James Justinian Morier

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James Justinian Morier

James Justinian Morier (* vermutlich 1780 in Smyrna; † im März 1849 in Brighton) war ein britischer Diplomat, Reisender und Schriftsteller.

Inhaltsverzeichnis

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Familie Moriers siedelte wegen der Hugenottenverfolgung im 16. Jahrhundert von der französischsprachigen Schweiz nach England über. Sein Vater Isaac Morier war Generalkonsul der Levantekompanie in Konstantinopel. Aufgrund verwandtschaftlicher Beziehungen konnte er die britische Staatsbürgerschaft erwerben und seine vier Söhne die elitäre Harrow School besuchen lassen.

James Justinian Morier schlug die Diplomatenlaufbahn ein. Er wurde Gesandtschaftssekretär, dann Gesandter der britischen Krone am Hof des Schahs von Persien in Teheran. 1808/1809 und 1810 bis 1812 beteiligte er sich an zwei Expeditionen durch Persien, Armenien und Kleinasien bis Konstantinopel, bei denen Ausgrabungen, Vermessungen und naturwissenschaftliche Untersuchungen durchgeführt wurden.

Tagebuchaufzeichnungen der ersten Reise führten 1812 in London zur Veröffentlichung einer ersten Reisebeschreibung. Ein zweites Werk erschien 1818 und beruht auf seinen Erfahrungen aus den Jahren 1810 bis 1812. Morier fertigte dazu selbst Skizzen, Zeichnungen und Landkarten an. Seine Berichte blieben wegen ihrer Reichhaltigkeit jahrzehntelang die wichtigsten Quellen über Persien.

Im Winter 1816 verließ er für immer den Orient. Wegen seiner Verdienste als Diplomat erhielt er eine Pension, von der er ab 1817 lebte. Nur ein Aufenthalt als Sonderbotschafter in Mexiko von 1824 bis 1826 unterbrach seine weitere Laufbahn als Schriftsteller.

Das bedeutendste Werk Moriers, der Roman Die Abenteuer des Hadschi Baba aus Isfahan, erschien 1824. Weitere Veröffentlichungen hatten nicht den gleichen riesigen Erfolg des Hadschi Baba. 1831 besuchte Morier Johann Wolfgang von Goethe in Weimar. Sein Roman Ayesha, the Maid of Kars kam 1836 in deutscher Übersetzung heraus. Dessen Held Lord Osmond und sein Diener Mustafa dienten laut Siegfried Augustin (1999) Karl May als Vorbilder für Kara Ben Nemsi und Hadschi Halef Omar.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Travels in Persia, Armenia and Asia Minor, to Constantinople 1812
  • Second journey through Persia, Armenia, and Asia Minor, to Constantinople 1818
  • The Adventures of Hajjî Baba of Ispahan 1824
  • The Adventures of Hajjî Baba of Ispahan in England 1828
  • Zohrab, or the Hostage 1832
  • Ayesha, the Maid of Kars 1834
  • The Mirza 1841
  • Reisen durch Persien in den Jahren 1808 bis 1816. Deutsch von W. Barthel, Rütten & Loening, Berlin 1985

Das Märchen Der gebackene Kopf wurde 1827 von Wilhelm Hauff in dessen Märchensammlung Der Scheik von Alessandria und seine Sklaven aufgenommen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heinrich Pleticha, Siegfried Augustin: Lexikon der Abenteuer- und Reiseliteratur von Afrika bis Winnetou. Edition Erdmann in K. Thienemanns Verlag, Stuttgart, Wien, Bern 1999, ISBN 3 522 60002 9

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]