Janne Teller

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Janne Teller in Bogotá, Kolumbien, 2016
Janne Teller, Mexiko-Stadt, 2016
Janne Teller, Mérida, März 2015
Janne Teller, Göteborg, 2014

Janne Teller (* 8. April 1964 in Kopenhagen) ist eine dänische Schriftstellerin, die in New York und Berlin lebt. Höhere Bekanntheit erlangte sie durch die Veröffentlichung ihres Buchs Nichts – Was im Leben wichtig ist.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Teller stammt aus einer österreichisch-deutschen Familie. Als Makroökonomin arbeitete sie von 1988 bis 1995 als Beraterin für die EU und für die UNO in Dar-es-Salaam, Brüssel, New York und in Mosambik. Seit 1995 widmet sie sich ganz ihrer Tätigkeit als Schriftstellerin.

Mit Odins ø (1999; dt. Odins Insel, 2002), Intet (2000; dt. Nichts – Was im Leben wichtig ist, 2010), Hvis der var krig i Norden (2004; dt. Krieg – Stell dir vor, er wäre hier, 2011), Kattens tramp (2004; dt. Die sieben Leben der Katze, 2008; Neuausgabe 2011 unter dem Titel Europa – Alles, was dir fehlt) und Kom (2008; dt. Komm, 2012) sind fünf ihrer sechs in dänischer Sprache verfassten Bücher auch in deutscher Übersetzung erschienen. Tellers Bücher wurden aus dem Dänischen in rund 20 Sprachen übersetzt (darunter Afar, Baskisch, Deutsch, Englisch, Finnisch, Französisch, Italienisch, Japanisch, Katalanisch, Koreanisch, Lateinisch, Niederländisch, Schwedisch, Slowenisch, Spanisch). Neben ihrer Tätigkeit als Buchautorin veröffentlicht Teller regelmäßig Essays und andere Texte.

Mit ihrem Roman Nichts – Was im Leben wichtig ist (2010) erregte Teller in der internationalen Literaturszene Debatten darüber, was jungen Lesern literarisch zugemutet werden kann. Im deutschsprachigen Feuilleton wurde Nichts – Was im Leben wichtig ist als „erschütternde Parabel über die Suche nach dem Sinn des Lebens“ (Deutschlandradio)[1] und „Tabubruch mit Tiefgang“ (ZEIT)[2] bezeichnet. Nichts wird seit dem Erscheinen der dänischen Ausgabe im Jahr 2000 in Skandinavien wegen der dort dargestellten körperlichen und seelischen Grausamkeit unter Kindern kontrovers diskutiert.[3] Die deutsche Ausgabe von Nichts – Was im Leben wichtig ist verkaufte sich mehr als 200.000 Mal in Deutschland.

2013 erschien Janne Tellers Buch Alles – Worum es geht als Originalausgabe in deutscher Sprache, eine Sammlung von Kurzgeschichten. Ebenfalls 2013 erschien in Dänemark Janne Tellers Erzählung Afrikanske veje (Afrikanische Wege).

2012 war sie Jurymitglied der Auszeichnung Das außergewöhnliche Buch des Kinder- und Jugendprogramms des Internationalen Literaturfestivals Berlin.

Für ihre Bücher wurde Teller mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Jugendbuchpreis des dänischen Kulturministeriums (2001), dem Le Prix Libbylit (2008) und dem Michael L. Printz Honor Book (2011).

Janne Teller lebt abwechselnd in New York und Berlin.

Janne Teller im Zitat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Über Nichts – Was im Leben wichtig ist

„Es ist schon erstaunlich, dass ein Buch heutzutage in Westeuropa derart bekämpft werden kann. Nicht wegen brutaler oder sexistischer oder verhetzender Inhalte, sondern nur wegen der Fragen, die es aufwirft. Es gab in verschiedenen Ländern Schwierigkeiten, nicht nur in Dänemark, sondern in Frankreich und Norwegen, wo es in manchen Schulen noch immer nicht gelesen werden darf. Die Hauptdebatte fand zwischen Lehrern, Bibliothekarinnen und Pädagogen statt, von denen viele meinten, das Buch mute jungen Lesern zu viel zu.“

Janne Teller: Lehrer sagten, dieses Buch sei schädlich – Interview mit Janne Teller, in: Die Zeit vom 5. August 2010[4]

Bibliografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bücher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dänischsprachige Originalausgabe Deutschsprachige Übersetzung Anmerkungen
1999: Odins ø, Janne Teller (Text), Centrum (Viby), ISBN 87-583-1162-9 2002: Odins Insel, Hanne Hammer (Übersetzung aus dem Dänischen), Goldmann Verlag (München)
2000: Intet, Janne Teller (Text) 2010: Nichts – Was im Leben wichtig ist, Sigrid C. Engeler (Übersetzung aus dem Dänischen), Carl Hanser Verlag (München), ISBN 978-3-446-23596-0
2004: Hvis der var krig i Norden, Janne Teller (Text), Helle Vibeke Jensen (Illustration), Dansklærerforeningen (Kopenhagen), ISBN 87-7996-001-4 2011: Krieg – Stell dir vor, er wäre hier, Sigrid C. Engeler (Übersetzung aus dem Dänischen), Carl Hanser Verlag (München), ISBN 978-3-446-23689-9
2004: Kattens tramp, Janne Teller (Text), Gyldendal (Kopenhagen), ISBN 87-02-03095-0 2008: Die sieben Leben der Katze, Hanne Hammer (Übersetzung aus dem Dänischen), btb Verlag (München), ISBN 978-3-442-74027-7; Neuausgabe 2011 unter dem Titel Europa – Alles, was dir fehlt, Hanne Hammer (Übersetzung aus dem Dänischen), btb Verlag (München), ISBN 978-3-442-74271-4
2008: Kom, Janne Teller (Text), Gyldendal (Kopenhagen), ISBN 978-87-02-05821-5 2012: Komm, Peter Urban-Halle (Übersetzung aus dem Dänischen), Carl Hanser Verlag (München), ISBN 978-3-446-23756-8
2013: Alles – Worum es geht, Janne Teller (Text), Sigrid Engeler und Birgitt Kollmann (Übersetzer aus dem Dänischen), Carl Hanser Verlag, München, ISBN 978-3-446-24317-0 Sammlung mit den acht Kurzgeschichten Warum? (1), Sich so in den Hüften wiegend und die Augen zu Boden gerichtet (2), Der türkische Teppich (3), Gelbes Licht (4), Bis der Tod uns scheidet (5), Die Vögel, die Blumen, die Bäume (6), Lollipops (7) und Alles – Was ich erzählen kann (8), außerdem ein Nachwort

Deutschsprachige Ausgabe ist Originalausgabe der Kurzgeschichten als Sammelband

2013: Afrikanske veje, Janne Teller (Text), Verlag: Brøndums 2014: Afrikanische Wege, Peter Urban-Halle (Übersetzer aus dem Dänischen), Hanser Box, München, ISBN 978-3-446-24824-3

Essays und Texte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nominierungen und Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Festivalteilnahmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Theaterstücke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Janne Teller – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. www.dradio.de
  2. Birgit Dankert: Luchs Nr. 283: Ist alles nichts? In: zeit.de. 5. August 2010, abgerufen am 8. Dezember 2014.
  3. Christine Lötscher: Wer hat Angst vorm Nihilisten?. In: Tages-Anzeiger. 17. August 2010. Abgerufen am 20. August 2010.
  4. Susanne Gaschke: Janne Teller: "Lehrer sagten, dieses Buch ist schädlich". In: zeit.de. 5. August 2010, abgerufen am 8. Dezember 2014.
  5. juvenil.twoday.net (Memento des Originals vom 2. März 2013 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/juvenil.twoday.net
  6. www.dradio.de
  7. www.dradio.de
  8. www.stiftung-buchkunst.de
  9. www.ala.org
  10. www.djlp.jugendliteratur.org
  11. mls.provinz.bz.it
  12. www.dradio.de
  13. www.rowohlt-theaterverlag.de
  14. www.rowohlt-theaterverlag.de
  15. Vorschau bei insidegreifswald.de abgerufen am 6. Januar 2013.
  16. www.staatsschauspiel-dresden.de (Memento des Originals vom 12. Mai 2013 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.staatsschauspiel-dresden.de