Jakobstor (Regensburg)

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Jakobstor (2013)

Das Jakobstor in Regensburg wurde am Beginn des 14. Jahrhunderts errichtet und war Teil der damals entstehenden Stadtbefestigung von Regensburg. Das Tor liegt am westlichen Rand der Altstadt von Regensburg und erhielt seinen Namen vom unmittelbar benachbarten Schottenkloster St. Jakob. Die zwei Halbrundtürme, die heute als Jakobstor bezeichnet werden, schließen die Jakobsstraße nach Westen ab. Beide Türme waren ehemals Bestandteile einer aus mehreren Gebäuden, Mauern und Türmen bestehenden umfangreichen, stark befestigten Toranlage, die damals die gesamte westliche Hälfte der heutigen Jakobsstraße einnahm.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Jakobstor am westlichen Ende der Jakobsstraße führt heute aus der Altstadt von Regensburg heraus auf den Platz der Einheit, der früher Platz vor dem Jakobstor genannt wurde. Von hier aus führt der Weg in den benachbarten Stadtpark. Vom Platz zweigen mehrere Straßen ab, die in westliche und südliche Vororte von Regensburg (Prüfening, Großprüfening-Dechbetten-Königswiesen, Kumpfmühl) führen. Zwei dieser Straßen fungieren auch als Autobahnzubringer. Damit bündeln sich am engen Jakobstor alle die Ost-West-Verkehrsströme, die die Altstadt von Regensburg queren, darunter auch vier Nahverkehrslinien. Das Jakobstor ist deshalb ein so stark frequentierter Verkehrsmittelpunkt, dass es im Jahr 2019 einer Totalsanierung mit Kosten von 53.000 € unterzogen werden musste, weil die „vom Salz zerfressenen“ Außenfassaden beider Türme  abgeschlagen und erneuert werden mussten.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jakobstor mit Domtürmen Ansichtskarte 1910
links Wegesäule (1495)

Die ursprüngliche Jakobstoranlage, erbaut am Beginn des 14. Jahrhunderts war ein wichtiger Stadtausgang und Stadteingang. Hier begannen und endeten alle wichtigen Fernhandelswege nach Westen und Süden (z. B. nach und von München, Augsburg und Nürnberg), die nicht über die Steinerne Brücke verliefen. Durch das Jakobstor wurden aber auch die bereits erwähnten benachbarten südlichen Vororte erreicht, die für die Lebensmittelversorgung von Regensburg wichtig waren. Auch für die fußläufige Regensburger Bevölkerung war das Jakobstor attraktiv, zumal unmittelbar vor dem Tor nach 1511 der Stadtpark entstanden war wo, sich die Übungsplätze für die Schützenvereine befanden. Nach 1527 entstand dort auch der protestantische Friedhof und später nach 1812 bzw. 1822 der katholische und der jüdische Friedhof.

Im 30-jährigen Krieg während der Kämpfe um Regensburg wurde das Jakobstor und die südlich angrenzenden Mauern besonders schwer beschossen. Das Stadttor hielt stand, die südlicher gelegenen Mauern, Vorwerke und Basteien waren anfälliger und wurden teilweise zerstört. Das führte im November 1633 zur Eroberung der Stadt durch die Schweden. Nach dem Krieg waren Plätze und Wege, Parkanlagen und Friedhöfe vor dem Jakobstor vollständig ruiniert, wurden aber zügig erneuert.[2]

Nach 1800 konnten die stadtnahen Erholungs- und Ausflugsgebiete am Ufer der Donau, die damals zunehmend beliebter wurden, vom Jakobstor aus erreicht werden. Die Verkehrsverbindung war besonders wichtig für den dort am Ufer der Donau liegenden und von Handwerkern und Fischern besiedelten Vorort Prebrunn, der zwar seit jeher außerhalb der Stadtmauer lag, aber immer mit der Stadt wirtschaftlich sehr eng verbunden blieb. Nach 1656 musste der Handel mit Prebrunn über das Jakobstor abgewickelt werden, denn  nach dem Bau der neuen Prebrunnbastei im heutigen Herzogspark konnte das Stadtgebiet nicht mehr entlang der Donau mit Fuhrwerken erreicht werden, weil das Prebrunntor durch den erhöhten Basteihügel verschüttet worden war.

Beschreibung der ursprünglichen Toranlage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von der ehemaligen großen Toranlage des Jacobstores, die im Zusammenhang mit der landseitigen Stadtmauer der Stadtbefestigungsanlagen um 1301 erbaut wurde, sind heute nur noch die beiden Halbrundtürme der ehemaligen Brücken-Toranlage erhalten. Die gesamte ehemalige Jakobstoranlage umfasste mehrere Bauwerke, darunter zwei seitliche Magazingebäude, zwei separate hohe Wehrtürme, die Brücken-Toranlage und die quer über die Jakobsstraße verlaufende und einzelne Bauwerke verbindende Stadtmauer.

Die am Donauufer im heutigen Herzogspark beginnende Stadtmauer folgte zunächst dem Verlauf der heutigen Straße Stahlzwingerweg nach Süden bis zur Einmündung des Stahlzwingerweges in die heutige Jacobsstraße. Dort erhob sich mitten auf der heutigen Jakobsstraße der sog. Jakobstorturm, der dem erhaltenen (Ostentorturm ähnlich war. An diesen Torturm schloss die Stadtmauer beidseitig an, so dass man nur durch dieses erste Stadttor auf den dahinterliegenden Binnenhof und dann weiter zum eigentlichen Jakobstor mit Brücke über den Stadtgraben gelangen konnte. Der Binnenhof wurde auf beiden Seiten durch zwei Magazingebäude begrenzt. Diese Gebäude waren östlich durch absperrende Mauerzungen an den Stadttorturm und westlich an jeweils einen der beiden Halbrundtürme des Brücken-Vorwerks angeschlossen. Der Binnenhof bildete demnach den erweiterten Zwingerbereich der Stadtmauer, die dann in ihrem weiteren Verlauf nach Süden dem heutigen Wiesmeierweg folgte.

Der Austritt aus der Stadt und der Übergang über den Stadtgraben erfolgte über eine Zugbrücke. Man erreichte die Brücke durch ein weiteres Außentor, das durch die beiden heute erhaltenen Halbrundtürme flankiert war. Dieses Brücken-Vorwerk wurden seinerseits geschützt durch einen unmittelbar südlich benachbarten hohen Wehrturm, der ebenso wie der Jacobstorturm nicht erhalten ist. Von den beiden seitlichen Magazingebäuden blieb das nördliche Gebäude erhalten. Es diente als städtisches Heu- und Holzlager, beherbergte in der Neuzeit bis 2013 ein Polizeirevier und wird heute als Hotel genutzt. Das südliche als Strohlager genutzte Magazingebäude wurde 1829 zu einem Palais umgebaut und dient heute als Wohnhaus.

Die ehemalige große Jakobstoranlage wurde bereits 1815 und damit 50 Jahre früher als die übrigen Stadtbefestigungsanlagen weitgehend abgebrochen. Der Grund dafür lag sicher in der starken Behinderungen des Verkehrs durch die quer über die Straße verlaufenden Mauern und den mitten auf der Straße stehenden Torturm. Abgebrochen wurde auch das Außentor zwischen den beiden Halbrundtürmen, die als einzige erhalten blieben. Sie erhielten im Stil der Neugotik Zinnen, Maßwerkfenster und zusätzlich auch Durchgänge für Fußgänger. Um die beiden Halbrundtürme wieder zu einem Tor zu gestalten, wurden sie durch eine Mauer mit spitzbogiger Tordurchfahrt verbunden, die aber bereits 1903 der Linienführung der Straßenbahn wieder weichen musste. Letzte Reste der neugotischen Überformungen verschwanden 1957 mit Ausnahme der Zinnen, die erhalten blieben.[3]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Jakobstor (Regensburg) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Jakobstor vom Salz zerfressen. Abgerufen am 7. September 2019 (deutsch).
  2. Karl Bauer: Regensburg Kunst- Kultur- und Alltagsgeschichte. 6. Auflage. MZ-Buchverlag in H. Gietl Verlag & Publikationsservice GmbH, Regenstauf 2014, ISBN 978-3-86646-300-4, S. 602 f.
  3. Karl Bauer: Regensburg Kunst- Kultur- und Alltagsgeschichte. 6. Auflage. MZ-Buchverlag in H. Gietl Verlag & Publikationsservice GmbH, Regenstauf 2014, ISBN 978-3-86646-300-4, S. 542 f., S. 446 ff.