Jan Feddersen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Jan Feddersen auf der Leipziger Buchmesse 2014

Jan Feddersen (* 14. Juli 1957 in Hamburg) ist ein deutscher Journalist und Redakteur bei der Berliner Tageszeitung taz, der sich mit Themen der Gesellschafts- und Geschichtspolitik, Sexualität, Diskurstheorie, Pop- und Schlagermusik sowie mit Prominentenporträts[1] befasst.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jan Feddersen studierte in Hamburg Soziologie und schloss die Hamburger Universität für Wirtschaft und Politik als Sozialwirt[2] ab. Als Student bildete er gemeinsam u. a. mit Hans-Georg Stümke eine Arbeitsgemeinschaft schwuler Mitglieder im Kommunistischen Bund.[3]

Feddersen übte im Laufe seines Lebens verschiedene Tätigkeiten aus. So war er Postbote, Möbelverkäufer, Versicherungskartensortierer, Verlagskaufmann in spe, Zeitungsausträger, Autor und Säzzer verschiedener linker Medien, zum Beispiel Arbeiterkampf und Moderne Zeiten.[4]

Seine Karriere als Journalist begann er als Volontär der Hamburger Lokalausgabe der taz. Danach war er unter anderem freier Mitarbeiter beim Stern und für eineinhalb Jahre Jungredakteur der Zeit. Seit 1996 gehört er der Redaktion der taz in Berlin an, zunächst in der Meinungsredaktion, dann im Inlandsressort.[4] Er war Mitbegründer und verantwortlicher Redakteur des Kulturmagazins taz.mag, das von 1997 bis 2009 ein redaktioneller Teil der Wochenendausgabe der taz war. Seit 2002 ist Feddersen auch freier Mitarbeiter beim Unterhaltungsprogramm des Norddeutschen Rundfunks (NDR). Feddersen bloggt seit 2005 Feddersen für den NDR auf eurovision.de zum Eurovision Song Contest (ESC). Dabei verfolgt er den Werdegang der Kandidaten und beobachtet die politische Entwicklung in den Teilnehmerländern.[2] Neben seiner journalistischen Tätigkeit unterrichtet Feddersen an der Universität Hamburg.

Seit 2009 ist Feddersen Kurator des taz lab, des taz-Kongresses in Berlin. Darüber hinaus ist er Autor und Interviewer speziell für die taz am Wochenende. Seine Interessen sind: Vergangenheitspolitik seit 1945, Popularkulturen aller Arten, besonders der Eurovision Song Contest, politische Analyse zu LGBTI*-Fragen sowie zu Fragen der Mittelschichtskritik.[4]

Ein Schwerpunkt seiner journalistischen Arbeit ist Homosexualität, insbesondere deren Diskriminierung. Ein anderer ist die Popmusik und dort insbesondere der ESC, zu dem er mehrere Bücher verfasste.

Feddersen ist seit 2011 mit dem Historiker Rainer Nicolaysen verheiratet.[4]

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Woodstock. Ein Festival überlebt seine Jünger. Ullstein, Berlin 1999, ISBN 3-548-35834-9.
  • Merci, jury! Die Geschichte des Grand Prix Eurovision de la Chanson. Zahlen-Daten-Stories. Döcker, Wien 2000, ISBN 3-851-15274-3.
  • Ein Lied kann eine Brücke sein. Die deutsche und internationale Geschichte des Grand Prix Eurovision. Hoffmann und Campe, Hamburg 2002, ISBN 3-455-09350-7.
  • als Hrsg.: Tatjana Eggeling Martin Dannecker, Dagmar Herzog, Andreas Kraß: Eggeling – Dannecker – Herzog – Krass. Vier Vorträge. Männerschwarmskript, Hamburg 2008, ISBN 978-3-939542-26-1 (Queer Lectures 1–4).
  • Wunder gibt es immer wieder. Das große Buch zum Eurovision Song Contest. Aufbau Verlag, Berlin 2010, ISBN 978-3-7466-7074-4.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Jan Feddersen – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. mdr.de: MEDIEN360G im Gespräch mit Jan Feddersen | MDR.DE. Abgerufen am 18. April 2019.
  2. a b Nicole Janke: Jan Feddersen: Mann mit Meinung. www.eurovision.de, 14. Juli 2017, abgerufen am 23. Februar 2019.
  3. Bernd-Ulrich Hergemöller (Hrsg.): Mann für Mann, Lit-Verlag, Münster 2010, S. 1152.
  4. a b c d Redakteur für besondere Aufgaben. In: www.taz.de. 2019, abgerufen am 22. Februar 2019.