Jastarnia

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Jastarnia
Wappen von Jastarnia
Jastarnia (Polen)
Jastarnia
Jastarnia
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Pommern
Powiat: Pucki
Gmina: Jastarnia
Geographische Lage: 54° 42′ N, 18° 40′ OKoordinaten: 54° 42′ 0″ N, 18° 40′ 0″ O
Einwohner:
Postleitzahl: 84-140 und 84-141
Telefonvorwahl: (+48) 58
Kfz-Kennzeichen: GPU
Wirtschaft und Verkehr
Straße: DW 216: Hel–Władysławowo-Reda
Schienenweg: Reda–Hel
Nächster int. Flughafen: Danzig



Jastarnia [jaˈstarɲa] (deutsch Heisternest) ist eine Stadt und ein Badeort in der polnischen Woiwodschaft Pommern. Sie ist Sitz der gleichnamigen Stadt-und-Land-Gemeinde mit etwa 3800 Einwohnern.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ortschaft liegt in der Mitte der Halbinsel Hel (Hela), die die Danziger Bucht von der Ostsee trennt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Zeit des Deutschordensstaats Preußen hieß die Ortschaft Heigsternest.[1] Ursprünglich ging die Ortschaft aus zwei Fischerdörfern hervor, aus dem so genannten Putziger Heisternest (heute Jastarnia Pucka) und dem Danziger Heisternest (heute Bór). Das Danziger Heisternest wie auch das Städtchen Hela waren im 18. und 19. Jahrhundert Eigentumsortschaften der Stadt Danzig.[2][3] Das Danziger Heisternest wurde von Protestanten bewohnt, während die Bewohner von Putziger Heisternest katholisch waren und kaschubisch sprachen. Noch heute sollen sich die Dialekte in den Ortsteilen unterscheiden lassen. Im Jahr 1871 hatte Danziger Heisternest 388 Einwohner und 89 Haushaltungen, die auf 74 Wohngebäude verteilt waren.[4]

Die Halbinsel Hela hatte bis zum Inkrafttreten des Versailler Vertrags 1920 nach dem Ersten Weltkrieg zum Landkreis Putzig im Regierungsbezirk Danzig der Provinz Westpreußen des Deutschen Reichs gehört und musste dann zur Einrichtung des Polnischen Korridors an Polen abgetreten werden.

Der Bau der Bahnstrecke Reda–Hel im Jahr 1922 und ein eigener Hafen machten Heisternest innerhalb kurzer Zeit zu einem beliebten Seebad.

Nach dem Überfall auf Polen 1939 kam Heisternest ins Reichsgebiet zurück und gehörte nun zum Reichsgau Danzig-Westpreußen. Nach Kriegsende und der Kapitulation Deutschlands am 8. Mai 1945 übergab die Wehrmacht die Halbinsel Hela mit Heisternest am 9. Mai 1945 der Roten Armee.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Fischerhäuschen im Zentrum des Ortes
  • Fischerhütte (polnisch: Chata rybacka) in der ulica Rynkowa 10
  • Fischermuseum (polnisch: Muzeum rybackie) in der ulica Mickiewicza
  • Neobarocke Kirche von 1931 mit einer Kanzel in Form eines Fischerbootes
  • Leuchtturm

Gmina[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Stadt-und-Land-Gemeinde Jastarnia gehören die namensgebende Stadt und weitere Ortschaften.

Partnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Trotz der exponierten Lage ist Jastarnia über die Bahnstrecke Reda–Hel an das polnische Eisenbahnnetz angeschlossen. Personenzugverbindungen nach Gdynia gibt es nahezu stündlich.

Der Ort ist über einen Radweg zu erreichen, der die gesamte Halbinsel Hel erschließt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gotthilf Löschin: Danzig und seine Umgebungen. 3. Auflage, Danzig 1853, S. 175–176.
  • Hans Prutz: Geschichte des Kreises Neustadt in Westpreußen. Danzig 1872 (E-Kopie).

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hans Prutz: Geschichte des Kreises Neustadt in Westpreußen. Danzig 1872, S. 53.
  2. Johann Friedrich Goldbeck: Vollständige Topographie des Königreichs Preußen. Teil II, Marienwerder 1789, S. 58, Nr. 3.2)
  3. Hans Prutz: Geschichte des Kreises Neustadt in Westpreußen. Danzig 1872, S. 136.
  4. Hans Prutz: Geschichte des Kreises Neustadt in Westpreußen. Danzig 1872, S. 214.