Jakob Gerhard Engels

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Jakob Gerhard Engels (* 5. Oktober 1826 in Inden; † 16. Februar 1897 in Nümbrecht) war ein evangelischer Pastor und Pietist.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kindheit und Jugend[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jakob Gerhard Engels war nach einer nicht belegbaren Familientradition der Nachfahre eines hugenottischen Adligen mit dem Namen d'Ange , der seinen Namen nach der Flucht aus Frankreich in Engels umgewandelt hatte. Er wurde am 5. Oktober 1826 in Inden als Sohn eines Pfarrers geboren. Die Familie zog aber bald nach Köln um. Nach bestandener Reifeprüfung im August 1844 begann er das Studium der Philosophie in Berlin. Bereits nach einem Semester holte ihn der Vater nach Bonn, wo Jakob Engels das Studium der Theologie begann. Während der Deutschen Revolution stellte er sich mit einem Gewehr in die Reihen der Kölner Bürgerwehr. Bald aber bemerkte er den Graben zwischen der schönen Idee und ihrer Verwirklichung. Nach dem ersten Examen im Jahr 1849 war er für drei Monate Pfarrvikar in Kaiserswerth. Vor dieser Zeit muss eine entscheidende innere Hinwendung zu Jesus Christus als seinem Herrn stattgefunden haben, denn das Presbyterium der Gemeinde lobte seine Nächstenliebe und seine seelsorgerliche Tätigkeit. Danach musste er in Köln den Militärdienst ableisten. Während dieser Zeit arbeitete er dort im neu gegründeten Jünglingsverein mit.

Pastor in Nümbrecht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem zweiten theologischen Examen wurde er von der Gemeinde in Nümbrecht zum Pastor berufen. Dieses Amt trat er 1851 an. Die Gemeinde hatte damals ca. 6000 Einwohner, die über ein großes Gebiet verteilt waren. Dies brachte eine entsprechend hohe Arbeitsbelastung mit sich. In den Jahren 1852–1860 hatte er jedes Jahr meist mehr als 180 Taufen, 140 Beerdigungen und 40 Trauungen durchzuführen. Obwohl ihm später auch andere Pastorenstellen angeboten wurden, blieb er dieser Gemeinde treu und arbeitete dort 45 Jahre.

In den Jahren 1877–1878 kam es zu einer Erweckung, die besonders durch die Predigten des amerikanischen Evangelisten und Heiligungspredigers Robert Pearsall Smith in Wuppertal ausgelöst wurde. In dieser Zeit musste Engels gegen extreme Glaubensauffassungen Stellung nehmen. Er konnte aber bei einigen Gläubigen die Trennung von der Volkskirche und die Abwanderung in eine Freikirche nicht verhindern.

Engels blieb sein Leben lang unverheiratet. Da das Presbyterium nicht auf ihn verzichten wollte, tat er seinen Dienst bis an sein Lebensende. Er starb am 16. Februar 1897.

Wirkung auf Zeitgenossen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von Jakob Gerhard Engels ging eine starke Wirkung auf die Menschen seiner Umgebung aus. Mitunter reichte es aus, dass Engels nur den Segen sprach, und die Angesprochenen empfingen inneren Frieden.[1] Sein Amtskollege und Freund Otto Funcke beschrieb diese Wirkung mit folgenden Worten:[2]

„Dieses Wandeln mit Gott gab im eine heilige Stille, wodurch er einen fast zauberischen Einfluß auf allerlei Menschen hatte. Die Gegenwart meines Jakob goß immer Öl auf die bewegten Wogen meines Seelenlebens und bewahrte mich vor allerlei Unbesonnenheit.“

Sein ehemaliger Konfirmand, der Theologieprofessor August Lang, schrieb über diese Wirkung:[3]

„Hier ist ein Mann, der für die Ewigkeit lebt, und von dem Ewigkeitskräfte bei jeder, auch einer flüchtigen Berührung ausgehen.“

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Friedrich Augé: Jakob Gerhard Engels weiland Pastor zu Nümbrecht. Ein Lebensbild. Ein Beitrag zur Geschichte des christlichen Lebens in der rheinischen Kirche. Neukirchen [1902].
  • Wolfgang Becker: Die Erweckungsbewegung. In: Klaus Goebel (Hrsg.): Christliches Leben im Homburger Land von der Reformation bis heute. Martina Galunder, Nümbrecht 2004; 48–70. ISBN 3-89909-033-0
  • Adolf Brüggemann: Dreihundert Jahre Pfarrergeschlecht Engels 1642-1942. In: Monatshefte für Rheinische Kirchengeschichte 36 (1942), S. 65–81.
  • Ernst Buddeberg: Jakob Gerhard Engels. Ein Ewigkeitsmensch. Elberfeld 1929.
  • Johannes Conrad: Erinnerungen an Pastor Jacob Gerhard Engels. o. O. [1953].
  • Wilhelm Haarbeck: „Jesus und die Ewigkeit!“ Charakterbild und Zeugnisse des gottbegnadeten Predigers und Seelsorgers Jakob Engels in Nümbrecht. Neukirchen [1903].
  • Hans Horn: Jacob Gerhard Engels (1826–1897). In: Rheinische Lebensbilder 6, Köln 1975, 169–187.
  • August Lang: Pastor Jakob Engels in Nümbrecht. Zu seinem 100. Geburtstag, 5. Oktober 1926. In: Reformierte Kirchenzeitung 76 (1926) Nr. 43.
  • Arno Pagel: Jakob Gerhard Engels – Von der Macht eines wahren Jüngers Jesu. 3. überarbeitete Auflage, Verlag der Liebenzeller Mission, Bad Liebenzell 1984. ISBN 3-88002-234-8; Jakob Gerhard Engels. Ein gesegneter Pfarrer in Nümbrecht, 4. überarbeitete Auflage, Ev. Kirchengemeinde Nümbrecht, Nümbrecht 2002.
  • Spurensuche. Berichte, Aufsätze und Vorträge zum 100. Todesjahr von Pfarrer Jacob Gerhard Engels, hg. v. der Ev. Kirchengemeinde Nümbrecht 1997.
  • Walter HollwegEngels, Jacob Gerhard. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 4, Duncker & Humblot, Berlin 1959, ISBN 3-428-00185-0, S. 528 f. (Digitalisat).
  • Friedrich Wilhelm BautzEngels, Jakob Gerhard. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 1, Bautz, Hamm 1975. 2., unveränderte Auflage Hamm 1990, ISBN 3-88309-013-1, Sp. 1514–1515.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Arno Pagel: Jakob Gerhard Engels. 3. überarbeitete Auflage, Verlag der Liebenzeller Mission, Bad Liebenzell 1984, S. 53 + 59
  2. Arno Pagel: Jakob Gerhard Engels. 3. überarbeitete Auflage, Verlag der Liebenzeller Mission, Bad Liebenzell 1984, S. 51
  3. Arno Pagel: Jakob Gerhard Engels. 3. überarbeitete Auflage, Verlag der Liebenzeller Mission, Bad Liebenzell 1984, S. 70