Jakob Lukas Schabelitz

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Jakob Lukas Schabelitz (* 10. März 1827 in Basel; † 28. Januar 1899 in Zürich) war ein Schweizer Verleger.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jakob Lukas Schabelitz lebte von 1845 bis 1848 in England und bewegte sich dort in den Kreisen politischer Flüchtlinge aus Deutschland. Er schrieb Beiträge für die Deutsche Londoner Zeitung und die Deutsche-Brüsseler-Zeitung, war Mitglied im Bund der Kommunisten und des Londoner Arbeiter-Bildungsvereins. Nach seiner Rückkehr in die Schweiz übernahm er 1850 die väterliche Buchhandlung in Basel und gründete 1854 einen Verlag (Verlags-Magazin) in Zürich. Dieser wurde zu einem der bekanntesten Publikationsorte für oppositionelle Deutsche, die im eigenen Land der Zensur unterworfen waren.

Zum Verlagsprogramm gehörten vor allem politische Schriften, darunter Bücher von Friedrich Engels und August Bebel. Nachdem die Neue Rheinische Zeitung eingestellt worden war, stand Schabelitz in konkreten Verhandlungen mit Engels und Karl Marx, die Zeitung neu herauszugeben. 1852 druckte er Marx’ Enthüllungen über den Kölner Kommunisten-Prozeß in einer Auflage von 2.000 Exemplaren, die jedoch bei der Auslieferung nach Deutschland beschlagnahmt wurden.

In den 1880er- und 1890er-Jahren förderte Schabelitz daneben die Literatur des Naturalismus und der Avantgarde. Zu den bekanntesten Schriftstellern seines Verlages gehörten Hermann Bahr, Arno Holz, Oskar Panizza und Frank Wedekind. Da etliche von ihm verlegte Bücher in Deutschland verboten waren und viele der von Schabelitz geförderten Autoren zu renommierteren Verlagen wechselten, sobald sich Erfolg einstellte, hatte der mutige Verleger nur geringen wirtschaftlichen Erfolg. Nach Schabelitz’ Tod erlosch der Verlag.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Tibor Dénes: Lehr und Wanderjahre eines jungen Schweizers (1845–1848). Jakob Lukas Schabelitz, Herzog Karl II. von Braunschweig und die Deutsche Londoner Zeitung. In: Schweizerische Zeitschrift für Geschichte. Revue Suisse d’histoire. Revista storia svizzera. Basel 1966.
  • Inge Kießhauer: Ein Nachruf im Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel vom Februar 1899 für Jacob Lukas Schabelitz. In: Beiträge zur Marx-Engels-Forschung, Nr. 26, Berlin 1989, S. 260–263.
  • Conrad Ulrich: Der Buchhändler und Verleger Jakob Schabelitz 1827–1899. In: Joseph Jung (Hrsg.): Ulrico Hoepli. 1847–1935. Buchhändler, Verleger, Antiquar, Mäzen. NZZ, Zürich 1997, ISBN 3-85823-689-6, S. 185–198.
  • Conrad Ulrich: Der Verleger Jakob Lukas Schabelitz 1827–1899. Gelehrte Gesellschaft in Zürich, Neujahrsblatt auf das Jahr 1999. Beer, Zürich 1999, ISBN 3-906262-11-1.
  • Bert Andréas, Jacques Gandjonc und Hans Pelger (Hrsg.): Association Démocratique, ayant pour but l’union et la fraternité de tous les peuples. Eine frühe internationale demokratische Vereinigung in Brüssel 1847–1848. Bearb. von Helmut Elsner und Elisabeth Neu (= Schriften aus dem Karl-Marx-Haus, Heft 44). Trier 2004, ISBN 3-86077-847-1. S. 83, 216, 220, 234, 240, 255, 268, 271, 273, 277, 399–404, 422, 443, 612.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]