Jan Fischer (Ringer)

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Jan Fischer (* 29. April 1986 in Saarbrücken) ist ein deutscher Ringer. Er ist mehrfacher Medaillengewinner bei Europameisterschaften und mehrfacher deutscher Meister im griechisch-römischen Stil im Mittelgewicht

Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jan Fischer begann als Jugendlicher im Jahre 1994 mit dem Ringen. Er ist Mitglied des KSV Köllerbach und wurde bzw. wird von Oleg Kutscherenko, Thomas Geid, Frank Hartmann und in der Nationalmannschaft von Maik Bullmann trainiert. Er erlernte den Beruf eines Zerspanungsmechanikers und ist jetzt, nach dem Besuch einer Fachoberschule, Student. Einige Zeit gehörte er auch der Sportfördergruppe der Bundeswehr in Bruchsal an. Als Ringer bevorzugt er den griechisch-römischen Stil. Als Erwachsener ringt er bei einer Größe von 1,82 Metern im Mittelgewicht, der Gewichtsklasse bis 84 kg Körpergewicht.

Jan Fischer gewann im Jahre 2002 in der Jugend B seinen ersten deutschen Meistertitel in der Gewichtsklasse bis 63 kg KG. Im Nachwuchsbereich folgte dann im Jahre 2004 ein deutscher Meistertitel in der Jugend A in der Gewichtsklasse bis 76 kg KG. Im gleichen Jahr wurde er auch deutscher Juniorenmeister im Weltergewicht. Im Jahre 2006 belegte er bei der deutschen Meisterschaft der Senioren im Mittelgewicht hinter Björn Holk aus Witten und Bernhard Mayr aus Burghausen den 3. Platz. In den Jahren 2007 bis 2010 wurde er dann viermal in Folge deutscher Meister im Mittelgewicht.

2003 begann mit einem Start bei der Junioren-Europameisterschaft (Kadetten) in Rostow/Don in der Klasse bis 69 kg Körpergewicht seine internationale Karriere. Er belegte dort den 5. Platz. 2004 gewann er bei der Junioren-Europameisterschaft in Murska Sobota im Weltergewicht den 3. Platz. Dieselbe Medaille gewann er auch bei der Junioren-Europameisterschaft 2005 in Wrocław, allerdings im Mittelgewicht. Den größten internationalen Erfolg in seiner Juniorenzeit errang er dann im Jahre 2006, als er bei der Weltmeisterschaft in Guatemala-Stadt im Mittelgewicht den 2. Platz belegte. Auf dem Weg zu diesem Erfolg besiegte er u.a. Christo Marinow aus Bulgarien und Oleg Scholakow aus Russland. Den Finalkampf verlor er gegen Cenk İldem aus der Türkei.

Mit der Teilnahme an den Europameisterschaften 2007 in Sofia startete er erstmals bei einer internationalen Meisterschaft bei den Senioren. Er bezwang dort im Mittelgewicht den Slowaken Attila Bátky mit 6:0, Alo Toom aus Estland, Andrea Minguzzi aus Italien und den Finnen Kim-Jussi Nurmela mit 2:0 Runden und 5:1 techn. Punkten. Im Endkampf verlor er jedoch gegen den mehrfachen Weltmeister Alexei Mischin mit 0:2 Runden und 0:6 techn. Punkten und wurde somit Vize-Europameister. Bei den Weltmeisterschaften des gleichen Jahres in Baku erreichte er Siege über Mats Rolfson, Norwegen, Adrian Mocanu, Moldawien und Bolat Abdullajew, Aserbaidschan und verlor gegen Brad Vering aus den Vereinigten Staaten und gegen Hassan Tahmasebi aus dem Iran. In einem zusätzlichen Kampf um den 8. Platz verlor Jan Fischer auch gegen Zoltan Fodor aus Ungarn und verpasste damit mit dem 9. Platz knapp die Qualifikation für die Olympischen Spiele in Peking, die er sich mit dem 8. Platz gesichert hätte. Am Ende des Jahres 2007 wurde er vom Präsidium des DRB zum Ringer des Jahres gekürt.

Bei den Europameisterschaften 2008 in Tampere siegte er im Mittelgewicht über Tigran Sahakjan, Armenien, Robert Papp, Rumänien und Wassyl Rachyba, Ukraine. Anschließend unterlag er gegen Badri Chasaija und stand danach im Kampf um eine EM-Bronzemedaille Andrea Minguzzi gegenüber. Wobei dem Sieger dieses Kampfes auch die Olympiaqualifikation winkte. Fischer führte in diesem Kampf bis 3 Sekunden vor Kampfende, ließ sich aber von Minguzzi noch überraschen und verlor so diesen Kampf mit 1:2 Runden. Minguzzi wurde dann einige Monate später in Peking sogar Olympiasieger. Jan Fischer gelang es anschließend nicht mehr, sich in den Olympia-Qualifikations-Turnieren in Rom und in Novi Sad für die Olympischen Spiele zu qualifizieren. Ein 3. Platz bei der Militär-Weltmeisterschaft 2008 in Split im Mittelgewicht hinter Artur Michalkiewicz aus Polen und Andrei Baranowski aus Weißrussland war für ihn sicher nur ein schwacher Trost.

Im Jahre 2009 gelang Jan Fischer bei einem internationalen Turnier in Sassari die Revanche gegen Andrea Minguzzi, als er den frisch gekürten Olympiasieger im Finale nach Punkten besiegte. Nachdem er auf die Teilnahme an der Europameisterschaft 2009 verzichtet hatte, verlor er bei der Weltmeisterschaft dieses Jahres in Herning/Dänemark gegen Bolat Abdullajew, den er bei der Weltmeisterschaft 2007 noch besiegt hatte, schied aus und landete nur auf dem 28. Platz.

Im Jahre 2010 gelang es ihm dann bei der Europameisterschaft in Baku mit Siegen über Laimutis Adomaitis aus Litauen, Arsen Kachabrischwili aus Georgien und Lennie Persson aus Schweden, einer Niederlage im Halbfinale gegen seinen Angstgegner Alexei Mischin und einem Sieg über Anton Babko Maly aus der Ukraine erneut eine Medaille zu gewinnen, die bronzene. Bei der Weltmeisterschaft 2010 in Moskau siegte er zunächst über Christoffer Ljungbäck aus Schweden, verlor aber in seinem zweiten Kampf diesmal gegen Laimutis Adomaitis (1:2 Runden, 1:2 techn. Punkte) und erreichte deshalb nur den 16. Platz.

Wie stark Jan Fischer ringen kann, zeigte er übrigens in den Jahren 2008 bis 2010, als es ihm bei verschiedenen Anlässen gelang folgende Ringer, einige davon sogar mehrmals, zu besiegen: Andrea Minguzzi, Olympiasieger 2008, Mark Overgaard Madsen, Dänemark, Vize-Weltmeister 2009 (Weltergewicht), Artur Michalkiewicz, Polen, Europameister 2006, Zoltan Fodor, Ungarn, Silbermedaillengewinner 2008,Melonin Noumonvi, Frankreich, Vize-Weltmeister 2009 und Pablo Shorey Hernandez, Kuba, Vize-Weltmeister 2010.

Die Europameisterschaft 2011 in Dortmund, bei denen er von Bundestrainer Maik Bullmann den Vorzug vor Ramsin Azizsir erhielt, der ihn bei den deutschen Meisterschaften besiegt hatte, verlief für Jan Fischer enttäuschend. Er kam im Mittelgewicht zwar zu Siegen über Saman Tahmasebi, Aserbaidschan, immerhin zweimaliger Bronzemedaillengewinner bei Weltmeisterschaften, Theodorus Tounousidis, Griechenland und Ex-Weltmeister Alim Selimow, Weißrussland, aber im Halbfinale gegen den erst 20-jährigen russischen Neuling Alan Chugajew und danach im Kampf um die Bronzemedaille gegen Artur Schahinjan aus Armenien konnte er nicht überzeugen und verlor beide Kämpfe nach Punkten, womit er die Medaillen verfehlte und den 5. Platz belegte. Bei der Weltmeisterschaft 2011 traf Jan Fischer gleich in seinem ersten Kampf auf den Olympiasieger von 2008 Andrea Minguzzi, gegen den er hauchdünn nach Punkten verlor (1:2 Runden, 2:2 Punkte). Da Minguzzi aber nicht das Finale erreichte, schied er aus und kam nur auf den 24. Platz.

2013 belegte er bei der deutschen Meisterschaft im Mittelgewicht nur den 5. Platz und startete in diesem Jahr und auch im Jahre 2013 bei keinen internationalen Meisterschaften.

2014 war er bei der Europameisterschaft in Vantaa/Finnland am Start und kam dort im Mittelgewicht zu Siegen über Samba Diong, Frankreich und Maksim Manukjan, Armenien, verlor dann gegen Rami Hietaniemi aus Finnland und im Kampf um eine Bronzemedaille auch gegen den Polen Damian Janikowski. Er belegte damit aber einen guten 5. Platz.

Internationale Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Platz Wettbewerb Gewichtskl. Ergebnis
2002 3. Großer Preis von Slowenien (Junioren) in Murska Sobota bis 63 kg KG mit Siegen über Bona, Ungarn u. Bosch, Österreich u. Niederlagen gegen Marcus Thätner, Deutschland u. Sarka, Jugoslawien
2003 2. Intern. Juniorenturnier in Kustendil/Bulgarien bis 69 kg KG mit Siegen über Mirokei, Albanien u. Petrow, Bulgarien u. einer Niederlage gegen Christow, Bulgarien
2003 5. Junioren-EM (Cadets) in Rostow am Don bis 69 kg KG hinter Arsen Dschufalakjan, Armenien, Sergei Pokrischka, Ukraine, Turgay Chusseinow, Aserbaidschan und Ewgeni Popow, Russland
2004 3. Junioren-EM in Murska Sobota Welter mit Siegen über Apostoloy, Griechenland, Kujda, Polen u. Laimutis Adomaitis, Litauen, einer Niederlage gegen Mykola Daragan, Ukraine u. einem Kampf ohne Wertung gegen Otari Pheyadse, Georgien (Fischer u. Pheyadse erhielten jeweils eine EM-Bronzemedaille)
2005 3. Intern. Junioren-Turnier in Sofia Mittel mit Siegen über Yahyadul, Tunesien und Denis Nikolajew, Israel, einer Niederlage gegen Gasparjan, Russland u. einem Sieg über Manuel Fix, Deutschland
2005 1. Deutschland-Cup der Junioren in Frankfurt (Oder) Mittel mit Siegen über Martin Schrader, Deutschland, Thomberg, Estland, Manuel Fix u. Baschlakow, Weißrussland
2005 3. Junioren-EM in Breslau Mittel mit einem Siegen über Akaki Jochadse, Georgien, einer Niederlage gegen Adlan Bizojew, Russland, Siegen über Tigran Sahakjan, Armenien, Alo Toom, Estland u. Petru Saporosjan, Moldawien
2006 2. Junioren-WM in Guatemala-Stadt Mittel mit Siegen über Catolin, Rumänien, Christo Marinow, Bulgarien u. Oleg Scholakow, Russland u. einer Niederlage gegen Cenk İldem, Türkei
2007 2. EM in Sofia Mittel mit Siegen über Attila Bátky, Slowakei, Alo Toom, Andrea Minguzzi, Italien u. Kim-Jussi Nurmela, Finnland u. einer Niederlage gegen Alexei Mischin, Russland
2007 9. WM in Baku Mittel mit Siegen über Mats Rolfson, Norwegen, Adrian Mocanu, Moldawien u. Bolat Abdullajew, Aserbaidschan und Niederlagen gegen Brad Vering, USA, Hassan Tahmasebi, Iran und Zoltan Fodor, Ungarn (um den 8. Platz)
2008 5. EM in Tampere Mittel mit Siegen über Tigran Sahakjan, Robert Papp, Rumänien und Wassyl Rachyba, Ukraine u. Niederlagen gegen Badri Chasaija, Georgien u. Andrea Minguzzi (1:2 Runden)
2008 8. Olympia-Qualifikations-Turnier in Rom Mittel mit Siegen über Kakoma, Südafrika, Abu-Tabeekh, Jordanien u. Tigran Sahakjan u. einer Niederlage gegen Mykola Daragan
2008 17. Olympia-Qualifikations-Turnier in Novi Sad Mittel nach Niederlagen gegen Attila Bátky u. Denis Forow, Armenien
2008 3. Militär-WM in Split Mittel hinter Artur Michalkiewicz, Polen u. Andrei Baranowski, Weißrussland
2009 1. Cero Pelada-Granma-Cup in Havanna Mittel vor Pablo Shorey Hernandez u. Alan Vera, bde. Kuba
2009 1. Intern. Turnier in Sassari Mittel mit Siegen über Oleg Scholakow, Russland, Scibilio u. Andrea Minguzzi, bde. Italien
2009 7. Großer Preis von Deutschland in Dortmund Mittel Sieger: Alexei Mischin vor Lennie Persson, Schweden
2009 1. Pytlasinski-Turnier in Warschau Mittel vor Melonin Noumonvi, Frankreich, Oleg Scholakow u. Zoltan Fodor
2009 28. WM in Herning/Dänemark Mittel nach Niederlage gegen Bolat Abdullajew (0:2 Runden, 0:3 techn. Punkte)
2010 3. Cerro Pelada-Granma-Cup in Havanna Mittel hinter Pablo Shorey Hernandez und Cheney Haight, USA
2010 3. EM in Baku Mittel mit Siegen über Laimutis Adomaitis, Litauen, Arsen Kachabrischwili, Georgien u. Lennie Persson, einer Niederlage gegen Alexei Mischin und einem Sieg über Anton Babko Maly, Ukraine
2010 1. Großer Preis von Deutschland in Dortmund Mittel vor Zoltan Fodor, Rami Hietaniemi, Finnland u. Rene Zimmermann, Deutschland
2010 16. WM in Moskau Mittel mit Sieg über Christoffer Ljungbäck, Schweden u. Niederlage gegen Laimutis Adomaitis
2011 2. Granma-Cup in Havanna Mittel hinter Melonin Noumonvi, vor Francia u. Oliveira, bde, Kuba u. Cheney Haight, USA
2011 5. EM in Dortmund Mittel nach Siegen über Saman Tahmasebi, Aserbaidschan, Theodorus Tounousidis, Griechenland u. Alim Selimow, Weißrussland und Niederlagen gegen Alan Chugajew, Russland und Artur Schahinjan, Armenien
2011 24. WM in Istanbul Mittel nach einer Niederlage gegen Andrea Minguzzi
2012 5. Granma-Cup in Havanna Mittel hinter Pablo Enrique Shorey Hernandez, Kuba, Jordan Holm und Charles Betts, beide USA und Andrea Minguzzi
2012 12. Olympia-Qualif.-Turnier in Helsinki Mittel Sieger: Christo Marinow, Bulgarien vor Wladimir Gegeschidse, Georgien
2014 2. Thor-Masters in Nyköbing/Dänemark bis 85 kg hinter Rami Hietaniemi, Finnland, vor Jim Eric Filip Pettersson, Schweden
2014 12. Dan Kolow & Nikola Petrow-Memorial in Sofia bis 85 kg Sieger: Dschan Belentschuk, Ukraine vor Nikolai Bajriakow, Bulgarien
2014 5. EM in Vantaa/Finnland bis 85 kg nach Siegen über Samba Diong, Frankreich und Maksim Manukjan, Armenien und Niederlagen gegen Rami Hietaniemi und Damian Janikowski, Polen

Deutsche Meisterschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

(nur Seniorenbereich)

Jahr Platz Gewichtskl. Ergebnis
2005 8. Mittel Sieger: Björn Holk, Witten vor Volker Hirt, Musberg u. Kai Dittrich, Weingarten
2006 3. Mittel hinter Björn Holk u. Bernhard Mayr, Burghausen
2007 1. Mittel vor Eugen Ponomartschuk, Burghausen u. Rene Zimmermann, RSV Hansa 90 Frankfurt (Oder)
2008 1. Mittel vor Eugen Ponomartschuk u. Björn Holk, Neuss
2009 1. Mittel vor Bernhard Mayr, Anger u. Ramsin Azizsir, Hof/Saale
2010 1. Mittel vor Bernhard Mayr u. Rene Zimmermann
2011 3. Mittel hinter Ramsin Azizsir, KSV Aalen und Rene Zimmermann
2012 5. Mittel hinter Denis Kudla, VfK Schifferstadt, Bastian Kurz, RSV Frankfurt (Oder), Eugen Ponomartschuk und Daniel Vollmer, TSV Ehningen
Erläuterungen
  • alle Wettbewerbe im griechisch-römischen Stil
  • WM = Weltmeisterschaft, EM = Europameisterschaft
  • Weltergewicht, bis 74 kg, Mittelgewicht, bis 84 kg Körpergewicht (bis 31. Dezember 2013; seit 1. Januar 2014 gilt eine neue Gewichtsklasseneinteilung durch den Ringer-Weltverband FILA)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Fachzeitschrift Der Ringer

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]