Jawed Karim

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Jawed Karim (2008)

Jawed Karim (* 1. Januar 1979 in Merseburg) ist ein deutsch-amerikanischer Internet-Unternehmer und Informatiker. Karim ist einer der drei Mitbegründer des populären Videoportals YouTube. Viele der Kernkomponenten von PayPal, darunter auch das Echtzeit-Anti-Betrugs-System, wurden ebenfalls von Karim entworfen und implementiert.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Karims Mutter, Christine Karim, stammt aus Wernigerode in Sachsen-Anhalt und ist heute Assistenz-Professorin für Biochemie an der University of Minnesota. Sein Vater Naimul Karim stammt aus Bangladesch und kam als Student mit einem Stipendium in die DDR, wo er an der Technischen Hochschule Merseburg Chemie studierte. Aufgrund zunehmender Schikanen durch die Behörden reiste die Familie 1982 in den Westen nach Neuss aus, wo Karims Vater als Chemiker beim Technologiekonzern 3M (Nordrhein-Westfalen) arbeitete und Karim das katholische Norbert-Gymnasium in Knechtsteden nahe Dormagen besuchte.[1]

Die ausländerfeindliche Stimmung zur Zeit der fremdenfeindlichen Übergriffe in Mölln, Rostock und Hoyerswerda zu Anfang der 1990er Jahre belastete die Familie. Nachdem Karims Vater ein Angebot erhalten hatte, am 3M-Hauptsitz in den USA zu arbeiten, zog die Familie 1992 in die Vereinigten Staaten.[2] Dort besuchte er die Highschool in St. Paul im US-Bundesstaat Minnesota. Nach seinem Abschluss begann er ein Studium an der University of Illinois at Urbana-Champaign, das er nach drei Jahren unterbrach, um eine Stelle bei dem in San José (Kalifornien) ansässigen Online-Bezahldienstleister PayPal anzunehmen. Seine Kurse und Vorlesungen besuchte er weiterhin und konnte so 2004 sein Informatik-Studium mit einem Bachelor abschließen.

Während seiner Tätigkeit bei PayPal lernte er Chad Hurley und Steve Chen kennen. Die drei Arbeitskollegen gründeten später zusammen die Video-Plattform YouTube, wo Karim am 23. April 2005 um 20:27 Uhr das erste YouTube-Video Me at the zoo hochlud.[3][4][5] Karim verließ YouTube während der Wachstumsphase, blieb aber einer der größten Anteilseigner an dem Unternehmen.[6] Anschließend studierte Karim Informatik (computer science) an der Stanford University mit dem Ziel, später selbst Professor zu werden.[7]

YouTube wurde im Jahr 2006 von Google aufgekauft.[8] Karim erhielt für seine Anteile im Gegenzug Google-Anteile im damaligen Wert von 64 Millionen $.[9]

2008 gründete Karim „Y Ventures“, eine Firma, die Studenten finanziell unterstützt und ihnen hilft, ihr eigenes Startup aufzubauen.[10] Die Firma gehörte unter anderem zu den frühen Investoren des Unternehmens Airbnb.[11]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Stephan Zöller: "YouTube"-Star aus Knechtsteden. In: Neuß-Grevenbroicher Zeitung, 2. Juni 2018, S. C3. Online-Version Abgerufen am 2. Juni 2018.
  2. Lars Winckler: Warum der YouTube-Gründer Deutschland verließ. In: Die Welt. 19. Oktober 2006.
  3. Erstes YouTube-Video: „Me at the zoo“
  4. Johannes Boie: Youtube wird zehn - Masse und Macht. In: Süddeutsche Zeitung. 14. Februar 2015, abgerufen am 11. Mai 2015.
  5. Techinfoknow: Me at the zoo. (Nicht mehr online verfügbar.) Techinfoknow.com, 23. April 2015, archiviert vom Original am 24. September 2015; abgerufen am 31. Mai 2016.
  6. Google-Erklärung gegenüber der Börsenaufsicht SEC zum YouTube-Deal vom 7. Februar 2007
  7. Eine Einwanderergesellschaft – Deutsche im Silicon Valley – FOCUS Online vom 18. Juli 2008
  8. With YouTube, Student Hits Jackpot Again. In: New York Times. 12. Oktober 2006 (englisch)
  9. YouTube’s Payoff: Hundreds of Millions for the Founders. New York Times, 7. Februar 2007
  10. http://www.yventures.com/
  11. How much money did Airbnb raise? What is the company's financing history?. quora.com, 21. März 2015