Javerlhac-et-la-Chapelle-Saint-Robert

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Javerlhac-et-la-Chapelle-Saint-Robert
Wappen von Javerlhac-et-la-Chapelle-Saint-Robert
Javerlhac-et-la-Chapelle-Saint-Robert (Frankreich)
Javerlhac-et-la-Chapelle-Saint-Robert
Region Nouvelle-Aquitaine
Département Dordogne
Arrondissement Nontron
Kanton Périgord Vert Nontronnais
Gemeindeverband Communauté de communes du Périgord Vert Nontronnais
Koordinaten 45° 34′ N, 0° 34′ OKoordinaten: 45° 34′ N, 0° 34′ O
Höhe 115–211 m
Fläche 29,25 km2
Einwohner 860 (1. Januar 2014)
Bevölkerungsdichte 29 Einw./km2
Postleitzahl 24300
INSEE-Code

Der Ortskern von Javerlhac von Westen

Javerlhac-et-la-Chapelle-Saint-Robert, okzitanisch Javerlhac e la Chapela Sent Robert [1], ist eine Gemeinde mit 860 Einwohnern (Stand 1. Januar 2014) im französischen Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine (vor 2016 Aquitanien). Sie gehört zum Kanton Périgord Vert Nontronnais (bis 2015 Kanton Nontron) und bildet Teil des Regionalen Naturparks Périgord-Limousin.

Etymologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsname von Javerlhac ist möglicherweise keltischen Ursprungs und lautete früher Jabreille (Land der Ziegen). Eine andere Theorie deutet ihn als gallorömisch, abgeleitet von dem Eigennamen Gabrelius oder Gabrillus und versehen mit dem Suffix –acum, das als Ortsangabe oder Besitzanspruch fungiert.

Der Ortsname von Chapelle Saint-Robert geht auf einen Heiligen namens Sanctus Robertus zurück, das Okzitanische Capela bedeutet Kapelle.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lagekarte der Gemeinde Javerlhac-et-la-Chapelle-Saint-Robert

Die Gemeinde Javerlhac-et-la-Chapelle-Saint-Robert wurde 1823 aus den beiden ehemaligen Gemeinden Javerlhac und La-Chapelle-Saint-Robert zusammengelegt.

Sie umfasst folgende Weiler, Gehöfte, Anwesen, Mühlen, Schmieden und Geländepunkte : Bois de la Cave, Chantegros, Chez Guilleroux, Chez Joly, Chez la Belle, Chez Marronnet, Font Jean, Forgeneuve, Frugier, Gros Gillou, Guétière, Jommelières, Labadias, La Cour, La Fayolle, La Forge, La Meynardie, La Petite Forêt, La Petite Metairie, La Richardière, Le Buisson, Le Fayes, Le Grand Lac, Le Gros Chêne, Le Logis, Le Maine, Le Moulin de chez Bertrand, Le Moulin Vieux, Les Beusses, Les Boissières, Les Bouèges, Les Brandes, Les Brousses, Les Céceilles, Les Chenauds, Les Essarts, Les Gardechoux, Les Garennes, Les Petites Chenauds, Meynardière, Petit Guillou, Pic Pérou, Pierre Virade, Puymoger, Pys, Saute Bouc, Tassat und Ville de Bost.

Das Gemeindegebiet wird vom Südost nach Nordwest fließenden Bandiat zweigeteilt, mit einem wesentlich größeren linksseitigen Areal. Ungefähr einen Kilometer vor Javerlhac nimmt der Bandiat seinen rechtsseitigen Nebenfluss, die Doue, welcher gleichzeitig die Gemeindegrenze zu Saint-Martin-le-Pin bildet, auf. Das linksseitige Gebiet besitzt aufgrund von Karsterscheinungen keine dauerhaften Flussläufe, rechtsseitig wären noch der Marcourive, der Merlancon und der Ruisseau de Saint-Martin zu erwähnen.

Javerlhac wird von der dem Flusslauf des Bandiat folgenden D 75 von Nontron nach Marthon durchquert, in Nordost-Südwest-Richtung kreuzt ferner die D 93 von Étouars nach Mainzac. La-Chapelle-Saint-Robert ist über die D 92 zu erreichen. Javerlhac ist 13 Kilometer von Nontron und 35 Kilometer von Angoulême entfernt.

Neben dem bereits erwähnten Saint-Martin-le-Pin im Osten wird das Gemeindegebiet von folgenden sechs Gemeinden umgeben:

Mit seiner Grenze zu Mainzac und Souffrignac berührt es bereits das Département Charente.

Geologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Taubenturm am Bandiat bei Javerlhac

Die im Gemeindegebiet anstehenden Gesteine gehören vorwiegend zu den Sedimenten des Aquitanischen Beckens, nur am äußersten Ostrand am Doue werden auch noch variszische Grundgebirgsgesteine des Massif Central angetroffen (Piégut-Pluviers-Granodiorit). Die Sedimentgesteine stammen aus dem Dogger.

Die Serie beginnt im oberen Bajocium mit mikro- bis kryptokristallinen, weißen und auch beigen Fossilkalken, die mehrere bedeutende Oolithlagen enthalten. Diese Gesteine können stellenweise sehr stark rekristallisiert und verkieselt sein. Auf der linken Bandiatseite folgen dann Bathonium und Callovium, ebenfalls weiße, beige, teils auch bräunliche Fossilkalke, die bereits kreideartig ausgebildet sein können. Das Bathonium wird rund 50 Meter mächtig und führt Lithoklasten, Bioklasten mit Resten von Lamellibranchiern, Rhynchonelliden und Gastropoden, sowie relativ seltene Oolithlagen. Das 25 Meter mächtige Callovium enthält Onkolithen, Foraminiferen und Stromatolithen. Die Sedimente liegen weitestgehend flach, nur bei Javerlhac treten örtlich Verkippungen an einer Südost-Nordwest-streichenden Störungszone auf; an ihr wurde der nordöstliche Grundgebirgsblock angehoben. Bei Pys läuft eine ähnliche, von Nontron herüberziehende, parallelverlaufende Störungszone aus. Sie ist vererzt und führt hauptsächlich Sphalerit, Pyrit, Baryt und Bleiglanz. Bei La-Chapelle-Saint-Robert wurde früher auch Eisen abgebaut, das aus dem tertiären, das Callovium überdeckenden Sidérolithique stammte und dann bei Forgeneuve verhüttet wurde.

Im Flusstal des Bandiat finden sich pleistozäne alluviale Flusssande mit Quarzgeröllen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kirche Saint-Robert

Die Besiedelung Javerlhacs geht zumindest bis ins erste vorchristliche Jahrhundert zurück, wie eisenzeitliche Funde in der Grotte des Ormes belegen. Beim Bau des Bahnhofs der ehemaligen, jetzt mittlerweile aber stillgelegten Bahnlinie Angoulême-Thiviers wurden der Ring eines römischen Ritters und Gräber aus der gallorömischen und der Merowingerzeit gefunden.

Im frühen Mittelalter verlagerte sich das kulturelle Leben dann zum drei Kilometer entfernten Saint-Robert, einer romanischen Kirche mit Eingangsportal im Saintongestil aus dem 11. Jahrhundert, die aus einem seit dem Jahr 1050 bestehenden Benediktinerpriorat hervorgegangen war. Die Gegenwart der Benediktiner lässt sich aber bis ins Jahr 980 zurückverfolgen. Das Priorat wurde im 16. Jahrhundert aufgegeben, die ehemaligen Konventsgebäude sind nicht mehr erhalten.

Im 12. Jahrhundert wurde dann mit dem Bau der Kirche Saint-Étienne mit asymmetrischem Doppelschiff in Javerlhac begonnen. Das nebenliegende Schloss stammt ursprünglich aus dem Jahr 1225, wurde aber 1369 von den Engländern zerstört und 1499 wieder aufgebaut.

Im 18. Jahrhundert entstanden unter der Regie des Marquis de Montalembert zahlreiche Schmiedewerke am Bandiat, darunter Forgeneuve, Jommelières und die Forge de la Chapelle.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner Bevölkerungs-
dichte
Prozentual
im Kanton
1962 1.175 40,2/km² 11,0 %
1968 1.129 38,6/km² 11,0 %
1975 1.071 36,6/km² 10,8 %
1982 1.004 34,3/km² 10,5 %
1990 1.064 36,4/km² 11,3 %
1999 915 31,3/km² 10,0 %
2006 897 30,7/km²   9,9 %
2008 901 30,8/km²
2009 903 30,9/km²
2013 876 29,9/km²

[2]

Die Bevölkerungsentwicklung ist seit 1962 generell rückläufig, sie hatte sich aber um 1990 zwischenzeitlich etwas erholt.

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister von Javerlhac-et-la-Chapelle-Saint-Robert ist seit März 2014 Jean-Pierre Porte.

Ökonomie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beschäftigung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2011 betrug die Zahl der Erwerbsfähigen zwischen 15 und 64 Jahren 407 Personen, d. h. 45,6 % der Gesamtbevölkerung. Die Zahl der Arbeitslosen hat gegenüber dem Jahr 2007 von 37 auf 48 zugenommen, was jetzt einer Arbeitslosenrate von 11,8 % entspricht.

Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 31. Dezember 2013 waren im Gemeindegebiet 95 Unternehmen ansässig, davon 44 im Sektor Handel, Transport und Dienstleistungen, 15 in Landwirtschaft, Forsten und Fischerei, 15 im Bauwesen, 14 in der Industrie und 7 im Sektor Verwaltung, Bildung, Gesundheit und Soziales.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die romanische Kirche in La-Chapelle-Saint-Robert aus dem 11. Jahrhundert, seit 1920 als Monument historique anerkannt.[3]
  • Die Kirche Saint-Étienne in Javerlhac aus dem 12. und dem 16. Jahrhundert, seit 1948 als Monument historique ausgewiesen.[4]
  • Das Schloss Château de Javerlhac aus dem 16. Jahrhundert, seit 1974 Monument historique. Mit Taubenturm und Wassermühle zur Erzeugung von Walnußöl.[5]
  • Das Schloss Château de Puymoger aus dem 17. Jahrhundert
  • Manoir du Logis
  • Die königliche Schmiede bei Forgeneuve mit großem Mühlrad und Hochöfen. Hier wurden einst Kanonen für die Marine gegossen. Seit 1976 Monument historique.[6]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Okzitanischer Name der Gemeinden im Périgord, Website des Conseil général de la Dordogne
  2. Insee, Population légale 2006
  3. Kirche von La-Chapelle-Saint-Robert in der Mérimée-Datenbank des Französischen Kultusministeriums
  4. Kirche von Javerlhac in der Mérimée-Datenbank des Französischen Kultusministeriums
  5. Schloss Javerlhac, Mérimée-Datenbank des Französischen Kultusministeriums
  6. Forgeneuve, Mérimée-Datenbank des Französischen Kultusministeriums

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Le Pochat, G. et al. (1986). Carte géologique de la France à 1/50 000. Feuille Montbron. BRGM.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Javerlhac-et-la-Chapelle-Saint-Robert – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien