Jan Wagner (Schriftsteller)

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Jan Wagner auf der Leipziger Buchmesse 2015

Jan Wagner (* 18. Oktober 1971 in Hamburg) ist ein deutscher Schriftsteller und Übersetzer.

Leben und Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jan Wagner legte sein Abitur im Jahr 1992 an der Stormarnschule in Ahrensburg ab und studierte Anglistik an der Universität Hamburg, am Trinity College (Dublin) und an der Humboldt-Universität zu Berlin, wo er mit einer Magisterarbeit über die jüngste Generation anglo-irischer Lyriker abschloss. Von 1995 bis 2003 gab er zusammen mit Thomas Girst die internationale Lyrikschachtel Die Außenseite des Elementes heraus. Dieser Offsetdruck war eine Loseblattsammlung, die in einer Schachtel präsentiert wurde, wobei der Leser zum eigenmächtigen Archivieren der enthaltenen Blätter aufgefordert wurde. Vorgestellt wurde unter anderem zeitgenössische persische und niederländische Lyrik. Vorbild für dieses Projekt war Marcel Duchamps Loseblattsammlung.[1]

Seit dem Erscheinen seines ersten Gedichtbands im Jahr 2001 ist Wagner als freier Schriftsteller, Herausgeber und Übersetzer aus dem Englischen und Amerikanischen tätig. Gedichte wurden in zahlreichen Anthologien (u. a. Der Große Conrady) und Literaturzeitschriften (Akzente, BELLA triste, Sinn und Form, Muschelhaufen) veröffentlicht. Als Kritiker verfasst Wagner Rezensionen für die Frankfurter Rundschau und andere Zeitungen sowie für den Rundfunk. Seit 2009 ist er Mitglied der Bayerischen Akademie der schönen Künste, seit 2010 der Akademie der Wissenschaften und der Literatur, Mainz, der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung in Darmstadt und des PEN-Zentrums Deutschland. Mit Wagners Gedichtband Regentonnenvariationen erhielt erstmals ein Lyriktitel den Preis der Leipziger Buchmesse.

Seit 2015 ist Jan Wagner Mitglied der Freien Akademie der Künste in Hamburg.

Jan Wagner lebt seit 1995 in Berlin, seit 2000 im Berliner Stadtteil Neukölln.[2]

Publikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzeltitel
Herausgabe
  • Lyrik von Jetzt. 74 Stimmen (mit Björn Kuhligk). DuMont Literatur und Kunstverlag, Köln 2003, ISBN 3-8321-7852-X.
  • Lyrik von Jetzt 2 (mit Björn Kuhligk), Berlin Verlag, Berlin 2008.
  • Die Außenseite des Elementes (mit Thomas Girst). Berlin 1995–2003.
Übersetzung

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Christoph Jürgensen und Sonja Klimek (Hrsg.): Gedichte von Jan Wagner. Interpretationen. mentis, Münster 2017, ISBN 978-3-95743-114-1.
  • Frieder von Ammon (Hrsg.): Jan Wagner. (= Text + Kritik. Zeitschrift für Literatur. Heft 210). edition text + kritik im Richard Boorberg Verlag, München 2016, ISBN 978-3-86916-468-7.
  • Renatus Deckert: Probebohrung im Himmel. Die bestechenden Gedichte des Lyrikers Jan Wagner. In: Akzente. Zeitschrift für Literatur. 2/2006, S. 105–110.
  • Harald Hartung: Himmelsbohrungen. Laudatio auf Jan Wagner. In: Sinn und Form. Beiträge zur Literatur. 3/2012, S. 424–427.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Jan Wagner – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Jan Wagner. Vita. In: literaturport.de, abgerufen am 20. Juni 2017.
  2. Jan Wagner gewinnt Leipziger Buchpreis: „Am liebsten schreibe ich in meinem alten Ohrensessel“. In: Der Tagesspiegel. 12. März 2015, abgerufen am 20. Juni 2017.
  3. Stipendiaten. In: kuenstlerhof-schreyahn.de, abgerufen am 1. Juli 2017.
  4. Jan Wagner erhält Georg-Büchner-Preis, deutschlandfunkkultur.de, 20. Juni 2017, abgerufen am 20. Juni 2017