James B. Comey

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James B. Comey (2013)
James B. Comey (am Pult) bei seiner Vorstellung mit Vorgänger Robert Mueller (links) und Präsident Barack Obama
Unterschrift von James B. Comey (2016)

James Brien Comey, Jr. (* 14. Dezember 1960 in Yonkers, New York) ist ein US-amerikanischer Jurist, Wirtschaftsmanager und Regierungsbeamter. Seit dem 4. September 2013 ist er Direktor des Federal Bureau of Investigation (FBI).[1] Von 2003 bis 2005 war er stellvertretender Justizminister (US Attorney General) der Vereinigten Staaten.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Schulbesuch studierte Comey zunächst Chemie und Religion am College of William & Mary und beendete dieses Studium 1982 mit einem Bachelor of Science (B.S. Chemistry and Religion). Ein anschließendes postgraduales Studium der Rechtswissenschaften an der Law School der University of Chicago schloss er 1985 mit einem Juris Doctor (J.D.) ab.

Danach war er Mitarbeiter des Rechtsberatungsrates des National Legal Center for the Public Interest und trat dann 1987 als Staatsanwalt in das US-Justizministerium ein, in dem er bis 1993 stellvertretender Leiter der Abteilung für Strafrecht (Criminal Division) für den südlichen Distrikt von New York war. Daneben lehrte er an der University of Richmond. 2002 wurde er US Attorney für den südlichen Distrikt von New York. Er ermittelte u. a. im Bombenanschlag von Al-Chubar.

Von 2003 bis 2005 war Comey, der Mitglied der Republikanischen Partei ist, stellvertretender Justizminister der Vereinigten Staaten. Als solcher widersetzte er sich manchen Folter- und Überwachungs-Maßnahmen der Regierung George W. Bush, die dann mit Änderungen doch in Kraft traten.[2]

2005 wurde er 'Senior Vice President' und Chefrechtsberater des Rüstungs- und Technologieunternehmens Lockheed Martin. 2010 wechselte er zum Hedgefond Bridgewater Associates.[1]

Im März 2011 verlieh ihm seine Alma Mater für seine Staatsdienste die Carter O. Lowance-Fellowship.[3]

Seit Anfang 2013 war er Professor an der Columbia University in New York City.

Im Mai 2013 schlug Barack Obama Comey als Director of the Federal Bureau of Investigation vor, weil er sowohl bei den Demokraten als auch bei Republikanern unterstützt wird.[4] Seine Nominierung wurde im Juli 2013 im Senat der Vereinigten Staaten bestätigt; er hat sein neues Amt am 4. September 2013 angetreten, dem letzten Arbeitstag seines Vorgängers Robert Mueller.[5]

Comey war im Vorfeld der Präsidentschaftswahl in den Vereinigten Staaten zweimal Gegenstand der öffentlichen Debatte geworden, weil er im Juli 2016 zunächst unter Eid verkündet hatte, dass Kandidatin Hillary Clintons Umgang mit dienstlichen Emails in ihrer Amtszeit als Außenministerin nicht weiter verfolgt werden solle, dann aber Ende Oktober 2016, elf Tage vor der Wahl, bekanntgab, die Ermittlungen wieder aufnehmen zu wollen. Diese Bekanntmachung half Clintons Gegner Donald Trump und Comeys Entscheidung, an die Öffentlichkeit zu gehen, ohne zuvor das neue Material in dem Fall überhaupt gesichtet zu haben, wurde von demokratischen und republikanischen Senatoren öffentlich scharf kritisiert.[6][7] Im Zuge der Debatte wurde bekannt, dass Comey einen Monat vor der Präsidentschaftswahl nicht bekanntgeben wollte, dass die Russische Föderation versucht, die Wahl durch Hacker zu beeinflussen, weil er der Ansicht war, so dicht vor der Wahl könne eine solche Bekanntmachung als parteiische Einmischung gewertet werden.[7] Der General-Inspektor beim amerikanischen Justizministerium teilte im Januar 2017 mit, er wolle untersuchen lassen, ob das FBI im Umgang mit Clinton gemäß den Regeln agierte.[8][9]

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Er und seine Frau Patrice haben fünf Kinder. Comey ist Republikaner und unterstützte John McCains Kandidatur gegen Obama 2008 und Mitt Romneys Kandidatur gegen Obama 2012.[10]

Comey kritisierte Apple und Google, weil sie in Zukunft Kundendaten so verschlüsseln wollen, dass sie auch von den Unternehmen selbst nicht mehr entschlüsselt werden können.[11]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: James B. Comey – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b https://www.fbi.gov
  2. The Intercept 25. Februar 2016: „...he pushed back on certain elements of the Bush-Cheney torture and surveillance programs — but ended up signing off on both.“
  3. James B. Comey, Jr. '82, honored for public service as Lowance Fellow. In: William & Mary College, 28. März 2011, abgerufen am 18. Juli 2015 (englisch).
  4. Republikaner soll neuer FBI-Chef werden. In: N24.de, 30. Mai 2013, abgerufen am 18. Juli 2015.
  5. Obamas Favorit: US-Senat bestätigt Comey als neuen FBI-Boss. In: Spiegel online, 31. Juli 2013, abgerufen am 18. Juli 2015.
  6. Sari Horwitz: „FBI Director James B. Comey under fire for his controversial decision on the Clinton email inquiry“ Washington Post 28. Oktober 2016
  7. a b Sari Horwitz, Tom Hamburger und Ellen Nakashima: „Comey faces a firestorm of criticism over renewed Clinton email probe“ Washington Post vom 31. Oktober 2016
  8. FAZ.net 13. Januar 2017: Justizministerium prüft FBI-Vorgehen gegen Clinton
  9. washingtonpost.com 21. Januar 2017: Justice Department inspector general to investigate pre-election actions by department and FBI
  10. Mike Allen, Josh Gerstein: President Obama to tap James Comey for FBI. In: politico.com, 2013/05, abgerufen am 18. Juli 2015 (englisch).
  11. Matthias Huber: Soziale Netzwerke sind Kommandozentralen für Terroristen. In: sueddeutsche.de, 4. November 2014, abgerufen am 18. Juli 2015.