Javier Fernández López

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Javier Fernández López Eiskunstlauf
Fernández beim Grand-Prix-Finale 2011
Nation SpanienSpanien Spanien
Geburtstag 15. April 1991
Geburtsort Madrid
Größe 173 cm
Karriere
Disziplin Einzellauf
Verein Toronto Cricket SC
Trainer Brian Orser (seit Sommer 2011)
(frühere Trainer:
Nikolai Morosow,
Ivan Saez, Carolina Sanz,
Jordi Lafarga)
Choreograf David Wilson, Jeffrey Buttle
(frühere Choreografen:
Nikolai Morosow,
Ivan Saez, Carolina Sanz,
Corrado Giordani)
Status aktiv
Medaillenspiegel
WM-Medaillen 2 × Gold 0 × Silber 2 × Bronze
EM-Medaillen 4 × Gold 0 × Silber 0 × Bronze
ISU Eiskunstlauf-Weltmeisterschaften
Bronze London 2013 Herren
Bronze Saitama 2014 Herren
Gold Shanghai 2015 Herren
Gold Boston 2016 Herren
ISU Eiskunstlauf-Europameisterschaften
Gold Zagreb 2013 Herren
Gold Budapest 2014 Herren
Gold Stockholm 2015 Herren
Gold Bratislava 2016 Herren
Persönliche Bestleistungen
 Gesamtpunkte 314,93 WM 2016
 Kür 216,41 WM 2016
 Kurzprogramm 102,54 EM 2016
Platzierungen im Eiskunstlauf Grand Prix
 Podiumsplatzierungen 1. 2. 3.
 Grand-Prix-Finale 0 2 1
 Grand-Prix-Wettbewerbe 4 3 1
letzte Änderung: 2. April 2016

Javier Fernández López (* 15. April 1991 in Madrid) ist ein spanischer Eiskunstläufer, der im Einzellauf startet. Er ist der Weltmeister von 2015 und 2016 sowie der Europameister von 2013, 2014, 2015 und 2016.

Persönliches[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Javier Fernández wurde am 15. April 1991 in Madrid geboren. Sein Vater Antonio ist Marineoffizier und seine Mutter Enriqueta ist Briefträgerin.[1] Seine ältere Schwester Laura hat als Eiskunstläuferin an zwei Weltmeisterschaften teilgenommen.[2] Er ist seit Herbst 2014 mit der ehemaligen japanischen Eiskunstlauf-Weltmeisterin Miki Andō liiert.[3][4]

Fernández kann kochen und interessiert sich neben dem Eiskunstlaufsport für Fußball und Tennis. Sein Lieblingsverein ist Real Madrid.[5]

Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anfänge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Javier Fernández López begann im Alter von sechs Jahren mit dem Eiskunstlaufen, kurz nachdem seine Schwester Laura professionellen Unterricht genommen hatte. Seinen ersten dreifachen Sprung, einen Salchow, stand er im Alter von zwölf Jahren. Mit 16 Jahren schaffte er es als erster Spanier einen dreifachen Axel zu springen.[6]

Er wurde anfänglich von Ivan Saez und Carolina Sanz in Madrid, später bis Sommer 2011 dann von Nikolai Morosow in Hackensack, Moskau und Daugavpils trainiert.[7]

Nachdem Fernández schon 2006 den zweiten Platz bei den Landesmeisterschaften der Senioren belegte, sicherte er sich 2007, 2008 und 2009 jeweils den spanischen Meistertitel der Junioren und 2010 erstmals den spanischen Meistertitel der Senioren.

Im Jahr 2007 hatte Fernández sein Debüt bei Welt- und Europameisterschaften, das er auf Platz 35 bzw. 28 abschloss. Seitdem verbesserte er seine Leistungen und Platzierungen kontinuierlich. 2008 belegte er bei der Weltmeisterschaft den 30. Platz und bei der Europameisterschaft den 17. Platz. 2009 wurde er 19. bei der Weltmeisterschaft und Elfter bei der Europameisterschaft.

Saison 2009/2010[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Saison 2009/2010 nahm Fernández den vierfachen Toeloop in sein Repertoire auf und debütierte bei einem Grand-Prix-Wettbewerb, namentlich der Trophée Eric Bompard, die er auf dem elften Platz beendete. Seine Kür lief er in dieser Saison, wie auch der nächsten, als Pirat zur Filmmusik der Reihe Pirates of the Caribbean.

Fernández bei seiner WM-Kür 2010, zur Filmmusik von Pirates of the Caribbean

Bei der Europameisterschaft 2010 in Tallinn, erreichte er den achten Platz und kam damit erstmals unter die Top Ten bei diesem Turnier. Wenige Wochen später wurde er in Vancouver bei seinen ersten Olympischen Spielen 14. Seit Darío Villalba 1956 war er der erste spanische Eiskunstläufer, der sich für Olympische Spiele qualifizieren konnte.[8] Erneut verbessert zeigte sich Fernández López bei der Weltmeisterschaft 2010 in Turin mit dem zwölften Platz. Nach dem Kurzprogramm noch Dreizehnter, schob er sich als Zehnter in der Kür noch um einen Platz im Endklassement nach vorne. Dabei stellte er eine neue persönliche Bestleistung von 215,66 Punkten auf.

Saison 2010/2011[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fernández begann die Saison mit Grand-Prix-Auftritten bei Skate Canada (fünfter Platz) und dem Cup of Russia (neunter Platz).

In der Aufwärmphase der spanischen Meisterschaften schnitt sich Fernández seine Hand auf und musste 20 Minuten behandelt werden. Dadurch hatte er keine Zeit sich genügend aufzuwärmen und war von der Verletzung geschwächt. Somit konnte er seinen Titel nicht verteidigen. Javier Raya wurde spanischer Meister. Beide Spanier konnten jedoch zur Europameisterschaft gehen, da Fernández mit seiner Platzierung im Vorjahr selbst zwei Startplätze erkämpft hatte.

Bei der Europameisterschaft 2011 in Bern konnte er sich nach zwei Stürzen im Kurzprogramm erstmals in seiner Karriere gegenüber dem Vorjahr nicht verbessern. Er wurde Neunter. Eine Verbesserung gelang ihm allerdings erneut bei der Weltmeisterschaft in Moskau, wo er den zehnten Platz belegte und mit 218,26 Punkten seine persönliche Bestleistung übertraf. Dabei zeigte er in seiner Kür erstmals überhaupt zwei Vierfachsprünge (Toeloop und Salchow) und verbesserte sich nach dem Kurzprogramm um vier Plätze. Nur Patrick Chan und Michal Březina hatten in ihrer Kür ebenfalls zwei vierfache Sprünge präsentiert.

Saison 2011/2012[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Juni 2011 beendete Fernández die Zusammenarbeit mit Nikolai Morosow, da dieser sich seiner Meinung nach zu sehr auf seinen Schüler Florent Amodio konzentrierte und begann bei Brian Orser in Kanada zu trainieren. Seine Choreografen sind David Wilson und Jeffrey Buttle.

Fernández mit Trainer Brian Orser beim Cup of Russia 2011

Am 29. Oktober 2011 gewann Fernández mit Silber bei Skate Canada seine erste Medaille bei einem Grand-Prix-Wettbewerb. Dabei gewann er das Kurzprogramm vor dem amtierenden Weltmeister und Lokalmatadoren Patrick Chan, wurde in der Kür Zweiter hinter ihm und erreichte eine Gesamtpunktzahl von 250,33 Punkten, die eine Steigerung seiner bisherigen Bestleistung von rund 32 Punkten darstellte. Fernández verwies den Weltmeister von 2010, Daisuke Takahashi, auf den Bronzerang und musste sich Weltrekordhalter Chan lediglich um rund drei Punkte geschlagen geben. Bei seinem zweiten Grand-Prix-Auftritt verpasste Fernández am 26. November 2011 beim Cup of Russia seinen ersten Grand-Prix-Sieg um nur 0,03 Punkte gegenüber Yuzuru Hanyū. Er qualifizierte sich jedoch erstmals für das Grand-Prix-Finale. Dort gewann er am 10. Dezember bei seinem Debüt sogleich die Bronzemedaille.

Nach dem starken Saisonbeginn verlor Fernández allerdings mit Beginn des Jahres die Sicherheit, besonders was den dreifachen Axel anging. Dennoch erreichte er sowohl bei der Europameisterschaft als auch der Weltmeisterschaft seine besten Karriereergebnisse. Die Europameisterschaft beendete er auf dem sechsten Platz. Bei der Weltmeisterschaft in Nizza erreichte er mit dem neunten Platz erstmals ein einstelliges Ergebnis bei Weltmeisterschaften, dennoch überwog nach der Kür die Enttäuschung. Nach dem Kurzprogramm hatte Fernández noch auf dem fünften Platz gelegen. Gedanken über seine verlorene Sicherheit beim Axel nannte er als möglichen Grund für die fehlerbehaftete Kür.[9]

Saison 2012/2013[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fernández beim Grand-Prix-Finale 2012/13 mit seiner Charlie-Chaplin-Kür

Seinen ersten Grand-Prix der Saison bestritt Fernández, wie schon im Vorjahr, bei Skate Canada. Erneut gelang ihm in Kanada eine starke Vorstellung. Nach dem Kurzprogramm zur Filmmusik von Die Maske des Zorro lag er bereits mit neuer persönlicher Bestleistung in Führung. Im Unterschied zum Vorjahr gab er diese Führung in der Kür zu einem Charlie-Chaplin-Medley jedoch nicht wieder ab. Zwar stürzte er bereits beim ersten Sprung, dem ersten von drei geplanten Vierfachsprüngen, erholte sich davon jedoch sofort wieder und zeigte einen kraftvollen vierfachen Salchow und dreifachen Axel. In der zweiten Hälfte der Kür folgten eine Vierfach-Toeloop-Doppel-Toeloop-Kombination und eine Dreifach-Flip-Thorén-Dreifach-Salchow-Kombination sowie drei weitere Dreifachsprünge. Außerdem bekam er Level-4-Bewertungen für seine Fußtechnik. Dies bedeute auch in der Kür eine neue persönliche Bestleistung für Fernández. Damit fügte der Spanier dem Weltmeister und Lokalmatadoren Patrick Chan seine erste Einzelniederlage seit zwei Jahren zu und gewann seine erste Goldmedaille und die erste für sein Land bei einem Grand-Prix-Wettbewerb im Eiskunstlauf. Dabei verbesserte er seine persönliche Bestleistung in beiden Segmenten auf 253,94 Punkte.[10] Fernández' zweiter Grand-Prix-Wettbewerb war die NHK Trophy. Dort verpasste er als Vierter das Podium aufgrund fehlerbehafteter Darbietungen. Dies änderte jedoch nichts an der Qualifikation für das Grand-Prix-Finale in Sotschi, als einziger Europäer im Feld. Nach dem Kurzprogramm hatte Fernández auf Platz Fünf gelegen, zeigte jedoch die beste Kür des Feldes. Dabei gelang ihm die erfolgreiche Landung von drei Vierfachsprüngen, zwei Salchows und einem Toeloop. Nach Brian Joubert (zwei Toeloops und einen Salchow beim Cup of Russia 2006) war er erst der zweite Europäer, der dies schaffte und der erste, der dies in einer Vierfach-Dreifach-Kombination zeigte. Mit 178,43 Punkten in der Kür und 258,62 Punkten in der Gesamtleistung erzielte Fernández persönliche Bestleistungen. Am Ende fehlten ihm 0,04 Punkte auf die Bronzemedaille.[11]

Fernández auf dem Podium der WM 2013 neben Denis Ten und Patrick Chan

Bei der Europameisterschaft in Zagreb schrieb Fernández Geschichte, als er als erster Spanier eine Medaille bei einer ISU-Meisterschaft gewann und zwar gleich die goldene. In der stimmungsvollen Kür zu seinem Charlie-Chaplin-Medley zeigte er drei vierfache Sprünge, einen Toeloop und zwei Salchows. Am Ende bekam er dafür eine persönliche Bestmarke von 186,07 Punkte und blieb damit nur knapp zwei Punkte unter dem Weltrekord von Patrick Chan. In der Gesamtleistung brachte es der Spanier auf 274,87 Punkte, die dritthöchste bis dahin erreichte Gesamtpunktzahl nach Chan und Daisuke Takahashi.[12] Am Ende gewann Fernández den Titel mit über 24 Punkten Vorsprung vor dem zweitplatzierten Florent Amodio. Dies bedeutete den größten Vorsprung eines Europameisters seit Einführung des neuen Wertungssystems im Jahr 2005.

Bei der Weltmeisterschaft im kanadischen London gewann Fernández mit Bronze seine erste Medaille bei Weltmeisterschaften und damit zugleich die erste für Spanien. Dies gelang ihm trotz Fehlern in Kurzprogramm und Kür, wo er sich als jeweils Siebter und Vierter platzierte.

Saison 2013/2014[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In seine zweite olympische Saison startete Fernández mit einem fünften Platz bei der NHK Trophy und einem dritten Platz beim Cup of Russia. Hierbei ließ er die gewohnte Konstanz bei seinen Sprüngen vermissen und verpasste nach zwei aufeinanderfolgenden Teilnahmen die Qualifikation für das Grand-Prix-Finale.

Bei der Europameisterschaft in Budapest zeigte sich Fernández wieder verbessert und verteidigte seinen Titel vom Vorjahr souverän, indem er das Kurzprogramm und die Kür für sich entscheiden konnte.

Seine zweiten Olympischen Spiele begannen für Fernández in Sotschi als Fahnenträger seines Landes bei der Eröffnungsfeier.[13] Im Wettbewerb selbst verpasste er als Vierter eine Medaille um etwas mehr als einen Punkt. Nach dem Kurzprogramm hatte Fernández noch auf dem Bronzerang gelegen, machte aber nach einem guten Auftakt letztlich zu viele Fehler in seiner Kür.[14]

Bei der Weltmeisterschaft in Saitama gelang Fernández im Kurzprogramm mit 96,42 Punkten eine neue persönliche Bestleistung. Auch die Kür begann für den Spanier vielversprechend, im weiteren Verlauf leistete er sich jedoch einen Fehler zu viel für den Weltmeistertitel. Am Ende stellte er mit 275,93 eine neue persönliche Bestleistung in der Gesamtleistung auf und errang wie im Vorjahr die Bronzemedaille.

Fernández als "Super-Javi" beim Schaulaufen

Saison 2014/2015[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum Auftakt der nacholympischen Saison belegte Fernández im Rahmen der Grand-Prix-Serie den zweiten Platz bei Skate Canada und gewann zum ersten Mal in seiner Karriere beim Cup of Russia. Durch diese Erfolge qualifizierte er sich zum dritten Mal in seiner Karriere für das Grand-Prix-Finale, das in Barcelona und damit zum ersten Mal auf spanischem Boden stattfinden sollte. Dort arbeitete sich Fernández vom fünften Rang im Kurzprogramm durch die zweitbeste Kür der Konkurrenz schlussendlich noch auf den Silberrang vor.

Fernández auf dem Podium der WM 2015 neben Yuzuru Hanyū und Denis Ten

Bei der Europameisterschaft in Stockholm wurde Fernández trotz einiger Fehler[15][16] souverän zum dritten Mal hintereinander Europameister. Drei Titel in Folge bei Europameisterschaften waren zuletzt Alexander Fadejew im Jahr 1989 gelungen.

Am 28. März 2015 wurde Javier Fernández in Shanghai als erster Spanier in der Geschichte Weltmeister im Eiskunstlauf. Nach dem Kurzprogramm hatte er noch knapp drei Punkte hinter seinem Trainingspartner und Titelverteidiger Yuzuru Hanyū gelegen, obwohl dieser im Gegensatz zu Fernández einen Fall hatte hinnehmen müssen. In der Kür startete der Japaner mit zwei misslungenen Sprüngen und ließ damit die Tür zum WM-Titel für den auf ihn folgenden Spanier offen. Dieser blieb zwar auch nicht fehlerfrei, hielt jedoch den Schaden in Grenzen und nutzte letztendlich seine Chance und wurde mit knapp drei Punkten Vorsprung auf Hanyū Weltmeister.

Saison 2015/2016[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Herbst 2015 gelang es Fernández zum ersten Mal in seiner Karriere beide seiner Grand-Prix-Auftritte zu gewinnen. So siegte er erst bei seiner ersten Teilnahme am Cup of China überhaupt, bevor er wie bereits im Vorjahr auch den Cup of Russia für sich entscheiden konnte. Er qualifizierte sich damit souverän zum vierten Mal für das erneut in Spanien stattfindende Grand-Prix-Finale. Dort erreichte er in seiner Kür, die mit drei Vierfachsprüngen versehen war, als zweiter Eiskunstläufer nach Yuzuru Hanyū die 200-Punkte-Marke, indem er eine persönliche Punktebestleistung von 201,43 Punkten ablieferte. Er beendete das Grand-Prix-Finale, wie schon im Vorjahr, auf dem Silberrang hinter dem Weltrekord laufenden Japaner.

Fernández beim Grand-Prix-Finale 2015

Zum Abschluss des Jahres wurde Fernández zum sechsten Mal spanischer Meister. Er zeigte dabei zum ersten Mal zwei Vierfachsprünge (eine Vierfach-Toeloop-Dreifach-Toeloop-Kombination sowie einen vierfachen Salchow) in seinem Kurzprogramm. Die Erhöhung der technischen Schwierigkeit seines Programms war eine Reaktion auf die Weltrekordleistung seines Trainingspartners Hanyū beim Grand-Prix-Finale.[17]

Bei der Europameisterschaft in Bratislava bestätigte der Spanier die neue Errungenschaft[18] und landete im Kurzprogramm beide Vierfachsprünge erfolgreich auf internationaler Bühne. Dies bedeutete einen neuen persönlichen Punkterekord von 102,54 Punkten. Fernández wurde damit der zweite Eiskunstläufer nach Yuzuru Hanyū, der die 100-Punkte-Marke im Kurzprogramm übertreffen konnte. Nach einer Kür, die ihm trotz einiger Fehler über 200 Punkte einbrachte, erzielte er eine neue persönliche Bestleistung in der Gesamtpunktzahl von 302,77 Punkten und erreichte damit als zweiter Eiskunstläufer nach Hanyū auch die 300-Punkte-Marke in der Gesamtpunktzahl.[19] Fernández sicherte sich damit den EM-Titel mit einem Vorsprung von über 60 Punkten vor dem Zweitplatzierten,[20] einem noch nie dagewesenen Vorsprung bei Europameisterschaften. Es war der vierte EM-Titel in Folge für Fernández. Dies war zuletzt dem in Bratislava geborenen Ondrej Nepela im Jahr 1972 gelungen.

Bei der Weltmeisterschaft in Boston stürzte Fernández im Kurzprogramm beim vierfachen Salchow und handelte sich insgesamt über zwölf Punkte Rückstand auf seinen Trainingsgefährten Yuzuru Hanyū ein. Hanyū unterliefen in seiner Kür jedoch ungewohnt viele Fehler, sodass der sicher geglaubte Titel noch nicht in trockenen Tüchern war. Allerdings erreichte der Japaner dennoch starke 295 Punkte aufgrund seiner hohen Programmkomponenten (PC). Fernández benötigte daher zur Titelverteidigung einen persönlichen Punkterekord in der Kür und durfte sich keine Fehler erlauben. Er eröffnete seine Kür zu Guys and Dolls, gesungen von Frank Sinatra, mit einem tadellosen vierfachen Toeloop, der bei den Punktrichtern durchweg mit der Höchstnote von +3 GOE (Ausführungsgrad) bewertet wurde. Danach zeigte er eine fast maximal bewertete Vierfach-Salchow-Dreifach-Toeloop-Kombination, mit einem Basiswert von 14,80 Punkten. Auch bei den folgenden Sprungelementen wie der Dreifach-Axel-Doppel-Toeloop-Kombination, dem maximal bewerteten vierfachen Salchow, der Dreifach-Flip-Einfach-Rittberger-Dreifach-Salchow-Kombination, dem dreifachen Axel, dreifachen Lutz und dreifachen Rittberger zeigte der Spanier keine Fehler und bekam keinerlei negative Bewertungen in der Ausführung.[21] Insgesamt belief sich seine Punktzahl für die technischen Elemente (TES) auf 118,05 Punkte. Dazu kamen 98,36 Punkte für die Programmkomponenten, die höchsten des Abends.[22] Fernández verbesserte damit seinen persönlichen Punkterekord in der Kür um 15 Punkte auf 216,41 Punkte und seinen persönlichen Punkterekord in der Gesamtleistung um 12 Punkte auf 314,93 Punkte. Er wandelte somit die 12 Punkte Rückstand auf Hanyū aus dem Kurzprogramm in einen Vorsprung von fast 20 Punkten um[23] und verteidigte überraschend seinen WM-Titel aus dem Vorjahr. Es war das erste Mal, dass ein Eiskunstläufer bei Weltmeisterschaften die 300-Punkte-Marke erreichte. Dabei hatte Fernández am Tag der Kür aufgrund einer Fersenentzündung kaum trainieren können.[24]

Am 19. April 2016 bekam Javier Fernández vom spanischen Ministerpräsidenten Mariano Rajoy den Königlichen Orden für Sportliche Verdienste (Real Orden del Mérito Deportivo) überreicht.[25][26]

Ergebnisse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Meisterschaft / Jahr 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016
Olympische Winterspiele 14. 4.
Weltmeisterschaften 35. 30. 19. 12. 10. 9. 3. 3. 1. 1.
Europameisterschaften 28. 17. 11. 8. 9. 6. 1. 1. 1. 1.
Spanische Meisterschaften 1.J 1.J 1.J 1. 2. 1. 1. 1. 1. 1.
-
Grand-Prix-Wettbewerb / Saison 06/07 07/08 08/09 09/10 10/11 11/12 12/13 13/14 14/15 15/16
Grand-Prix-Finale 3. 4. 2. 2.
Skate Canada 5. 2. 1. 2.
Cup of Russia 9. 2. 3. 1. 1.
Trophée Eric Bompard 11.
NHK Trophy 4. 5.
Cup of China 1.

J = Junioren

Programme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fernández bei der Weltmeisterschaft 2010
Saison Kurzprogramm Kür Schaulaufen
2015/16

2014/15
2013/14
2012/13
2011/12
2010/11
2009/10
  • The Mexican

2008/09
  • Romeo and Juliet
    (soundtrack)
2007/08
2006/07

Detaillierte Ergebnisse der wichtigsten Wettbewerbe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fernández beim Grand-Prix-Finale 2015/16
Saison 2015/2016
Datum Wettbewerb KP K Gesamt
28. März – 3. April 2016 Weltmeisterschaften 2016 2
98,52
1
216,41
1
314,93
27. – 31. Januar 2016 Europameisterschaften 2016 1
102,54
1
200,23
1
302,77
10. – 13. Dezember 2015 Grand-Prix-Finale 2015/16 2
91,52
2
201,43
2
292,95
Saison 2014/2015
Datum Wettbewerb KP K Gesamt
23. – 29. März 2015 Weltmeisterschaften 2015 2
92,74
2
181,16
1
273,90
26. Januar – 1. Februar 2015 Europameisterschaften 2015 1
89,24
1
173,25
1
262,49
11. – 14. Dezember 2014 Grand-Prix-Finale 2014/15 5
79,18
2
174,72
2
253,90
Saison 2013/2014
Datum Wettbewerb KP K Gesamt
26. – 29. März 2014 Weltmeisterschaften 2014 2
96,42
3
179,51
3
275,93
13. – 14. Februar 2014 Olympische Winterspiele 2014 3
86,98
5
166,94
4
253,92
13. – 19. Januar 2014 Europameisterschaften 2014 1
91,56
1
175,55
1
267,11
Saison 2012/2013
Datum Wettbewerb KP K Gesamt
10. – 17. März 2013 Weltmeisterschaften 2013 7
80,76
4
168,30
3
249,06
23. – 27. Januar 2013 Europameisterschaften 2013 2
88,80
1
186,07
1
274,87
6. – 9. Dezember 2012 Grand-Prix-Finale 2012/13 5
80,19
1
178,43
4
258,62
Saison 2011/2012
Datum Wettbewerb KP K Gesamt
26. März – 1. April 2012 Weltmeisterschaften 2012 5
81,87
14
144,00
9
225,87
7. – 12. Februar 2012 Europameisterschaften 2012 4
80,1
7
142,15
6
222,26
8. – 11. Dezember 2011 Grand-Prix-Finale 2011/12 3
81,26
4
166,29
3
247,55
Saison 2010/2011
Datum Wettbewerb KP K Gesamt
24. April – 1. Mai 2011 Weltmeisterschaften 2011 14
69,16
10
149,10
10
218,26
24. – 30. Januar 2011 Europameisterschaften 2011 11
60,48
7
139,17
9
199,65
Saison 2009/2010
Datum Wettbewerb KP K Gesamt
22. – 28. März 2010 Weltmeisterschaften 2010 13
71,65
10
144,01
12
215,66
14. – 27. Februar 2010 Olympische Winterspiele 2010 16
68,69
10
137,99
14
206,68
18. – 24. Januar 2010 Europameisterschaften 2010 13
66,50
6
138,33
8
204,83
Saison 2008/2009
Datum Wettbewerb KP K Gesamt
24. – 28. März 2009 Weltmeisterschaften 2009 20
63,75
19
119,80
19
183,55
20. – 24. Januar 2009 Europameisterschaften 2009 12
65,75
11
117,16
11
182,91
Saison 2007/2008
Datum Wettbewerb KP K Gesamt
17. – 23. März 2008 Weltmeisterschaften 2008 30
47,87
22. – 27. Januar 2008 Europameisterschaften 2008 16
51,94
17
102,16
17
154,10
Saison 2006/2007
Datum Wettbewerb KP K Gesamt
19. – 25. März 2007 Weltmeisterschaften 2007 35
41,57
NQ
22. – 28. Januar 2007 Europameisterschaften 2007 28
41,73
NQ
  • KP = Kurzprogramm; K = Kür / NQ = nicht qualifiziert / Fettdruck = Persönliche Bestleistung

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Javier Fernández López – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://web.icenetwork.com/news/2016/03/29/169480632/fernandez-path-to-success-unlikely-as-they-come
  2. http://web.icenetwork.com/news/2016/03/29/169480632/fernandez-path-to-success-unlikely-as-they-come
  3. https://www.instagram.com/p/v1UbZbjixm/
  4. https://ca.sports.yahoo.com/blogs/eh-game/new-spotlight-figure-skating-couple--miki-ando-and-toronto-resident-javier-fernandez-000721966.html
  5. http://absoluteskating.com/index.php?cat=interviews&id=2010javierfernandez
  6. http://www.goldenskate.com/2009/09/fernandez-makes-senior-grand-prix-debut/
  7. http://absoluteskating.com/index.php?cat=interviews&id=2009javierfernandez
  8. http://www.isuresults.com/bios/isufs00007684.htm
  9. http://www.goldenskate.com/2012/03/chan-wins-second-consecutive-world-title/
  10. http://www.goldenskate.com/2012/10/fernandez-tops-mens-podium-at-skate-canada-makes-history/
  11. http://www.goldenskate.com/2012/12/takahashi-scores-victory-at-grand-prix-final/
  12. http://www.goldenskate.com/2013/01/spains-javier-fernandez-captures-european-title-makes-history/
  13. http://www.insideskating.net/2014/01/24/news/javier-fernandez-will-be-spains-flag-bearer-in-sochi
  14. http://olympictalk.nbcsports.com/2014/02/14/spains-javier-fernandez-sad-he-couldnt-medal-for-my-country/
  15. http://www.absoluteskating.com/index.php?cat=articles&id=2015euros-day1
  16. http://www.absoluteskating.com/index.php?cat=articles&id=2015euros-day3
  17. http://web.icenetwork.com/news/2016/03/29/169480632/fernandez-path-to-success-unlikely-as-they-come
  18. http://web.icenetwork.com/news/2016/03/29/169480632/fernandez-path-to-success-unlikely-as-they-come
  19. http://www.goldenskate.com/2016/01/euros-men/
  20. http://www.goldenskate.com/2016/01/euros-men/
  21. http://www.isuresults.com/results/season1516/wc2016/wc2016_Men_FS_Scores.pdf
  22. http://www.isuresults.com/results/season1516/wc2016/wc2016_Men_FS_Scores.pdf
  23. http://web.icenetwork.com/news/2016/04/02/170179532/fernandez-wins-second-world-title-with-duende
  24. http://www.goldenskate.com/2016/04/worlds-2016-men/
  25. http://www.marca.com/otros-deportes/2016/04/19/5716397446163f98668b45be.html
  26. http://www.telemadrid.es/noticias/deportes/noticia/javier-fernandez-medalla-de-oro-de-la-real-orden-del-merito-deportivo