Jan Schoonhoven

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Jan Schoonhoven, Porträt von Lothar Wolleh
Relief, Max Havelaarweg in Rotterdam-Hoogvliet

Jan (Johannes Jacobus) Schoonhoven (* 26. Juni 1914 in Delft; † 31. Juli 1994 ebenda) war ein niederländischer Künstler des Informel.

Biographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schoonhoven absolvierte seine Ausbildung (1930 bis 1934) als Zeichenlehrer an der Koninklijke Academie van Beeldende Kunsten von Den Haag (Niederlande) und arbeitete von 1946 bis 1979 als Postbeamter in Den Haag.[1] Künstlerisch war er in den Abendstunden und den freien Wochenenden tätig.

Er war ein Mitgründer der Nederlandse Informele Groep (Niederländische Informelle Gruppe, 1959), die aus den fünf Künstlern Armando, Kees van Bohemen, Jan Henderikse, Henk Peeters und Schoonhoven selbst bestand. Sie ging nach einem Jahr, 1960, in die Gruppe nul (Null, OREZ) über. Die Namensgebung verweist auf die deutsche Künstlergruppe ZERO und auf den Nullpunkt, von dem ein künstlerischer Neuanfang ausgehen sollte.[2] Sie setzte sich von der Gruppe CoBrA ab und strebte nach einer objektiven Kunst, die jedes emotionalen Wertes entkleidet ist und in der die Anwesenheit des Künstlers als Person ausgelöscht ist.

Schoonhoven wurde auf der Biennale von São Paulo im Jahr 1967 mit dem zweiten Preis ausgezeichnet[3] und war auf der documenta 4 (1968) und 6 (1977) in Kassel vertreten.

Jan Schoonhoven starb im Juli 1994.

Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schoonhoven machte zu Beginn seiner Laufbahn vor allem abstrakte Zeichnungen und Aquarelle. Ab 1955 entstanden monochrome weiße Reliefs. Jan Schoonhoven fertigte seine Kunstwerke aus Wellpappe, Pappmache und Toilettenpapierrollen auf einer Triplex-Unterlage. Die Werke entstanden nach geometrischen Prinzipien und bekamen nichtssagende Namen. Ein Beispiel hierfür ist das 1962 entstandene Weiße Strukturrelief R62-1.

Ab 1978 entstanden viele Zeichnungen: mit Linien, Punkten und Schraffuren zeichnete Schoonhoven teils expressiv, fast kalligraphische, Tusche- und Pinselzeichnungen.

Ein wichtiges Betätigungsfeld war die Reflexion von Licht auf weißen Oberflächen. Die reliefartigen Erhebungen und Vertiefungen mit ihrem Licht und Schattenspielen werden zum aktiven Teil seiner Kunstwerke.

Die Werke von Schoonhoven waren in vielen Ausstellungen in den Niederlanden und dem Ausland zu sehen.

Werke in Öffentlichen Sammlungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Belgien

Deutschland

Finnland

  • Kiasma – Museum of Contemporary Art, Helsinki

Frankreich

Kanada

Niederlande

Polen

Schweiz

Vereinigtes Königreich

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jan J. Schoonhoven 1914-1994. Reliefs und Zeichnungen 1941-1991. Ausstellungskatalog Situation Kunst (für Max Imdahl), Kunstsammlungen der Ruhr-Universität Bochum, Bochum 2015, ISBN 978-3-941778-09-2.
  • Juliane Bardt: Kunst aus Papier. Olms, Hildesheim/Zürich/New York 2006, ISBN 3-487-13093-9, S. 54–57.
  • Nul, die Wirklichkeit als Kunst fundieren. Die niederländische Gruppe Nul 1960 - 1965 und heute. Armando, Jan Henderikse, Henk Peeters, Jan Schoonhoven. Cantz, Stuttgart 1993, ISBN 3-89322-535-8.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Juliane Bardt: Kunst aus Papier. Olms, Hildesheim 2006, ISBN 3-487-13093-9, S. 56.
  2. Juliane Bardt: Kunst aus Papier. Olms, Hildesheim 2006, ISBN 3-487-13093-9, S. 54.
  3. Jan Schoonhoven 1914-1994. Abgerufen am 7. März 2009 (englisch, In: Ronald Alley: Catalogue of the Tate Gallery's Collection of Modern Art other than Works by British Artists, Tate Gallery and Sotheby Parke-Bernet. London 1981, S. 674).