Jan Lisiecki

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Jan Lisiecki (2010)

Jan Lisiecki (Aussprache wie „Jan Lischetzki“; * 23. März 1995 in Calgary, Kanada) ist ein klassischer Pianist, der schon in jungen Jahren durch Konzerte und CD-Veröffentlichungen bekannt wurde.

Biografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jan Miłosz Lisiecki kam als Sohn polnischer Eltern zur Welt. Er studierte seit seinem fünften Lebensjahr Klavier am Mount Royal University Conservatory. Auf Empfehlung des Schulvorstands konnte er vier Klassen überspringen. Im Januar 2011 bestand er seine Abschlussprüfung an der Western Canada High School in Calgary. Im September 2011 begann er sein Studium als Stipendiat der Glenn Gould School in Toronto.

Als Neunjähriger trat Lisiecki erstmals mit Orchester auf. Seither hat er in seinem Heimatland und international über 100 Konzerte mit Orchestern gegeben. Dazu zählen das National Arts Centre Orchestra, das Montreal Symphony Orchestra, das Orchestre Symphonique de Québec, das Minnesota Orchestra, die Sinfonietta Cracovia, das Suwon Philharmonic Orchestra und die Sinfonia Varsovia. Lisiecki spielt häufig für Wohltätigkeitsorganisationen, darunter die David Foster Foundation, die Polnische Humanitäre Organisation und die Wish Upon a Star Foundation. Im Juni 2008 wurde er von UNICEF Kanada zum nationalen Jugendbotschafter ernannt.[1]

Im August 2008 und im August 2009 spielte der damals 13- bzw. 14-jährige Lisiecki die Klavierkonzerte von Chopin in Polen, zusammen mit der Sinfonia Varsovia. Mitschnitte dieser Aufführungen wurden 2010 vom Fryderyk Chopin Institute als CD veröffentlicht.[2] Die Zeitschrift Diapason würdigte Lisiecki anlässlich dieser Einspielung als einen „Virtuosen bar jeder Manieriertheit mit einer kraftvollen und vor allem unwiderstehlich natürlichen Spielweise“. Das BBC Music Magazine pries Lisieckis „reife Musikalität“, seine „fein destillierte“ Interpretation und sein Spiel „mit glänzender Technik und idiomatischem Pathos“.[3][4]

Im Februar 2011 schlossen Jan Lisiecki und die Deutsche Grammophon einen exklusiven Aufnahmevertrag ab. Seine erste Aufnahme für das Label galt Mozarts Klavierkonzerten Nr. 20 KV 466 und Nr. 21 KV 467, das Album wurde im April 2012 international veröffentlicht.

Von September 2012 bis Januar 2015 war Lisiecki Künstler der Reihe „Junge Wilde“ am Konzerthaus Dortmund.[5][6]

Lisiecki hat mit dem New Zealand String Quartet, dem Quatuor Ébène und dem Penderecki String Quartet zusammengearbeitet. Zu seinen musikalischen Partnern zählten auch Yo-Yo Ma, Pinchas Zukerman,[7] James Ehnes und Emanuel Ax.

Preise und Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Anerkennung seines poetischen, ausgereiften Spiels hat Lisiecki viele renommierte kanadische Auszeichnungen und Musikpreise erhalten. Er ist zudem Preisträger bei sieben internationalen Wettbewerben in den USA, Italien, England und Japan.

Seine im Jahr 2010 veröffentlichte erste CD mit den Live-Aufnahmen der Chopin-Konzerte in Polen wurde mit dem Diapason découverte ausgezeichnet.[4]

2013 wurde Lisiecki mit dem Leonard Bernstein Award ausgezeichnet.[8] 2017 bekam er für eine Einspielung von Chopin-Werken einen Klassik-Echo.[9]

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quelle: Website von Jan Lisiecki[10]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Jan Lisiecki – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Vgl. UNICEF People: National Goodwill Ambassadors & Advocates unicef.org, abgerufen am 18. Januar 2018.
  2. Chopin. Piano Concertos - Jan Lisiecki, Howard Shelley, Sinfonia Varsovia The Fryderyk Chopin Institute (englisch)
  3. Text über Jan Lisiecki Deutsche Grammophon, Stand Dezember 2011.
  4. a b Jan Lisiecki Calgary Philharmonic Orchestra (englisch)
  5. Vom Fluch frühen Ruhms: Der Pianist Jan Lisiecki im Konzerthaus Dortmund revierpassagen.de, 20. September 2012 (zum ersten Auftritt von Lisiecki in der Reihe „Junge Wilde“).
  6. Das Konzerthaus im Januar 2015 dortmunder-kulturblog.de, siehe Programm für 21. Januar 2015 (letzter Auftritt von Lisiecki in der Reihe „Junge Wilde“).
  7. Pinchas Zukerman says heartfelt farewell to National Arts Centre Orchestra thestar.com, 22. June 2015.
  8. Junger Kanadier mit Leonard-Bernstein-Award ausgezeichnet Kieler Nachrichten, 17. August 2013.
  9. Echo Klassik 2017: Pianist Jan Lisiecki erhält zum ersten Mal den deutschen Musikpreis klassikakzente.de, 14. September 2017.
  10. Jan Lisiecki: Recordings