Jakob Brüllmann

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Jakob Brüllmann (* 9. Dezember 1872 in Weinfelden, Schweiz; † 28. Dezember 1938 in Stuttgart) war ein Schweizer Bildhauer.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jakob Brüllmann wurde als ältestes von zehn Kindern in Weinfelden geboren. Sein Geburtshaus war das «Haus zur Schwärzi» in Weinfelden, welches heute noch als Schulhaus fungiert. Sein Vater war ein Steinmetz, und so hat man auch bei Jakob Brüllmann sein handwerkliches und gestalterisches Geschick entdeckt. Nach seinem Realschulabschluss erfuhr er seine erste Ausbildung im väterlichen Betrieb, ehe er weitere Erfahrung bei einem Steinhauer in St. Gallen sammelte. Aufgrund seines Talentes schaffte er es 1892 an die Kunstgewerbeschule München und studierte im Anschluss daran ab 1895 an der Akademie der Bildenden Künste München. Ausgebildet wurde er dort unter anderem von Wilhelm von Rümann.[1] Praxiserfahrung sammelte er 3 Jahre lang bei Bildhauer Drumm und Prof. Floßmann in München.

Im Jahr 1900 zog Jakob Brüllmann nach Stuttgart. Am 11. September 1900 heiratete er Luise geb. Stadler. Der gebürtige Schweizer Künstler nahm dort auch die deutsche Staatsbürgerschaft an. In den Folgejahren erstellte er viele Kunstwerke im Großraum Stuttgart, aber auch weiterhin in seiner Heimat.

Brüllmann beteiligte sich an zahlreichen Wettbewerben und gewann auch viele Preise. Er gehörte viele Jahre dem Vorstand der Stuttgarter Sezession an und galt als ein weiser Berater und Lehrmeister der jungen Künstlergeneration. Als feinsinniger Mensch ließ er sich in seiner Kritik anderer Künstler stets von einem feinen Taktgefühl leiten.

Jakob Brüllmann erlag am 28. Dezember 1938 einem schweren Herzleiden. Seine letzte Ruhestätte fand er auf dem stillen Waldfriedhof Stuttgart. Sein Grab ziert noch heute ein lebensgrosses junges Rehkitz, welches er selbst erstellt hat.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Viele Werke Jakob Brüllmanns sind auch heute noch öffentlich zugänglich. Aufgrund des Ersten Weltkrieges sind darunter auch mehrere Krieger- und Gefallenendenkmäler, so zum Beispiel im Ulmer Münster, in Marbach am Neckar oder in der Oswaldkirche in Stuttgart. Neben seinen großen Werken hat Jakob Brüllmann auch viele Ausschmückungen privater und öffentlicher Gebäude ausgeführt.

Zeitraum Ort Lage Adresse Objekt Details
- Stuttgart-Gaisburg Friedhof Gaisburg Hornbergstr. 140, 70186 Stuttgart Gefallenendenkmal
- Friedrichshafen Hafen, Anlegeplatz Romanshorn Seestr. 23, 88045 Friedrichshafen Fährmann und Bahnarbeiter
- Maulbronn Kloster Maulbronn Klosterhof 5, 75433 Maulbronn Denkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs[2]
- Chur Kunsthaus Chur Bahnhofstrasse 35, 7000 Chur Gipsmodell aus einem Wettbewerb für den Montana-Brunnen
- Privatbesitz - - Büste von Jakob Brüllmanns Vater Jakob mehr...
- Privatbesitz - - Büste von Jakob Brüllmanns Tochter Luise mehr...
- Privatbesitz - - Büste von Jakob Brüllmanns Sohn Helmut mehr...
- Weinfelden Rathaus Rathausstr. 2, 8570 Weinfelden Büste von Thomas Bornhauser
- Weinfelden Rathaus Rathausstr. 2, 8570 Weinfelden Büste von Paul Reinhard
- Zürich Schweizerische Rückversicherungs-Gesellschaft Mythenquai 50/60, 8022 Zürich Brunnen im Garten
- Stuttgart Stiftskirche Stiftsstr. 12, 70173 Stuttgart Oberster Umgang des Westturms: Zeichen der „neuen Zeit“
1901–1903 Stuttgart-Mitte Königin-Katharina-Stift Schillerstr. 5, 70173 Stuttgart-Mitte
1905 Pfullingen Landgut Erlenhof 72793 Pfullingen Wandbrunnen mehr…
1906 Murrhardt Villa Franck Hohenstein 1, 71540 Murrhardt Relief der Brunnenterrasse und des Giebels
1907–1908 Stuttgart Erlöserkirche/Martinskirche Birkenwaldstraße 24, 70191 Stuttgart Säulenrelief, Turmfiguren aus 400 Jahre alter Eiche
1907–1912 Stuttgart Gustav-Siegle-Haus (Philharmonie) Leonhardstr. 28, 70182 Stuttgart Reliefbild des Stuttgarter Wappentiers, Ausschmückung
1908–1910 Ulm Garnisonskirche Frauenstrasse 110, 89073 Ulm
1910 Giengen Kolumbarium der Familie Hähnle Auf dem Schiessberg 1, 89537 Giengen Kolumbarium Hähnle
1911 Zürich Bürkliplatz 8001 Zürich Arnold-Geiser-Brunnen mehr...
1911 Stuttgart Kunstgebäude Stuttgart Schloßplatz 2, 70173 Stuttgart Reliefs an Säulenachsen in Vorhalle, Stiftungstafel in buntem Marmor
1911 Stuttgart Marstall Stuttgart Ausschmückung
1912 Stuttgart Johannes-Kepler-Gymnasium Daimlerstr. 8, 70327 Stuttgart-Bad Cannstatt Bildhauerarbeiten
1912 Zürich Villa Schlössli Zürichberg, Zürich Brunnenfigur
1912–1913 Stuttgart Weißenburgpark Hohenheimer Straße 119 A, 70184 Stuttgart Monumentale Säule mit der Figur des Frühlings aus Bronze
1913 Stuttgart Heilandskirche Sickstraße 39, 70190 Stuttgart Altar, Taufstein und Kapitelle
1915 St. Gallen Neues Postgebäude Bahnhofsplatz 5, 9000 St. Gallen Bauplastik: Relief an der Posthalle über dem Eingang, Postillon mit Pferd an der Vorhalle
1915 Bern Zunfthaus der Gesellschaft zu Schmieden Schmiedenplatz 5, 3011 Bern Zunftwappen an der Fassade
1916 Zürich Bezirksgerichtsgebäude Außersihl Badenerstr. 90, 8004 Zürich Relief des Hl. Georg mit dem Drachen im Giebelfeld an der Südseite
1917 Zürich Schweizerische Bankgesellschaft (heute: UBS) Bahnhofstr. 45, 8001 Zürich Allegorisches Sandstein-Portal
1917 Stuttgart Hauptbahnhof Arnulf-Klett-Platz, 70173 Stuttgart Relief eines Ritters mit den Wappentieren Löwe und Hirsch
1917 Stuttgart-Mitte Hospitalkirche Hospitalstraße 20, 70174 Stuttgart-Mitte Württembergisches Reformationsdenkmal mehr…
1918–1922 Stuttgart-Weilimdorf Oswaldkirche Ditzinger Straße 1, 70499 Stuttgart-Weilimdorf Gefallenendenkmal[3] mehr…
1919–1921 Bad Urach Amanduskirche Gabriel-Biel-Platz 2, 72574 Bad Urach Zwei Steinfiguren
1920 Schwäbisch Hall Nikolaifriedhof Heilbronner Straße 14, 74523 Schwäbisch Hall Kriegerdenkmal
1921 Ulm Ulmer Münster Münsterplatz 14, 89073 Ulm Gedenktafel des Ulanenregiments
1921 Stuttgart-Nord Villa F. Roser Am Bismarckturm 58, 70192 Stuttgart-Nord Plastiken und Einfriedigung
1922 Lauffen am Neckar Pfalzgrafenburg Rathausstraße 10, 74348 Lauffen am Neckar Lauffener Kriegerdenkmal mehr…
1924 Ludwigsburg Alter Friedhof Schorndorfer Str., 71638 Ludwigsburg Kriegerehrenmal 1914–18
1924 Arbon Neue reformierte Kirche Arbon (Thurgau) Taufstein
1925 Steinheim an der Murr Martinskirche Kirchplatz 5, 71711 Steinheim an der Murr Kriegerdenkmal (zusammen mit dem Architekten Friedrich Haußer)[4]
1925 Stuttgart Spar- und Girokasse Königstr. 5, 70173 Stuttgart Geflügelter Merkur an der Seitenfassade
1926 Tübingen Neue Aula Wilhelmstr. 5-9, 72074 Tübingen Portal für das Zimmer des Rektors
1927 Stuttgart-Kaltental Mutter-Kind-Brunnen Hirsauer Straße 31, 70569 Stuttgart-Kaltental Kuckucksruf-Brunnen
1928 Stuttgart Oberpostdirektion Thouretstr. 6 und Kronenstrasse, 70173 Stuttgart Relief des Knabens mit dem Posthorn, evtl. auch die Schneckenpost
1931 Filderstadt Martinskirche Sielminger Hauptstr. 7, 70794 Filderstadt-Sielmingen Kruzifix[5] mehr…
1931 Weinfelden Rathausvorplatz Rathausstr. 2, 8570 Weinfelden Thomas-Bornhauser-Brunnen mehr…
1933 Stuttgart-Sillenbuch Martin-Luther-Kirche Oberwiesenstr. 28, 70619 Stuttgart-Sillenbuch Christusplastik mehr…
1934 Marbach am Neckar Stadttor Marktstraße, 71672 Marbach am Neckar Kriegerdenkmal am Stadttor
1937 Berlin Haus der Schweiz Unter den Linden 24/ Friedrichstr. 155/156, 10117 Berlin Lebensgroßer „Tellknabe“ in Bronze
1938 Giengen Brunnenbueble Memminger Torplatz, 89537 Giengen Brunnenfigur
1938 Stuttgart Martinskirche Eckartstr. 2, 70191 Stuttgart Lutherbild mit Christus
1938 Stuttgart Waldfriedhof Waldfriedhof 3, 70597 Stuttgart Grabstein mit Reh-Skulptur mehr…

Büsten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Tätigkeitsbereich von Jakob Brüllmann war auch die Erstellung von Büsten. Dies beinhaltet sowohl verwandte als auch berühmte Personen.

1905: Landgut Erlenhof in Pfullingen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Louis Laiblin (1861–1927) war durch ein Familienunternehmen sehr vermögend. Dieses Vermögen setzte Laiblin für viele Stiftungen und die Stadt Pfullingen ein. Diese verlieh ihm für seine Taten die Ehrenbürgerschaft der Stadt Pfullingen.[6] Laiblin richtete sich den Erlenhof als Wochenendsitz ein. Hierzu ließ er 1905 von Jakob Brüllmann einen Wandbrunnen für 1800 Mark errichten.[7] Eine erste Aufnahme des Erlenhofes existiert noch vom 3. August 1909.[8]

1911: Arnold-Geiser-Brunnen in Zürich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Arnold-Geiser-Brunnen

Eines der größten Werke von Jakob Brüllmann ist der Arnold-Geiser-Brunnen auf dem Bürkliplatz in Zürich. Arnold Geiser (1844–1909) war von 1876 bis 1907 der Stadtbaumeister von Zürich. In seinem Testament vermachte er der Stadt 40.000 Franken zur Errichtung eines öffentlichen monumentalen Brunnens.[9] Hierzu hat die Stadt Zürich einen Wettbewerb ausgerufen, bei dem Jakob Brüllmann den 1. Platz belegte. Somit wurde er mit der Ausführung des Werkes beauftragt. Am 20. Oktober 1911 erfolgte die Einweihung des Brunnens. Der Brunnen wurde aus einem 800 Zentner schweren Block hellen Muschelsandsteins aus den Würenloser Brüchen hergestellt. Auf einem Sockel befindet sich ein kräftiger junger Mann, der einen gewaltigen Stier zu bändigen versucht. Der Brunnen versinnbildlicht die Zügelung der Triebe.

1917: Reformationsdenkmal in Stuttgart[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Reformationsdenkmal in Stuttgart

Hauptartikel: Reformationsdenkmal (Stuttgart)

Das vielbeachtete Reformationsdenkmal an der Hospitalkirche in Stuttgart wurde 1917 aus Anlass der Vierhundertjahrfeier von Luthers Thesenanschlag von Jakob Brüllmann geschaffen. Die symbolische Darstellung der Auferstehung besteht aus drei Teilen: Im zwischen zwei Strebepfeilern eingesetzten Mittelteil der abgeschrankten Anlage thront der siegreich aus einem Sarkophag wiederauferstandene Christus mit der Siegesfahne. Ihn umgeben Sitzfiguren des deutschen Reformators Martin Luther und des Reformators Württembergs Johannes Brenz sowie Reliefs mit Szenen aus dem bäuerlichen Leben und Reliefs und Inschriftentafeln aus dem Reformationszeitalter. Die Christusfigur wurde bei einem Fliegerangriff am 12./13. September 1944 zerstört und von Jakob Brüllmanns Sohn Emil Brüllmann wieder hergestellt. Das Stuttgarter Reformationsdenkmal gilt zusammen mit dem Reformationsdenkmal in Genf als bedeutende und neuartige Weiterentwicklung des Denkmalgedankens.

1918–1922: Gefallenendenkmal Oswaldkirche in Stuttgart-Weilimdorf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Pfarrkirche St. Oswald (Weilimdorf)

Zwischen 1918 und 1922 entstand das Gefallenendenkmal an der Oswaldkirche in Stuttgart-Weilimdorf zu Ehren der Gefallenen des Ersten Weltkriegs. Zwei Inschriften zieren die Säule: Furchtlos und treu fielen für Vaterland und Heimat 121 Söhne der Gemeinde – unauslöschlicher Dank weihte den Tapfern dies Mal auf der einen Seite und Niemand hat grössere Liebe denn die dass er sein Leben lasset für seine Brüder auf der Rückseite. Nachträglich wurde noch eine Gedenktafel zu Ehren der Opfer des Zweiten Weltkrieges angebracht.

1922: Lauffener Kriegerdenkmal[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lauffener Kriegerdenkmal

1922 wurde das Lauffener Kriegerdenkmal vor dem Rathaus in Lauffen zu Ehren der Opfer im Ersten Weltkrieg errichtet. So steht es auch in der Inschrift geschrieben: Zum ehrenden Gedächtnis an die 189 Opfer im Weltkrieg 1914–1918. Von Stadt und Bürgerschaft im Jahre 1922 errichtet. Als 1949 der Schifffahrtskanal gebaut wurde, musste das Kriegerdenkmal abgebrochen werden. Aufbewahrt wurden lediglich die Namenstafeln und die Sandsteinsäule mit vier antiken Reliefköpfen. Im Jahre 2004 wurde die ursprünglich 5 Meter hohe Steinsäule in abgewandelter Form wieder aufgebaut.

1924: Kriegerehrenmal 1914/18 in Ludwigsburg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kriegerehrenmal 1914/18 in Ludwigsburg (Ausschnitt)

Hauptartikel: Kriegerehrenmal 1914/18 (Ludwigsburg)

Das 1924 auf dem Alten Friedhof in Ludwigsburg errichtete Kriegerehrenmal ist ein Steinkreis, der von einer übermannshohen Hecke umschlossen ist, hinter der sich neun ringförmig aufgestellte, überlebensgroße Stelen mit versenkten Reliefs von Jakob Brüllmann verbergen. Das Hauptrelief zeigt die kriegerische Figur des Erzengels Michael mit dem Flammenschwert. Um ihn reihen sich sechs Reliefs mit einfühlsamen, antikisierenden Kämpferdarstellungen und zwei Reliefs, die trauernde Mütter mit ihren Kindern zeigen.

1931: Kruzifix in der Martinskirche in Filderstadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1310 ist die Martinskirche in Filderstadt-Sielmingen ursprünglich geweiht worden. Dieser Bau ist jedoch nicht mehr erhalten. Vielmehr ist die Kirche wahrscheinlich im Jahr 1488/ 1489 neu aufgebaut worden. In der Folge ist die Kirche mehrmals umgebaut worden. Im Zuge des Umbaus von 1931 wurde auch das bisherige beschädigte Kruzifix ersetzt. Der Sielminger Oberlehrer Höss stiftete hierfür in Gedenken an seinen 1918 gefallenen Sohn Ernst ein neues Kruzifix, welches Jakob Brüllmannn aus Travertinstein erschuf. Eine Inschrift auf der Rückseite des Kruzifixes zeugt noch heute von der Stiftung.

1931: Thomas-Bornhauser-Brunnen in Weinfelden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Thomas Bornhauser, Dichter und demokratischer Staatsmann, arbeitete als Lehrer in Weinfelden und wurde später Pfarrer in Arbon. Ihm zu Ehren hat die Stadt Weinfelden bei Jakob Brüllmann für 1931 einen Brunnen für den Rathausplatz in Auftrag gegeben. Jakob Brüllmann fertigte zunächst vier Modelle aus Gips an, die er der Stadt zur Auswahl vorgelegt hat. Der Brunnen aus Rorschacher Sandstein zeigt eine Mutter mit ihren Kindern. Damit soll an Bornhausers soziales Gefühl für das Volk erinnert werden, seine Bereitwilligkeit, den Bedrängten zu helfen. Am Brunnen gibt es zwei Inschriften (links und rechts des Reliefportraits von Thomas Bornhauser): DEM VORKÄMPFER DER VERFASSUNG VON 1831 (Westseite) / DEM DICHTER UND ERWECKER UNSERES VOLKSLIEDES (Ostseite). Der Brunnen wurde 1931 anlässlich des Jubiläums 100 Jahre Regenerationsverfassung eingeweiht. Vater dieser ersten liberalen Verfassung war Thomas Bornhauser. Im Jahr 2012 soll der Brunnen im Zuge einer Gesamtsanierung des Weinfelder Rathausplatzes umfassend restauriert werden.

1933: Christusplastik in Sillenbuch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sillenbuch, Christusplastik am neuen Ort

Ein Privatmann stiftete 1932 der Martin-Luther-Kirche in Sillenbuch die Plastik des Kreuz tragenden Christus. Gemäß seinem Wunsch wurde die Plastik über der Grundsteinurkunde in der Vorhalle auf einem eigens hierfür in die Wand eingebrachten Sockel aufgestellt. Nachdem bei der Renovierung der Kirche im Jahr 1982 die Decke abgehängt wurde, musste die Plastik entfernt werden. Seitdem galt die Plastik als verschollen. Erst im Jahr 2008 ist die Plastik zum 75-jährigen Kirchenjubiläum wieder aufgetaucht. Nach deren Restaurierung wurde sie am 1. April 2012 wieder offiziell an einem neuen Platz im Treppenaufgang zum Kirchsaal eingeweiht.

1938: Grabstein auf dem Waldfriedhof Stuttgart[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Grab von Jakob Brüllmann auf dem Stuttgarter Waldfriedhof ziert ein Rehkitz, welches er noch zu Lebzeiten selbst geschaffen hat. Das Rehkitz wacht auf einem Sockel liegend am Kopfende des Grabes über seine letzte Ruhestätte. Das Rehkitz ist mittlerweile von Umwelteinflüssen angegriffen.

Haußer und Brüllmann[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Architekt Friedrich Haußer und der Bildhauer Jakob Brüllmann, die die Kriegergedenkstätte 1914/18 in Ludwigsburg zusammen erbauten, hatten schon 1916 bei der Anlage des Ehrenfriedhofs zusammengearbeitet. Später kam es mindestens noch einmal zur Zusammenarbeit an einem Kriegerdenkmal: 1925 schufen sie gemeinsam das Kriegerdenkmal an der Martinskirche in Steinheim an der Murr.[10]

„Die Zeit nach dem ersten Weltkrieg war vor allem auch die Zeit unzähliger Gedächtnismale und Friedhofsbauten. Auch Haußer hat sich in jener Zeit, als die allgemeine Bautätgkeit darniederlag, diesem Gebiet in vermehrtem Maße gewidmet.“ Von ihm stammt unter anderem auch die Grabeinfassung für die Ruhestätte des letzten württembergischen Königs Wilhelm II. auf dem Alten Friedhof (1922).[11]

Bereits während des Zweiten Weltkriegs war Brüllmann 1917 durch ein anderes Denkmal, das vielbeachtete Reformationsdenkmal in Stuttgart, hervorgetreten. Nach dem Krieg schuf auch Brüllmann weitere Kriegerehrenmale in den anderen württembergischen Städten.

Die Denkmäler, von denen Abbildungen vorliegen, scheinen eher konventionell (Löwe, Hirsch, Soldaten). Die Weilimdorfer Reliefs sind stark verwittert, so dass keine Aussage über sie möglich ist. Die Darstellungen antiker Köpfe an dem Denkmal in Lauffen sind zwar ungewöhnlich, lassen jedoch auf Grund fehlender Quellen keine Deutung zu.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Karl Heinz Burmeister: Brüllmann, Jakob. In: Baden-Württembergische Biographien, Band 1. Kohlhammer, Stuttgart 1994, ISBN 978-3-17-012207-9, S. 34–36 (Online)
  • Tapan Bhattacharya: Brüllmann, Jakob im Historischen Lexikon der Schweiz
  • [Wettbewerb Geiserbrunnen in Zürich]. In: „Schweizerische Bauzeitung“, Band 55, 1910, Seite 166, Band 56, 1910, Seite 41, 81, 138, Tafel 30-33 nach S. 138, online:.
  • Johannes Merz: Der evangelische Kirchenbau in Württemberg, Band 61, 1919, S. 322–338, hier: 338, 357 (Reformationsdenkmal, Lutherplakette).
  • Karl von Seeger: Das Denkmal des Weltkriegs, Stuttgart [1930], S. 109, 198, 221 (Kriegerdenkmäler).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Jakob Brüllmann – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Akademie der Bildenden Künste München: Matrikeldatenbank
  2. Gefallenendenkmäler im Enzkreis (abgerufen am 17. Mai 2016).
  3. Jakob Brüllmann: Denkmal für die Gefallenen des 1. Weltkrieges, 1918/22 (abgerufen am 19. Mai 2012)
  4. Evangelische Kirchengemeinde Steinheim an der Murr, Zeittafel 1700–heute.
  5. Martinskirche Filderstadt-Sielmingen (abgerufen am 17. Mai 2016)
  6. Mäzen Louis Laiblin (abgerufen am 18. Mai 2016)
  7. vgl. Abbildung der Rechnung über den Wandbrunnen vom 27. September 1905
  8. Alte Aufnahme des Erlenhofes (abgerufen am 19. Mai 2016)
  9. Beitrag aus "Würenloser Blätter" 1990 über die Entstehung des Geiserbrunnens auf dem Bürkliplatz in Zürich (PDF; 493 kB) aus Würenloser Muschelkalkstein. (abgerufen am 19. Mai 2016)
  10. Evangelische Kirchengemeinde Steinheim an der Murr, Zeittafel 1700–heute.
  11. #Huber 1988, S. 81.