Jan Lisiecki

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Jan Lisiecki auf der Bühne (2019)
Jan Lisiecki (2019)

Jan Lisiecki (ˈjɑːn ˌlɪ'ʃɜtskɪ, * 23. März 1995 in Calgary, Kanada) ist ein klassischer Pianist, der schon in jungen Jahren durch Konzerte und CD-Veröffentlichungen bekannt wurde.

Biografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jan Milosz Lisiecki kam als Sohn polnischer Eltern in Kanada zur Welt. Er studierte seit seinem fünften Lebensjahr Klavier am Mount Royal University Conservatory und trat als Neunjähriger erstmals mit Orchester auf.[1] Auf Empfehlung des Schulvorstands konnte er vier Klassen überspringen. Im Januar 2011 bestand er seine Abschlussprüfung an der Western Canada High School in Calgary. Sein Studium schloss er an der Glenn Gould School in Toronto ab, wo er im September 2011 als Stipendiat zugelassen wurde.[2]

Im August 2008 und im August 2009 spielte der damals 13- bzw. 14-jährige Lisiecki die Klavierkonzerte von Chopin in Polen, zusammen mit der Sinfonia Varsovia. Mitschnitte dieser Aufführungen wurden 2010 vom Fryderyk Chopin Institute als CD veröffentlicht[3] und brachten Lisiecki umgehend internationale Aufmerksamkeit. Die Zeitschrift Diapason würdigte Lisiecki anlässlich dieser Einspielung als einen „Virtuosen bar jeder Manieriertheit mit einer kraftvollen und vor allem unwiderstehlich natürlichen Spielweise“. Das BBC Music Magazine pries Lisieckis „reife Musikalität“, seine „fein destillierte“ Interpretation und sein Spiel „mit glänzender Technik und idiomatischem Pathos“.[4][5]

Im Februar 2011 schlossen Jan Lisiecki und die Deutsche Grammophon einen exklusiven Aufnahmevertrag ab.[6][7] Von September 2012 bis Januar 2015 war Lisiecki Künstler der Reihe „Junge Wilde“ am Konzerthaus Dortmund.[8][9] In der Saison 2017/18 präsentierte er erstmals sein Soloprogramm Nachtmusik mit Werken von Chopin, Schumann und Ravel, das die Presse als „berauschend“[10], „unvergesslich“[11] und „fast metaphysisches Klangerlebnis“[12] bezeichnete. Gemeinsam mit Bariton Matthias Goerne stellte er 2020 einen Zyklus von weniger bekannten Liedern Beethovens vor, so unter anderem bei den Salzburger Festspielen.[13]

Lisiecki hat mit den New Yorker Philharmonikern, der Staatskapelle Dresden, dem Philadelphia Orchestra, dem San Francisco Symphony, dem Boston Symphony Orchestra, dem Orchestra dell’Accademia Nazionale di Santa Cecilia, dem London Symphony Orchestra dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, der NDR Radiophilharmonie, dem Kammerorchester Basel, dem Tonhalle-Orchester Zürich und vielen weiteren internationalen Orchestern zusammengearbeitet. Er spielt häufig unter der Leitung von Antonio Pappano, Yannick Nézet-Séguin oder Krzysztof Urbański und hat sich Beziehungen zu Daniel Harding sowie dem inzwischen verstorbenen Claudio Abbado aufgebaut.[14]

Lisiecki unterstützt diverse Wohltätigkeitsorganisationen, darunter die David Foster Foundation, die Polnische Humanitäre Organisation und die Make-A-Wish Foundation.[15] Im Juni 2008 wurde er von UNICEF Kanada zum nationalen Jugendbotschafter ernannt[16], im Jahre 2012 erfolgte die Ernennung zum UNICEF-Botschafter.[17]

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Chartplatzierungen
Erklärung der Daten
Alben[18]
Frédéric Chopin: Complete Nocturnes
  DE 77 20.08.2021 (1 Wo.)
  CH 38 22.08.2021 (1 Wo.)

Preise und Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Jan Lisiecki – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. [1] Ottawa Citizen, 27. September 2006
  2. Vgl. [2] rcmusic.com, abgerufen am 18. Januar 2018.
  3. Chopin. Piano Concertos - Jan Lisiecki, Howard Shelley, Sinfonia Varsovia The Fryderyk Chopin Institute (englisch)
  4. Text über Jan Lisiecki (Memento vom 6. September 2013 im Internet Archive) Deutsche Grammophon, Stand Dezember 2011.
  5. Jan Lisiecki (Memento vom 19. Januar 2018 im Internet Archive) Calgary Philharmonic Orchestra (englisch)
  6. Vgl. [3] Deutsche Grammophon, abgerufen am 18. August 2020.
  7. Vgl. [4] Calgary Herald (englisch), abgerufen am 18. August 2020.
  8. Vom Fluch frühen Ruhms: Der Pianist Jan Lisiecki im Konzerthaus Dortmund revierpassagen.de, 20. September 2012 (zum ersten Auftritt von Lisiecki in der Reihe „Junge Wilde“).
  9. Das Konzerthaus im Januar 2015 dortmunder-kulturblog.de, siehe Programm für 21. Januar 2015 (letzter Auftritt von Lisiecki in der Reihe „Junge Wilde“).
  10. Vgl. [5] Spiegel Online, abgerufen am 18. August 2020.
  11. Vgl. [6] Rheinische Post, abgerufen am 18. August 2020.
  12. Vgl. [7] Hannoversche Allgemeine Zeitung, abgerufen am 18. August 2020.
  13. Vgl. [8] Salzburger Festspiele, abgerufen am 18. August 2020.
  14. [9] Dorn Music, Januar 2020
  15. Vgl. [10] The Piano League, abgerufen am 18. August 2020.
  16. Vgl. UNICEF People: National Goodwill Ambassadors & Advocates unicef.org, abgerufen am 18. Januar 2018.
  17. Vgl. [11] Christian Science Monitor, abgerufen am 18. August 2020.
  18. Chartquellen: DE CH
  19. [12], Fryderyk Chopin Institute 10. Juni 2013
  20. Auszeichnungen für Musikverkäufe: PL
  21. [13], Deutsche Grammophon 10. Juni 2013
  22. [14], Deutsche Grammophon 10. Juni 2013
  23. [15], Musical Toronto, 23. April 2013
  24. [16], Whole Note Magazine, 2. Juni 2013
  25. [17], The Toronto Star, 22. April 2013
  26. [18], Deutsche Grammophon catalogue
  27. MENDELSSOHN Lisiecki - 1 CD / Download - Deutsche Grammophon Gesellschaft. In: www.deutschegrammophon.com. Abgerufen am 3. Februar 2019.
  28. BEETHOVEN Piano Concertos / Lisiecki - 3 CDs / Download - Deutsche Grammophon Gesellschaft. In: www.deutschegrammophon.com. Abgerufen am 6. Januar 2020.
  29. [19] Deutsche Grammophon, March 2020
  30. Canadian Music Competition 2008 / Grand Prizes. Canadian Music Competition, 18. Januar 2020
  31. Jan Liesicki. In: Culture.pl. 2. September 2013
  32. Pianist Jan Lisiecki shines with OSM. In: The Globe and Mail. 13. Januar 2010
  33. Chopin CD Reviews (Memento vom 18. Dezember 2012 im Internet Archive). Website von Jan Liesicki
  34. Listy bestsellerów, wyróżnienia (Memento vom 21. Juli 2011 im Internet Archive). Związek Producentów Audio-Video
  35. Ils ont été Révélations Radio Canada… Radio Canada, 18. Januar 2020
  36. Prix Jeune Soliste 2010. Radio France, 18. Januar 2020
  37. Jan Liesicki. UNICEF Canada, 18. Januar 2020
  38. Chopin Etudes – op. 10; op. 25. In: Gramophone Magazin. Oktober 2013
  39. Calgarys’ Jan Lisiecki named young yrtist of the year. In: The Globe and Mail. 19. September 2013
  40. Lisiecki receives 2013 Leonard Bernstein Award. In: Culture.pl. 2. September 2013
  41. Junger Kanadier mit Leonard-Bernstein-Award ausgezeichnet. In: Kieler Nachrichten. 17. August 2013
  42. Canadian Chopin Society honors Jan Lisiecki (Memento vom 16. April 2014 im Internet Archive). Canadian Chopin Society, 3. März 2013
  43. Echo Klassik 2017: Pianist Jan Lisiecki erhält zum ersten Mal den deutschen Musikpreis. In: Klassikakzente.de. 14. September 2017
  44. Critics’ Choice 2017: the year’s best-loved classical recordings. In: Gramophone Magazin. Dezember 2017
  45. Junos 2018: the complete list of winners. In: CBC News. 25. März 2018
  46. The best new classical albums: April 2019. In: Gramophone Magazin. April 2019
  47. Beethoven: Lieder. Presto Music, Juli 2020