić leitet regelmäßig Schreibworkshops für Kinder und Jugendliche.[4] Seit 2012 leitet sie das „Interkulturelle Zentrum“ in Heidelberg.[5]

2016 erschien der Roman „Made in Germany – Was ist deutsch in Deutschland“, in dem sie sich mit der Identität Deutschlands als Einwanderungsland auseinandersetzt.[6] Ihr Sheroes. Neue Held*innen braucht das Land-Essaybuch (2019) fordert, Deutschland solle nicht länger „Zaungast in der wichtigsten feministischen Debatte der letzten Jahrzehnte“ sein.[7]

Marinić lebt und arbeitet seit vielen Jahren in Heidelberg.[8]

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verstreute Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Alles macht mich aus. Interview. In: BELLA triste Nr. 19, Hildesheim 2007.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Jagoda Marinić beim Suhrkamp-Verlag, abgerufen 15. Dezember 2019
  2. Jagoda Marinić, bei Hoffmann und Campe, abgerufen 15. Dezember 2019
  3. Netzhaut – Marinićs Text beim Ingeborg-Bachmann-Preis 2007 (PDF-Dokument; 104 kB)
  4. ZKM – Veranstaltungen 04 – 2011 :: Frauenperspektiven 2011.
  5. Das IZ Team – Interkulturelles Zentrum.
  6. Die Gäste im Studio – Jagoda Marinić, Schriftstellerin und Leiterin Interkulturelles Zentrum Heidelberg (Memento vom 17. Oktober 2016 im Internet Archive). daserste.ndr.de.
  7. Jagoda Marinić wünscht sich „Sheroes“, SWR 2 vom 6. März 2019, abgerufen 28. November 2019
  8. Jagoda Marinić, Schriftstellerin und Leiterin des Interkulturellen Zentrums Heidelberg, SWR 2, abgerufen 28. November 2019