James Agee

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James Rufus Agee (* 27. November 1909 in Knoxville, Tennessee; † 16. Mai 1955 in New York) war ein US-amerikanischer Dichter, Journalist, Sozialaktivist, Drehbuchautor und Filmkritiker. In den 1940er Jahren war er einer der einflussreichsten Filmkritiker in den USA.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Als James Agee sechs Jahre alt war, verunglückte sein Vater Hugh James Agee bei einem Autounfall tödlich. Dieser frühe tragische Verlust spornte ihn zu dem autobiografischen Roman A Death in the Family an, der 1957 postum und in unvollendeter Form veröffentlicht und ein Jahr später mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet wurde.[1] Seine Schulausbildung verbrachte er zum größten Teil in verschiedenen Internaten. Im Anschluss ging er nach Harvard und arbeitete danach als Journalist bei verschiedenen Zeitungen. Neben der journalistischen Alltagsarbeit verfasste er vor allem Buch- und Filmkritiken, die weite Beachtung fanden.[2]

1936 verbrachte Agee im Auftrag des Magazins Fortune einige Monate zusammen mit dem Photographen Walker Evans bei Erntearbeitern in Alabama und schrieb darüber einen Artikel, der allerdings nicht veröffentlicht wurde. Evans und Agee erweiterten den Artikel zu einem Photobuch (Let Us Now Praise Famous Men: Three Tenant Families, 1941), das seither als eines der bedeutendsten photojournalistischen Dokumente zur amerikanischen Depressionszeit gilt.

Agee war von 1942 bis 1948 Filmkritiker der Magazine Time und Nation und arbeitete im Anschluss als freier Journalist und Schriftsteller. 1949 schrieb er im Life einen ausführlichen Artikel über Stummfilmkomiker wie seinen Freund Charlie Chaplin, Harold Lloyd und Buster Keaton. Agees Lob und Anerkennung für Keaton leitete dessen Wiederentdeckung als bedeutender Komiker in den folgenden Jahrzehnten ein. In den 1950er-Jahren schrieb Agee unter anderem die Drehbücher für die beiden inzwischen zu Hollywood-Klassikern gewordenen Filme African Queen (1951) und Die Nacht des Jägers (1955).

Agee war dreimal verheiratet und hatte vier Kinder, darunter der 1940 geborene Schriftsteller und Übersetzer Joel Agee. Er starb mit 45 Jahren an einem Herzinfarkt in einem New Yorker Taxi auf dem Weg zu seinem Arzt. Sein autobiografischer Roman A Death in the Family erschien 1957 posthum und wurde mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

  • 1934 Permit Me Voyage (Gedichte)
  • 1941 Let Us Now Praise Famous Men: Three Tenant Families (Sozialreportage, mit Photos von Walker Evans). Houghton Mifflin, Boston, USA.
    • Preisen will ich die grossen Männer: 3 Pächterfamilien, dt. von Karin Graf; München: Schirmer-Mosel 1989. ISBN 3-88814-287-3.
  • Neuauflage: Preisen will ich die großen Männer, Die Andere Bibliothek, Berlin 2013, ISBN 978-3-8477-0344-0.
  • 1951 The Morning Watch (Roman)
    • Die Morgenwache, dt. von Ruth Malchow; Stuttgart: Klett-Cotta 1964.
  • 1957 A Death in the Family (Roman)
    • Ein Schmetterling flog auf , dt. von Gerda von Uslar; Hamburg: Nannen 1962.
    • auch als: Ein Todesfall in der Familie; gleiche Übersetzung, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1991. ISBN 3-499-40086-3
    • Neuausgabe: Ein Todesfall in der Familie; gleiche Übersetzung, überarbeitet von Ingo Herzke; München C.H. Beck 2009. ISBN 978-3-406-58388-9
  • 1958 Agee on Film (Filmkritiken 1942 - 48)
  • 1960 All the Way Home (Tad Mosels Bühnenadaption von A Death in the Family)
  • 1968 The Collected Poems of James Agee
  • 1968 The Collected Short Prose of James Agee

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Filmografie[Bearbeiten]

Drehbücher nach Vorlagen anderer Autoren[Bearbeiten]

Verfilmungen eigener Werke[Bearbeiten]

  • 1962 – Ein Schmetterling flog auf (All the way home) – Regie: Alex Segal – nach dem gleichnamigen Roman

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vgl. den Eintrag in Bernd Engler und Kurt Müller (Hrsg.): Metzler-Lexikon amerikanischer Autoren. Metzler Verlag, Stuttgart et al. 2000, ISBN 3-476-01654-4, S. 9. Im Gegensatz zu anderen Quellen wird das Alter Agees zum Zeitpunkt des tödlichen Unfalls seines Vaters an dieser Stelle mit sieben Jahren angegeben.
  2. Vgl. den Eintrag in Bernd Engler und Kurt Müller (Hrsg.): Metzler-Lexikon amerikanischer Autoren. Metzler Verlag, Stuttgart et al. 2000, ISBN 3-476-01654-4, S. 9.

Weblinks[Bearbeiten]