Jan-Lennard Struff

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Jan-Lennard Struff Tennisspieler
Jan-Lennard Struff
Struff 2016 in Wimbledon
Spitzname: Struffi
Nation: DeutschlandDeutschland Deutschland
Geburtstag: 25. April 1990
Größe: 196 cm
Gewicht: 92 kg
1. Profisaison: 2009
Spielhand: Rechts, beidhändige Rückhand
Trainer: Carsten Arriens
Preisgeld: 4.606.041 US-Dollar
Einzel
Karrierebilanz: 110:132
Höchste Platzierung: 33 (1. Juli 2019)
Aktuelle Platzierung: 33
Grand-Slam-Bilanz
Doppel
Karrierebilanz: 61:68
Karrieretitel: 2
Höchste Platzierung: 21 (22. Oktober 2018)
Aktuelle Platzierung: 40
Grand-Slam-Bilanz
Letzte Aktualisierung der Infobox:
1. Juli 2019
Quellen: offizielle Spielerprofile bei der ATP/WTA und ITF (siehe Weblinks)

Jan-Lennard Struff (* 25. April 1990 in Warstein) ist ein deutscher Tennisspieler.

Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sein erstes Spiel auf der ATP World Tour bestritt er 2012 beim MercedesCup in Stuttgart, für den er zusammen mit Robin Kern von der Turnierleitung eine Wildcard für die Doppelkonkurrenz erhielt. Sie verloren das Auftaktspiel mit 4:6 und 3:6 gegen die deutsche Paarung Dustin Brown und Christopher Kas. In der Saison 2012 gewann Struff im Einzel vier Turniere der ITF Future Tour und stand in Loughborough und Madrid im Finale eines ATP Challenger-Turniers. Im Doppel gewann er bei insgesamt sechs Finalteilnahmen zwei Titel auf der Future Tour. 2011 und 2012 gewann Jan-Lennard Struff jeweils die Deutsche Meisterschaft im Einzel.

Die größten Erfolge auf der ATP Tour gelangen Struff 2014, als er drei Halbfinals erreichen konnte. Beim Turnier in Marseille kam das Aus gegen den Weltranglistenzehnten Jo-Wilfried Tsonga (6:7, 5:7), in München gegen den Italiener Fabio Fognini (3:6, 1:6) und in Metz gegen den späteren Sieger David Goffin (6:7, 3:6). Im Mai 2014 gewann er in Heilbronn seinen ersten Titel auf der Challenger Tour. Im Endspiel besiegte er Márton Fucsovics mit 6:2, 7:65. Durch den Turniersieg und weitere Erfolge im Laufe der Saison verbesserte er sich bis Oktober 2014 auf Rang 46 der ATP-Weltrangliste, seine bis dahin beste Platzierung.

Wegen ausbleibenden sportlichen Erfolgs trennte sich Struff im Juli 2015 vom Trainer Duo Christoph Reichert, früherer Bundesliga-Trainer in Hagen, und Ute Strakerjahn. Neuer Trainer wurde Carsten Arriens, ehemaliger und im Streit geschiedener Daviscup-Teamchef.[1] Ute Strakerjahn hatte 2011 einen Trainervertrag mit Struff abgeschlossen, demzufolge sie mit 20 Prozent der Preisgeldern und sämtlichen Werbeeinnahmen Struffs partizipiert. Die Regelung sollte auch noch nach Vertragsende sechs Jahre wirken. 2016 reichte Strakerjahn Klage ein und forderte eine Nachzahlung sowie eine Beteiligung an den Einkünften bis 2022.[2] Sowohl das Landgericht Arnsberg im Jahr 2017 in der ersten als auch das Oberlandesgericht Hamm 2018 in der zweiten Instanz gaben Strakerjahn Recht und sprachen ihr knapp 275 000 Euro zu.[3]

Im Herbst 2015 folgten die Challenger-Siege in Stettin und Orléans, 2016 legte Struff auf gleicher Ebene die Erfolge in Alphen aan den Rijn und Mons nach.

Anfang November 2016 gelang dem Deutschen ein weiterer Erfolg: Bei den BNP Paribas Masters konnte Struff in der zweiten Runde den amtierenden US-Open-Champion und Weltranglisten-Dritten Stan Wawrinka mit 3:6, 7:6, 7:6 bezwingen. Damit schlug er erstmals einen Top-20-Spieler und zog zum ersten Mal in die dritte Runde eines ATP Masters ein.

Im Oktober 2018 besiegte er mit seinem Partner, dem Japaner Ben McLachlan, im Finale des Doppel-Wettbewerbs der Rakuten Open in Tokio das Duo Raven Klaasen und Michael Venus mit 6:4 und 7:5 und feierte so seinen ersten Titel auf der ATP Tour.[4] Im Januar 2019 konnte er diesen Erfolg beim Turnier in Auckland mit einem erneuten Sieg mit seinem Partner Ben McLachlan über das Duo Raven Klaasen und Michael Venus bestätigen.[5] Im Einzel stand er zudem im Halbfinale. Bei den French Open kam er im Juni 2019 erstmals in das Achtelfinale eines Grand-Slam-Turniers, bei dem er in drei Sätzen gegen die Nummer Eins der Setzliste Novak Đoković scheiterte. Beim ATP-Turnier in Stuttgart erreichte Struff das Halbfinale, wodurch er im ATP-Ranking im Einzel auf Platz 35 kletterte, seine bislang beste Platzierung.

Davis Cup[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2015 debütierte Struff für deutsche Davis-Cup-Mannschaft im Davis Cup gegen Frankreich und unterlag in seinem Auftakt-Match dem Weltranglisten-14. Gilles Simon in über vier Stunden mit 6:7 6:2 7:6 2:6 8:10. Sein zweites Match gegen Nicolas Mahut konnte er mit 7:6, 6:3 gewinnen. Außerdem konnte der Warsteiner im September 2016 beim Davis-Cup-Relegationsmatch gegen Polen den entscheidenden dritten Sieg gegen Hubert Hurkacz (7:6, 6:4, 6:1) einfahren und dadurch den Verbleib der deutschen Mannschaft in der Weltgruppe sichern. Auch im Jahr 2017 sicherte Struff gegen Portugal mit Siegen im Doppel mit Debütant Tim Pütz und nach abgewehrten Matchball im Einzel gegen Joao Sousa den Verbleib in der Weltgruppe.[6] Im Jahr 2018 gewannen Pütz und Struff – auch „Tim und Struffi“ genannt[7] – auch ihre Doppel gegen Australien und Spanien.

Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Legende (Anzahl der Siege)
Grand Slam
ATP World Tour Finals
ATP World Tour Masters 1000
ATP World Tour 500 (1)
ATP World Tour 250 (1)
ATP Challenger Tour (10)
Titel nach Belag
Hartplatz (2)
Sand (0)
Rasen (0)

Einzel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Turniersiege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nr. Datum Turnier Belag Finalgegner Ergebnis
1. 18. Mai 2014 DeutschlandDeutschland Heilbronn Sand UngarnUngarn Márton Fucsovics 6:2, 7:65
2. 20. September 2015 PolenPolen Stettin Sand UkraineUkraine Artem Smyrnow 6:4, 6:3
3. 4. Oktober 2015 FrankreichFrankreich Orléans Hartplatz (i) PolenPolen Jerzy Janowicz 5:7, 6:4, 6:3
4. 11. September 2016 NiederlandeNiederlande Alphen aan den Rijn Sand NiederlandeNiederlande Robin Haase 6:4, 6:1
5. 9. Oktober 2016 BelgienBelgien Mons Hartplatz (i) FrankreichFrankreich Vincent Millot 6:2, 6:0

Doppel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Turniersiege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

ATP World Tour[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Nr. Datum Turnier Belag Partner Finalgegner Ergebnis
1. 7. Oktober 2018 JapanJapan Tokio Hartplatz JapanJapan Ben McLachlan NeuseelandNeuseeland Michael Venus
SudafrikaSüdafrika Raven Klaasen
6:4, 7:5
2. 12. Januar 2019 AustralienAustralien Auckland Hartplatz JapanJapan Ben McLachlan NeuseelandNeuseeland Michael Venus
SudafrikaSüdafrika Raven Klaasen
6:3, 6:4
ATP Challenger Tour[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Nr. Datum Turnier Belag Partner Finalgegner Ergebnis
1. 13. September 2014 PolenPolen Stettin Sand DeutschlandDeutschland Dustin Brown PolenPolen Tomasz Bednarek
SlowakeiSlowakei Igor Zelenay
6:2, 6:4
2. 13. September 2015 NiederlandeNiederlande Alphen aan den Rijn (1) Sand DeutschlandDeutschland Tobias Kamke RumänienRumänien Victor Hănescu
RumänienRumänien Adrian Ungur
7:61, 3:6, [10:7]
3. 10. September 2016 NiederlandeNiederlande Alphen aan den Rijn (2) Sand DeutschlandDeutschland Daniel Masur NiederlandeNiederlande Robin Haase
NiederlandeNiederlande Boy Westerhof
6:4, 6:1
4. 13. Januar 2017 AustralienAustralien Canberra Hartplatz DeutschlandDeutschland Andre Begemann ArgentinienArgentinien Carlos Berlocq
ArgentinienArgentinien Andrés Molteni
6:3, 6:4
5. 10. September 2017 ItalienItalien Genua Sand DeutschlandDeutschland Tim Pütz ArgentinienArgentinien Guido Andreozzi
UruguayUruguay Ariel Behar
7:65, 7:68

Finalteilnahmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nr. Datum Turnier Belag Partner Finalgegner Ergebnis
1. 12. Januar 2018 AustralienAustralien Sydney Hartplatz SerbienSerbien Viktor Troicki PolenPolen Łukasz Kubot
BrasilienBrasilien Marcelo Melo
3:6, 4:6
2. 2. März 2019 Vereinigte Arabische EmirateVereinigte Arabische Emirate Dubai Hartplatz JapanJapan Ben McLachlan Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Rajeev Ram
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Joe Salisbury
6:74, 3:6

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Jan-Lennard Struff – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Daniel Berg: Carsten Arriens ist neuer Trainer von Jan-Lennard Struff. 25. August 2015, abgerufen am 15. Juni 2019.
  2. „Sie hat Herrn Struff ausgedrückt wie eine Zitrone“. 15. Dezember 2017, abgerufen am 15. Juni 2019.
  3. Thorsten Streber: Jan-Lennard Struff akzeptiert Ansprüche seiner Ex-Trainerin. 19. Oktober 2018, abgerufen am 15. Juni 2019.
  4. Tim Cordes: Jan-Lennard Struff feiert ersten Titel auf der ATP-Tour. In: wp.de. Westfalenpost, 7. Oktober 2018, abgerufen am 7. Oktober 2018.
  5. SID: Jan-Lennard Struff und Ben McLachlan gewinnen Doppeltitel in Auckland. In: wp.de. Eurosport, 12. Januar 2019, abgerufen am 12. Januar 2019.
  6. WELT: Klassenerhalt im Davis Cup: Perfekter Einstand für Boris Becker. 17. September 2017 (welt.de [abgerufen am 15. Juni 2019]).
  7. n-tv NACHRICHTEN: Jan-Lennard Struff, die unterschätzte Gefahr. Abgerufen am 15. Juni 2019.