Janet Leigh

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Janet Leigh (Mi.) mit ihren Töchtern Kelly Curtis (li.) und Jamie Lee Curtis (1979)

Janet Leigh (* 6. Juli 1927 als Jeanette Helen Morrison in Merced, Kalifornien; † 3. Oktober 2004 in Beverly Hills, ebenda) war eine US-amerikanische Schauspielerin. Auf dem Höhepunkt ihrer Karriere spielte sie ihre wohl berühmteste Rolle in Alfred Hitchcocks Thriller Psycho (1960).

Leben und Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Leigh wurde als einziges Kind von Robert Morrison und Helen Lita Westergard geboren. Mit 20 Jahren wurde sie von dem ehemaligen, im Ruhestand lebenden Filmstar Norma Shearer entdeckt. Deren verstorbener Ehemann Irving Thalberg war einer der Studiobosse bei Metro-Goldwyn-Mayer, so wurde sie auch von Lew Wasserman bei MGM unter Vertrag genommen. Leigh beendete nach Beginn ihrer Schauspielkarriere vorzeitig ihr Studium an der University of the Pacific. Sie debütierte in dem aufwendigen Filmdrama The Romance of Rosy Ridge, in dem sie neben Van Johnson und Thomas Mitchell sofort eine größere Rolle spielte. Später besuchte sie die Abendschule an der University of Southern California, um ihre Schulausbildung zu beenden.

Es folgten weitere Leinwandrollen, die ihren Ruf als aufkommender Star festigten. Bereits 1948 wurde sie von einer Zeitschrift zum "No. 1 glamour girl" gewählt, obwohl sie vor und hinter der Kamera meist bodenständige Figuren spielte. 1949 wirkte sie unter der Regie von Mervyn LeRoy in Kleine tapfere Jo, der Verfilmung des Romanes Little Women, mit sowie in Holiday Affair mit Robert Mitchum. In den 1950er Jahren spielte sie in mehreren prominenten Filmen eine Hauptrolle, so in der Komödie Angels in the Outfield (1951), dem Mantel-und-Degen-Film Scaramouche, der galante Marquis (1952), dem Western Nackte Gewalt (1953), dem Musicalfilm Walking My Baby Back Home (1953) sowie der Komödie Der sympathische Hochstapler (1954). Mit ihrem Ehemann Tony Curtis spielte sie in fünf Filmen, darunter die Abenteuerfilme Der eiserne Ritter von Falworth (1954) und Die Wikinger (1958). Leigh, die zunächst vor allem die Figur der jungen Naiven oder weiblichen Geliebten verkörperte, war Ende der 1950er Jahre auf der Suche nach komplexeren Rollen. Davon zeugt unter anderem ihre Rolle in Orson Welles' Kriminalfilm Im Zeichen des Bösen (1958), in der sie irrtümlich unter Mordverdacht gerät.

In diese Suche nach Charakterrollen fiel auch der Film, der wohl der berühmteste ihrer Filmkarriere wurde. Alfred Hitchcock verpflichtete sie in seinem Filmklassiker Psycho als Sekretärin Marion Crane, die Geld unterschlägt und auf der Reise zu ihrem Geliebten in einem Hotel das Opfer einer brutalen Messerattacke wird. Die sogenannte "Duschszene" mit Todesfolge schockierte die Zuschauer und ist bis heute eine der wohl meistzitierten und berühmtesten Filmszenen. Leigh erhielt für die Rolle einen Golden Globe und war als beste Nebendarstellerin für einen Oscar nominiert. Nach dem Riesenerfolg von Psycho folgten Rollen in Filmen wie Botschafter der Angst, in dem sie an der Seite von Frank Sinatra spielte, und das Filmmusical Bye Bye Birdie, das auf einem Broadway-Erfolg basierte. Ab Ende der 1960er Jahre spielte Leigh vorwiegend in Fernsehfilmen oder -serien.

So hatte sie etwa 1975 in der Folge Forgotten Lady der Serie Columbo eine Hauptrolle neben Peter Falk. Auch in anderen Serien wie Die Leute von der Shiloh Ranch oder Mord ist ihr Hobby hatte sie Gastauftritte. Zu ihren Kinoauftritten in späteren Jahren gehörte unter anderem der in John Carpenters Film The Fog - Nebel des Grauens an der Seite ihrer Tochter Jamie Lee Curtis. In Halloween: H20, dem vorletzten Film, in dem sie mitwirkte, stand sie ein weiteres Mal an der Seite ihrer Tochter Jamie Lee vor der Kamera. Ihre letzte Rolle spielte sie als Dame im Seniorenheim in der Horrorkomödie Zickenterror an der High School (2005), die erst nach ihrem Tod in die Kinos kam.

Privatleben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grab von Janet Leigh und Robert Brandt im Westwood Memorial Park

1942 heiratete Janet Leigh im Alter von erst 15 Jahren John Carlisle, die Ehe wurde noch im selben Jahr wieder geschieden. Auch ihre zweite Ehe mit Stanley Reames (1945–1949) endete mit Scheidung. Leighs dritter Ehemann war der Schauspieler Tony Curtis, mit dem sie von 1951 bis 1962 verheiratet war. Aus dieser Ehe stammen die Schauspielerinnen Jamie Lee Curtis und Kelly Curtis.[1] Nachdem Curtis ihr gegenüber zugegeben hatte, dass er Leigh mit seiner damaligen Filmkollegin Christine Kaufmann betrogen hatte, führte dies zu einer weiteren Scheidung. 1962 heiratete Janet Leigh Robert Brandt (1927–2009) in Las Vegas, die Ehe hielt bis zu ihrem Tod.

Im Mai 2004 wurde Leigh der Ehrendoktortitel der University of the Pacific verliehen. Sie starb ein halbes Jahr später im Alter von 77 Jahren im Kreis ihrer Familie an Kreislaufstillstand. Ihre letzte Ruhe fand sie im Memorial Park in Westwood, einem östlichen Stadtteil von Los Angeles.[2]

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Janet Leigh: There Really Was a Hollywood. Doubleday, New York 1984, ISBN 0-385-19035-2.
  • Janet Leigh, Christopher Nickens: Psycho. Hinter den Kulissen von Hitchcocks Kultthriller. Heyne, München 1996, ISBN 3-453-10863-9.
  • Janet Leigh: Dream Factory. Mira, Buffalo 2002, ISBN 1-551-66874-2.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Janet Leigh – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Eintrag bei filmreference.com
  2. knerger.de: Das Grab von Janet Leigh