Jan C. Behrends

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Jan C. Behrends (* 5. Dezember 1969 in Bremen) ist ein deutscher Historiker. Seine Forschungsschwerpunkte sind die Zeitgeschichte Osteuropas, Stadtgeschichte, europäische Diktaturen sowie Gewaltforschung. Seit April 2011 ist er am Zentrum für Zeithistorische Forschung (ZZF)[1] in Potsdam Projektleiter des internationalen Forschungsnetzwerkes Violence and State Legitimacy in Late Socialism[2], das im Rahmen des Paktes für Forschung und Innovation (SAW-Verfahren) 2011–2015 durch die Wissenschaftsgemeinschaft Gottfried Wilhelm Leibniz[3] gefördert wurde.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Studium der Geschichte, Literaturwissenschaft und Philosophie an der Freien Universität Berlin, der Humboldt-Universität zu Berlin, der University of Wisconsin und der Moskauer Lomonossow-Universität promovierte er bei Christoph Kleßmann an der Universität Potsdam mit dem Thema „Die erfundene Freundschaft. Propaganda für die Sowjetunion in Polen und in der DDR“. Von 2005 bis 2011 arbeitete er als Historiker am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB). Seit 2005 ist er Lehrbeauftragter für neueste und osteuropäische Geschichte an der FU Berlin sowie der HU Berlin. 2007 war Behrends Fedor-Lynen-Stipendiat der Alexander-von-Humboldt-Stiftung an der University of Chicago. Behrends ist mit zahlreichen Aufsätzen zu Fragen von Propaganda und Öffentlichkeit in der Diktatur, zur Legitimation von Staatlichkeit im 20. Jahrhundert, zum Metropolenvergleich und zu physischer Gewalt hervorgetreten.

Seit 2014 beschäftigt er sich in zahlreichen Publikationen mit dem Krieg in der Ukraine und der Krise des russischen Staates.

Behrends ist Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Osteuropakunde (DGO), der Association for Slavic, East European and Eurasian Studies (ASEEES) und des deutschen Historikerverbandes.

Publikationen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Autor[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Herausgeber[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • mit Gábor T. Rittersporn und Malte Rolf: Sphären von Öffentlichkeit in Gesellschaften sowjetischen Typs. Zwischen partei-staatlicher Selbstinszenierung und kirchlichen Gegenwelten (= Komparatistische Bibliothek. Bd. 11). Peter Lang, Frankfurt am Main 2003.
  • mit Thomas Lindenberger und Patrice G. Poutrus: Fremde und Fremd-Sein in der DDR. Zu historischen Ursachen der Fremdenfeindlichkeit in Ostdeutschland. Metropol, Berlin 2003.
  • mit Arfon Rees, Bálazs Apor und Polly Jones: The Leader Cult in Communist Dictatorships. Stalin and the Eastern Bloc. Palgrave, Basingstoke/New York 2004.
  • mit Árpád von Klimó und Patrice G. Poutrus: Antiamerikanismus im 20. Jahrhundert. Studien zu West- und Osteuropa (= Studien zur Politik- und Gesellschaftsgeschichte. Bd. 68). Dietz, Bonn 2005.
  • mit Martin Kohlrausch: Races to Modernity. Metropolitan Aspirations in Eastern Europe, 1890–1940. Central European University Press, Budapest/New York 2014.
  • mit Thomas Lindenberger: Underground Publishing and the Public Sphere. Transnational Perspectives (= Wiener Studien zur Zeitgeschichte. Bd. 6). Lit Verlag, Wien 2014.
  • mit Vera Dubina und Andrej Sorokin: Povsednevnaja žizn' pri socializme. Nemeckie i rossiiskie podchody (Alltagsleben im Sozialismus. Deutsche und russische Annäherungen.) ROSSPEN, Moskau 2015.
  • Nationalities Papers 43, 5 (2015) Special Issue: War, Violence, and the Military during Late Socialism and Transition
  • mit Thomas Lindenberger und Nikolaus Katzer: 100 Jahre Roter Oktober. Zur Weltgeschichte der Russischen Revolution. Chr. Links: Berlin 2017.
  • The Return to War and Violence. Case Studies on the USSR, Russia and Yugoslavia, 1979-2014. Routledge: London, New York 2017.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Zentrum für Zeithistorische Forschung (ZZF)
  2. Physical Violence and State Legitimacy in Late Socialism
  3. Wissenschaftsgemeinschaft Gottfried Wilhelm Leibniz (WGL)