Jean-Pierre Sauvage

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Jean-Pierre Sauvage 2016

Jean-Pierre Sauvage (* 21. Oktober 1944 in Paris) ist ein französischer Chemiker (Supramolekulare Chemie). Er ist ein Pionier auf dem Gebiet mechanisch-verschachtelter molekularer Strukturen (Mechanically Interlocked Molecules, MIM), wie Ketten-Bildungen und Molekülen mit Topologie von Knoten. 2016 erhielt er mit Fraser Stoddart und Ben Feringa den Nobelpreis für Chemie für „das Design und die Synthese von molekularen Maschinen“.

Leben und Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Catenan-Struktur nach Sauvage u. a., 1985

Sauvage wurde an der Universität Straßburg bei Jean-Marie Lehn promoviert und war als Post-Doktorand an der Universität Oxford bei M. L. H. Green. Danach ging er wieder nach Straßburg, wo er Forschungsdirektor des CNRS war. Ab 1971 forschte er für das CNRS, ab 1979 als Forschungsdirektor. 1981 wurde er Professor in Straßburg. 2009 wurde er emeritiert.

2009/2010 war er Gastprofessor an der Universität Zürich, an der er 2010 Ehrendoktor wurde, und 2010 bis 2012 Gastwissenschaftler an der Northwestern University.

Er ist an Anwendungen wie dem Nachbau photosynthetisch aktiver Reaktionszentren[1] mit Übergangsmetall-Komplexen und Porphyrinen interessiert und an der Topologie molekularer Maschinen, molekularer Schalter und synthetischer molekularer Motoren[2]. 1983 veröffentlichte er eine der ersten Synthesen eines Catenans[3][4][5][6] und ihm gelang auf ähnliche Weise die Synthese eines molekularen Knotens.[7]

Kleeblattknoten-Molekül nach Sauvage u. a., 1993

Katenane und Rotaxane (von Fraser Stoddart entwickelt), die nicht durch starre kovalente Bindungen gekoppelt sind, sondern mechanisch, was ihnen Bewegungsspielraum verschafft, sind Ausgangspunkte der Entwicklung von künstlichen molekularen Schaltern (Stoddart) und Motoren (zuerst Ben Feringa 1999).

Er erhielt die Prelog-Medaille. Er ist seit 1990 korrespondierendes und seit 1997 volles Mitglied der Académie des sciences. Er ist Ritter der Ehrenlegion und erhielt 1978 die Bronzemedaille und 1988 die Silbermedaille des CNRS.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Jean-Pierre Sauvage – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. J. P. Collin, Sauvage: Electrochemical reduction of carbon dioxide mediated by molecular catalysts. In: Coordination Chemistry Reviews. Band 93, 1989, S. 245–268
  2. Christine Dietrich-Buchecker, M. C. Jimenez-Molero, V. Sartor, J.-P. Sauvage: Rotaxanes and catenanes as prototypes of molecular machines and motors. In: Pure and Applied Chemistry. Band 75, 2003, S. 1383–1393
  3. C. O. Dietrich-Buchecker, Sauvage, J. P. Kintzinger: Une nouvelle famille de molécules. Les métallo-caténanes. In: Tetrahedron Letters. Band 24, 1983, S. 5095
  4. C. O. Dietrich-Buchecker, Sauvage, J. M. Kern: Templated synthesis of interlocked macrocyclic ligands: The catenands. In: Journal of the American Chemical Society. Band 106, 1984, S. 3043
  5. M. Cesario, C. O. Dietrich-Buchecker, J. Guilhem, C. Pascard und J. P. Sauvage: Molecular structure of a catenand and its copper(I) catenate: complete rearrangement of the interlocked macrocyclic ligands by complexation. In: Journal of the Chemical Society. Chemical Communications. 1985, S. 244–247
  6. Sauvage: Les caténands. In: Nouveau Journal de Chimie. Band 9, 1985, S. 299
  7. C. O. Dietrich-Buchecker, J.-P. Sauvage: A Synthetic Molecular Trefoil Knot. In: Angewandte Chemie International Edition. Band 28, 1989, S. 189–192