Jason Blum

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Jason Blum (2015)

Jason Ferus Blum (* 20. Februar 1969 in Los Angeles, Kalifornien[1][2][3]) ist ein US-amerikanischer Filmproduzent. Er ist Gründer und CEO der Filmproduktionsgesellschaft Blumhouse Productions.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jason Blum ist der das einzige Kind der Kunstprofessorin Shirley N. Blum und des Kunsthändlers Irving Blum.[4] Seine Mutter war zuvor mit dem Museumsdirektor Walter Hopps verheiratet.[5] Er wuchs in New York City auf.[6]

Blum studierte am Vassar College.[7] Beim Studium lernte er Noah Baumbach kennen, mit dem zusammen er seine ersten Kurzfilme drehte. Nach Abschluss des Studiums im Jahr 1991 zogen Blum und Baumbach nach Chicago, wo sie sich eine Wohnung teilten. Als Baumbach seinen ersten Spielfilm Kicking and Screaming umsetzte, fungierte Blum als Executive Producer.

Nach einem Streit mit Baumbach zog Blum nach New York City, wo als Immobilienhändler arbeitete. Kurz darauf lernte er Ethan Hawke kennen, der Blum als Producing Director für seine Malaparte Theater Company engagierte.[8] Obwohl als Nonprofit-Unternehmen angedacht, erwirtschaftete Malaparte durch Blums Engagement einen Gewinn.[7]

Danach arbeitete Blum zunächst als Vice President of Acquisitions bei Arrow Films und später als Co-president of Acquisitions bei Miramax Films unter Bob und Harvey Weinstein. Beim Sundance Film Festival 1999 erwarb Blum für 10,2 Mio. US-Dollar die als nächsten Hit gehandelte Independent-Komödie Happy, Texas. Der Film floppte jedoch und spielte lediglich 1,9 Mio. US-Dollar ein, wodurch Miramax einen erheblichen Verlust einfuhr.[7] Beim Sundance hatte Blum auch einen Kauf des für 60.000 US-Dollar produzierten Horrorfilms Blair Witch Project ausgeschlagen. Stattdessen erwarb Artisan Entertainment die Rechte für 1,1 Mio. US-Dollar. Der Film spielte über 248 Mio. US-Dollar ein. Kurz darauf kündigte Blum bei Miramax.

Er zog nach Los Angeles und war dort unter anderem als freier Produzent für Warner Brothers tätig.[2] Im Jahr 2000 gründete Blum seine Produktionsfirma Blumhouse Productions. Weitere Projekte, die er unter anderem Paramount Pictures anbot, erhielten keine Freigabe für eine Kinoveröffentlichung.

Dann sah Blum den Horrorfilm Paranormal Activity, der für nur 15.000 US-Dollar produziert worden war.[9] Der Film erinnerte ihn an das Blair Witch Project. Blum bot den Film in zwei Jahren verschiedenen Studios an. Erst 2007 konnte er den Film über Paramount veröffentlichen. Bereits am Startwochenende spielte der Film 20 Mio. US-Dollar ein, was einer durchschnittlichen Einnahme von ca. 25.000 US-Dollar pro Kino entspricht. Insgesamt spielte der Film weltweit fast 200 Mio. US-Dollar ein und ist damit Stand 2015 der bisher profitabelste Film.[9][7] Der Film zog mehrere Fortsetzungen nach sich.

Danach spezialisierte Blumhouse Productions sich auf die Herstellung von kostengünstigen Genre-Produktionen.[8] Viele dieser sogenannten Micro-Budget-Filme spielten das mehrfache ihrer Produktionskosten ein, wodurch sie als hochprofitabel gelten.[8][10] Die meisten seiner Filme produziert Blum für durchschnittlich 4,5 Mio. US-Dollar.[7] Solange ein Film unter diesen Kosten bleibt, wird er laut Blum sein Geld auch wieder einspielen, wenn „alles schiefgeht“ („The model is, really, if everything goes wrong, we will recoup.“).[7] Dafür verzichtet Blum auf seinen eigenen Vorschuss als Produzent und bezahlt Darstellern und Stab nur die gewerkschaftlich vereinbarten Minimal-Löhne.[7] Falls der Film jedoch an den Kinokassen funktioniert, nimmt Blum von jedem verdienten Dollar 12,5 % ein und teilt den Rest mit den Hauptdarstellern und dem Stab. Im Gegenzug sichert er den Filmmachern größtmögliche kreative Freiheit zu: die Drehbücher werden nicht mehr vom Studio überarbeitet und der Regisseur erhält eine Garantie für den finalen Schnitt. Um die Kosten niedrig zu halten, werden die Regisseure jedoch angewiesen, die Zahl der Sprechrollen zu beschränken und möglichst in nur an einem Drehort zu filmen. Die Kosten werden auch dadurch niedrig gehalten, dass die Postproduktion nicht wie sonst üblich ausgelagert wird, sondern direkt von Blumhouse-Mitarbeitern übernommen wird.

Mit diesem Erfolgsrezept haben von Blumhouse produzierte Filme Stand 2015 bereits über 2 Milliarden US-Dollar an den weltweiten Kinokassen eingenommen.[7]

2015 war er als Produzent an Whiplash beteiligt und wurde hierfür in der Kategorie Bester Film für den Oscar nominiert. Seine Beteiligung an dem Fernsehfilm The Normal Heart brachten ihm 2014 einen Emmy sowie 2015 den Stanley Kramer Award bei den Producers Guild of America Awards ein.

Privatleben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blum ist seit dem 14. Juli 2012 mit Journalistin Lauren A. E. Schuker Blum verheiratet.[4] Im April 2015 wurde ihre Tochter geboren.[7]

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Produzent
Ausführender Produzent
  • 1995: Kicking and Screaming
  • 2000: Hamlet
  • 2002: Hysterical Blindness (Fernsehfilm)
  • 2008: Der Vorleser (The Reader)
  • 2012: The River (Fernsehserie, 8 Folgen)
  • 2012: Lawless – Die Gesetzlosen (Lawless)
  • 2013: Stranded (Fernsehserie, 6 Folgen)
  • 2014: 13 Sins
  • 2014: Unknown User (Unfriended)
  • 2014: The Normal Heart (Fernsehfilm)
  • 2015: How to Dance in Ohio (Dokumentarfilm)
  • 2015: Exeter
  • 2015: Der Unglücksbringer: Das Leben und die Tode des Robert Durst (The Jinx: The Life and Deaths of Robert Durst, Miniserie, sechs Episoden)
  • 2015: South of Hell (Fernsehserie, acht Episoden)
  • 2015: Hellavator (Fernsehserie, neun Episoden)
  • 2016: Sleight
  • 2016: Alive and Kicking (Dokumentarfilm)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Jason Blum – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. California Birth Index
  2. a b Interview Jason Blum bei dorkshelf.com, abgerufen am 14. Juni 2013
  3. Jason Ferus Blum bei mylife.com, abgerufen am 14. Juni 2013
  4. a b Lauren Schuker and Jason Blum bei nytimes.com, abgerufen am 14. Juni 2013
  5. White Men Can't Paint! bei artnet.com, abgerufen am 25. Oktober 2015
  6. How I Made It: Jason Blum, film producer bei latimes.com, abgerufen am 25. Oktober 2015
  7. a b c d e f g h i Can Budget-Slasher Jason Blum Prove the Way Hollywood Makes Movies Is Horrifyingly Wrong? bei laweekly.com, abgerufen am 25. Oktober 2015
  8. a b c About Blumhouse Productions bei blumhouse.com, abgerufen am 14. Juni 2013
  9. a b BoxOfficeMojo.com Paranormal Activity
  10. Jason Blum, the Penny-Pinching Horror Movie Maestro bei businessweek.com, abgerufen am 26. Juni 2014