James Bamford

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James Bamford (* 24. September 1946 in Atlantic City, New Jersey) ist ein amerikanischer Journalist.

Bamford besuchte die New Jersey High School, die Suffolk University und entschied sich, nachdem er drei Jahre in der United States Navy gedient hatte, für ein Studium der Rechtswissenschaften in Boston. Nach seinem Abschluss suchte er seine Aufgabe, inspiriert durch die Watergate-Affäre, im Journalismus. Trotz seiner zeitaufwändigen Tätigkeit bei verschiedensten Zeitungsverlagen fand er die Zeit, ein eigenes Buch zu schreiben: The Puzzle Palace, eine Dokumentation über die NSA, Amerikas geheimste Organisation. Es war das erste Buch, das jemals über die NSA geschrieben wurde, weshalb es unter hohem Risiko veröffentlicht wurde, und fand nach seiner Veröffentlichung im Jahr 1982 reißenden Absatz. Heute hat es den Status eines Klassikers.

Während seiner Tätigkeit als Journalist nutzte er die Freiheit der Presse, um Zugriff auf Dokumente der NSA zu erhalten, bewegte sich dabei oft am Rande der Legalität.

Fast zehn Jahre lang war er Produzent der Abendnachrichten des amerikanischen Fernsehsenders ABC. Als sich die Nachrichtenbranche in den späten 1990er Jahren in Bamfords Sicht immer mehr von den wahren Geschehnissen entfernte und mehr über Ereignisse wie die Lewinsky-Affäre berichtete, verließ Bamford ABC, um an einem neuen Buch über die NSA zu arbeiten. Im April 2001 veröffentlichte er sein Werk mit dem Namen „Body of Secrets“ (deutsche Ausgabe: ’’NSA – Die Anatomie des mächtigsten Geheimdienstes der Welt’’). Anders als bei seinem ersten Werk kooperierte die NSA diesmal mit ihm. Er erhielt Zugang zur so genannten „Crypto City“ und durfte verschiedene alte und aktive NSA Mitarbeiter interviewen. Viele Menschen sehen darin den gelungenen Versuch der NSA, Bamfords Recherchen zu unterbinden und sich im Licht der Öffentlichkeit positiv darzustellen. In jedem Fall konnte die NSA Bamford auf diesem Weg genau die Informationen zukommen lassen, die sie im Buch sehen wollte. Im Jahr 2004 veröffentlichte Bamford „A Pretext for War: 9/11, Iraq, and the Abuse of America’s Intelligence Agencies“. Es beschäftigt sich mit den Anschlägen des 11. September und stellt die Verwicklung der Geheimdienste dar.

Heute ist Bamford ein gern gesehener Gastdozent an der „University of California“ in Berkeley. Er schreibt weiterhin für die angesehensten Zeitungen der USA wie die New York Times, die Washington Post und die Los Angeles Times.

James Bamford veröffentlichte in Body of Secrets auch das von der US-Regierung 1997 und April 2001 freigegebene Dokument Operation Northwoods. Darin listete der Generalstab der USA für den damaligen US-Präsidenten John F. Kennedy mögliche Maßnahmen auf, um einen Vorwand zur Invasion Kubas zu schaffen, darunter Terrorangriffe auf US-Bürger. Kennedy lehnte den Plan ab. Bamford verglich den Plan mit Vorwänden der US-Regierung unter George W. Bush für deren Irakkrieg 2003.[1]

Werke[Bearbeiten]

  • The Agency That Could Be Big Brother. In: The New York Times vom 25. Dezember 2005.
  • NSA. Amerikas geheimster Nachrichtendienst („The Puzzle Palace“). Orell Füssli, Zürich 1986, ISBN 3-280-01670-3.
  • NSA. Die Anatomie des mächtigsten Geheimdienstes der Welt („Body of Secrets“). 4. Aufl. Goldmann, München 2002, ISBN 978-3-442-15151-6.
  • A Pretext for War. 9/11, Iraq, and the Abuse of America's Intelligence Agencies. Anchor Books, New York 2004, ISBN 1-400-03034-X.
  • The Shadow Factory: The Ultra-Secret NSA from 9/11 to the Eavesdropping on America. Doubleday, 2008. ISBN 0385521324.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Jochen Bölsche (Der Spiegel, 10. März 2003): Dirty Tricks: Wenn Kriegsgründe erfunden werden