Jean Antoine Letronne

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Letronne ist eine Weiterleitung auf diesen Artikel. Zum Mondkrater siehe Letronne (Mondkrater).

Jean Antoine Letronne (* 25. Januar 1787 in Paris; † 14. Dezember 1848) war ein französischer Altertumswissenschaftler.

Jean Antoine Letronne, Lithographie von Julien Léopold Boilly (1796–1874)

Leben[Bearbeiten]

Letronne war der Sohn des Graveurs Jean Louis Letronne (1766–1801) und der ältere Bruder des Malers Louis Letronne (1790–1842). Er begann wie dieser eine Ausbildung bei dem Maler Jacques-Louis David, doch die Literatur interessierte ihn mehr und er absolvierte ein Studium am Collège de France. Es wird berichtet, dass er dort seine schon hochentwickelten kritischen Fähigkeiten weiter schulte, indem er alte Übersetzungen griechischer Autoren korrigierte und die Ergebnisse dann mit den neuesten und anerkanntesten Ausgaben verglich.

Von 1810 bis 1812 bereiste er Frankreich, die Schweiz und Italien. Nach seiner Rückkehr nach Paris veröffentlichte er eine Schrift mit dem Titel Essai critique sur la topographie de Syracuse, die sich mit der Interpretation des Thukydides befasste. Zwei Jahre später erschienen seine Recherches geographiques et critiques über die De Mensura Orbis Terrae des Dicuil. 1815 beauftragte ihn die Regierung, die von Gabriel de La Porte du Theil begonnene Übersetzung des Strabo zu vollenden. Nachdem er eine Schrift Über das Maßsystem der alten Ägypter verfasst hatte, wurde er im März 1816 in die Académie des Inscriptions et Belles-Lettres aufgenommen.

Weitere Beförderungen folgten rasch: 1817 wurde er zum Direktor der École des Chartes ernannt, 1829 Generalinspekteur der Universität und 1831 Professor für Geschichte am College de France. Diesen Lehrstuhl vertauschte er 1838 mit dem für Archäologie und wurde 1840 Nachfolger von Pierre-Claude Daunou als Leiter der Nationalarchive.

Der Mondkrater Letronne wurde nach ihm benannt.

Schriften[Bearbeiten]

  • Considérations générales sur l'évaluation des monnaies grecques et romaines, et sur la valeur de l'or et de l'argent avant la découverte de l'Amérique. Didot, Paris 1817, Digitalisat.
  • Recherches pour servir à l'histoire de l'Egypte pendant la domination des Grecs et des Romains. Boulland-Tardien, Paris 1823, Digitalisat.
  • Sur l'Origine greque des zodiaques prétendus Égyptiens. In: Revue des Deux Mondes. Ser. 4, Bd. 11, 1837, S. 464–491, Digitalisat, (Auch Sonderabdruck: Fournier, Paris 1837). Mit dieser Schrift stellte er einen Irrtum richtig, der bis dahin die Chronologie der Ägyptologen verfälscht hatte.
  • Diplomes et Chartes de l'Époque Merovingienne sur Papyrus et sur Velin conservés aux Archives du Royaume. Kaeppelin, Paris 1848.
  • Recueil des inscriptions grecques et latines de l'Égypte étudiées dans leur rapport avec l'histoire politique, l'administration intérieure, les institutions civiles et réligieuses de ce pays depuis la conquête d'Alexandre jusqu'à celle des Arabes. 2 Bände. A L'Imprimerie Royale, 1842–1848, Digitalisat Bd. 1, Digitalisat Bd. 2, (Letronnes Hauptwerk).

Literatur[Bearbeiten]

Dieser Artikel geht auf die 11. Auflage der Encyclopædia Britannica zurück, die in die Public Domain übergegangen ist.[1]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Digitalisat bei archive.org. Abgerufen am 16. Juni 2015.

Weblinks[Bearbeiten]