Jan Korte

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Jan Korte (2014)

Jan Korte (* 5. April 1977 in Osnabrück) ist ein deutscher Politiker und Mitglied des Bundestags für Die Linke.

Leben und Beruf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Abitur 1997 am Gymnasium Oesede in Georgsmarienhütte leistete Korte zunächst den Zivildienst ab und begann 1999 ein Studium der Politikwissenschaft, Soziologie und Geschichte an der Universität Hannover, das er 2005 als Magister Artium (M.A.) beendete. Jan Korte ist verheiratet und hat zwei Kinder.

Partei[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Korte wurde bereits als Schüler Mitglied bei Bündnis 90/Die Grünen, die er aber 1999 aus Protest gegen die Zustimmung der Partei zum NATO-Einsatz gegen das damalige Rest-Jugoslawien verließ. Noch im selben Jahr trat er in die PDS ein. Korte war von 2004 bis 2007 Vorsitzender des PDS-Kreisverbandes Hannover. Von November 2004 bis Juni 2007 gehörte er dem PDS-Bundesvorstand an. Seit der Fusion mit der WASG im Juni 2007 gehört er dem Bundesvorstand der Partei Die Linke an und wurde auf dem Cottbuser Parteitag am 24. und 25. Mai 2008 in den Bundesvorstand gewählt. 2013 wurde er zum Arbeitskreisleiter und stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden gewählt, seit November 2015 ist er persönlicher Stellvertreter der Fraktionsvorsitzenden Dietmar Bartsch und Sahra Wagenknecht.

Politische Positionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jan Korte gehört dem reformorientierten Forum demokratischer Sozialismus an. Er ist ordentliches Mitglied im Innenausschuss des Bundestages und Datenschutzbeauftragter der Fraktion. Korte ist Innenpolitiker. Seine Schwerpunkte liegen im Bereich des Datenschutzes, der Sicherheitspolitik und der Bürgerrechte. Korte gehört zu den schärfsten Kritikern der Innenpolitik Wolfgang Schäubles in der Großen Koalition. Des Weiteren engagiert er sich im Bereich Geschichtspolitik und für die Rehabilitierung der in der Zeit des Kalten Krieges verfolgten Linken (siehe KPD-Verbot)[1] sowie für die Rehabilitierung aller NS-Justizopfer.[2]

Auf einem Kongress der Jusos, auf dem Korte als Gast eingeladen war, bemerkte er, dass die sowjetische Besatzung Afghanistans Standards erreicht hätte, die die Besatzung der NATO bisher nicht geschaffen hat, beispielsweise die Ermöglichung des allgemeinen Schulbesuchs.[3]

Korte ist offizieller Unterstützer der überwachungskritischen Datenschutzdemonstration Freiheit statt Angst.[4]

Abgeordneter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Korte war von 1996 bis 1999 Fraktionsvorsitzender der Grünen im Rat der Stadt Georgsmarienhütte. Seit 2005 ist Jan Korte Mitglied des Deutschen Bundestages. 2009 wurde er über ein Direktmandat Sachsen-Anhalts in den 17. Deutschen Bundestag gewählt. Korte ist ordentliches Mitglied des Innenausschusses und stellvertretendes Mitglied des Rechtsausschusses und des Ausschusses für Wissenschaft und Forschung. Bei der Bundestagswahl 2009 am 27. September 2009 gewann er das Direktmandat im Bundestagswahlkreis Anhalt (Wahlkreis 72) mit 325 Stimmen Vorsprung vor dem CDU-Bewerber Kees de Vries.[5] Er ist auch in der 17. Wahlperiode Mitglied des Bundestags-Innenausschusses. Bei der Bundestagswahl 2013 am 22. September 2013 zog er durch die Landesliste in den 18. Deutschen Bundestag ein.

Im Januar 2012 wurde bekannt, dass Jan Korte als einer von 27 Bundestagsabgeordneten der Linken unter Beobachtung durch das Bundesamt für Verfassungsschutz stand,[6] was von Politikern aller Fraktionen kritisiert wurde.[7] (Siehe auch: Beobachtung der Partei Die Linke durch den Verfassungsschutz).

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Jan Korte – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Zeit für eine späte Entschuldigung
  2. Rehabilitierung für „Kriegsverräter“
  3. Sebastian Christ: Juso-Kongress – „Das ist mir jetzt zu blöd“ (in: Stern-Online, Artikel vom 8. Juni 2008)
  4. Demonstration Freiheit statt Angst, Unterstützerliste
  5. http://www.stala.sachsen-anhalt.de/wahlen/bt09/fms/fms212li.html
  6. Geheimdienst: Verfassungsschutz beobachtet 27 Linken-Abgeordnete. In: Spiegel online. 22. Januar 2012, abgerufen am 26. Oktober 2013.
  7. Überwachung von Abgeordneten "unerträglich". In: tagesschau.de. 22. Januar 2012, archiviert vom Original am 16. Januar 2013, abgerufen am 26. Oktober 2013.